32 Prozent sind kein Bürgermeisteramt – die 28-Stimmen-Frage um Ahmed Abed
Die Linke gewinnt Neukölln mit 32 Prozent, doch Ahmed Abed fehlen neun Stimmen zum Bürgermeisteramt. Grüne, SPD und BSW entscheiden über seine Zukunft. Wir zeigen, wie das Wahlverfahren funktioniert, welche Mehrheiten möglich sind – und warum der Wahlsieg allein Abed noch nicht ins Rathaus bringt.
Die Linke hat Neukölln bei der Berlin-Wahl klar gewonnen. Ahmed Abed beansprucht daraus das Bürgermeisteramt. Doch gewählt haben die Neuköllner keinen Bezirksbürgermeister, sondern eine Bezirksverordnetenversammlung. Dort fehlen Abed neun Stimmen. Ausgerechnet Grüne, SPD und zwei BSW-Verordnete entscheiden nun, ob der umstrittene Kandidat ins Rathaus einzieht – oder ob sich gegen ihn eine neue Mehrheit bildet.
Neukölln hat am 20. September 2026 tatsächlich eine politische Zäsur erlebt.
Die Linke wurde bei der Wahl zur Bezirksverordnetenversammlung mit 32,0 Prozent mit großem Abstand stärkste Kraft. Die CDU kam auf 15,6 Prozent, die Grünen auf 14,8 Prozent, die AfD auf 13,6 Prozent, die SPD auf nur noch 13,5 Prozent und das BSW auf 4,2 Prozent. Die Wahlbeteiligung lag bei 64,7 Prozent. rbb24.de
In Sitzen bedeutet das:
Die Linke verfügt über 19 der 55 Mandate, CDU und Grüne jeweils über neun, AfD und SPD über jeweils acht und das BSW über zwei. rbb24.de
Ahmed Abed reagierte entsprechend selbstbewusst.
Auf die Frage des Tagesspiegel, ob er das Wahlergebnis als Auftrag verstehe, Bezirksbürgermeister zu werden, antwortete er:
„Ja, ganz sicher.“