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Chronik einer Dauerschleife: Warum geben wir Leere so viel Bühne?

Normalerweise nimmt man es kaum noch wahr, doch hier ist die Grenze erreicht: Cora Schumacher rechnet in Podcasts wieder mit ihrer Ehe ab. Warum eine Medienlandschaft Personen eine Bühne bietet, die außer einer Heirat nichts geleistet haben, beleuchtet dieser kritische Kommentar.

Chronik einer Dauerschleife: Warum geben wir Leere so viel Bühne?
Cora Schumacher & die Medien: Bühne für das Nichts Illustration by Richard Bergsir

Normalerweise nimmt man so etwas gar nicht mehr wahr. Das mediale Grundrauschen aus Halbwahrheiten, spätem Wehklagen und inszeniertem Drama ist ohnehin zu laut. Doch irgendwann ist die Grenze erreicht, und das Maß an Selbstinszenierung sprengt selbst die großzügigsten Toleranzgrenzen der Boulevard-Müdigkeit.

Da sitzt also Cora Schumacher – Jahrgang 1976, mithin im 50. Lebensjahr – und rechnet in einem Podcast wieder einmal öffentlich mit ihrer längst vergangenen Ehe ab. Der Clou dieses Mal: Eine frisch im Erwachsenenalter diagnostizierte ADHS wird kurzerhand zur Universalausrede für jede Lebenslage erhoben, und eine gewöhnliche Ehescheidung liest sich in ihrer Darstellung fast wie eine schwere Naturkatastrophe, für die gefühlt die gesamte Weltgeschichte verantwortlich ist. Man traut seinen Augen kaum. Sie bereut die Heirat zutiefst („Ja. Ich bereue es, dass ich ihn geheiratet habe.“), will den bekannten Nachnamen aber partout nicht ablegen – nicht etwa aus emotionaler Sentimentalität oder tiefer Verbundenheit, sondern, wie sie freimütig und ohne jede Scham einräumt, weil er schlicht und einfach werbewirksam ist, das Geld in die Kasse spült und die nächste lukrative Interviewanfrage sichert. Publicity um jeden Preis, Cashflow über Stolz.

Der Kontrast könnte größer kaum sein

Besonders absurd wird die Gemengelage, wenn man den Blick auf die tatsächliche Lebenswirklichkeit der Beteiligten richtet. Während ihr Ex-Mann Ralf Schumacher längst zur Ruhe gekommen ist, Stil entwickelt hat und glücklich an der Seite seines Partners Etienne im Rampenlicht wie im privaten Glück steht, wirkt Cora auch im Jahr 2026 wie jene berüchtigten Gestalten aus den einschlägigen Kult-Komödien der Neunzigerjahre. Fratzenhaft, künstlich auf Dauerskandal gebürstet und in einer unerträglichen Dauerpubertät gefangen, für die man früher sehr treffende, wenn auch derbe Worte gefunden hätte.

Man erinnert sich noch gut an die hysterischen Reaktionen, als Ralf Schumacher seinen Partner Etienne vorstellte und später sein spätes Glück öffentlich machte. Wo ein zivilisierter Mensch Größe, Fassung oder zumindest elementare Contenance bewahren würde, verlor die Ex-Frau im medialen Raum völlig die Nerven. Damals wie heute inszenierte sie das Coming-out ihres Ex-Mannes im Stile einer persönlichen Kränkung höherer Ordnung und schreckte nicht davor zurück, die Lebensentscheidung des Vaters ihres gemeinsamen Sohnes im Wochentakt durch den Kakao zu ziehen. Die Reaktionen auf Etiennes Auftreten und die darauffolgende Verpartnerung bzw. Hochzeit gipfelten in einer Mischung aus öffentlichem Trotzen, verletzter Eitelkeit und der klugen Kalkulation, jeden noch so kleinen Kanten des Dramas medial auszuschlachten. „Also sagen wir mal so, dass mein Ex-Mann natürlich dann Montag morgens um halb acht plötzlich auf einmal schwul war, hat meinem Gesundheitszustand jetzt nicht geholfen“, klagte sie sinngemäß, als müsse sich die Welt nach ihrem persönlichen Kalender richten.

Die Frage nach der gesellschaftlichen Relevanz

Das eigentliche Problem ist jedoch längst nicht mehr diese unverbesserliche und narcissistische Selbstdarstellung einer alternden Boulevard-Figur. Das Problem ist eine Medienlandschaft, die diesem unendlichen Nichts Woche für Woche einen roten Teppich ausrollt und damit jede journalistische Proportion vermissen lässt.

Man muss sich schlicht einmal die grundsätzliche Frage stellen: Warum räumen wir Menschen eigentlich so viel Raum in den Medien ein, deren einzige wirkliche Lebensleistung darin besteht, vor über zwei Jahrzehnten den richtigen Namen geheiratet zu haben? Abseits davon existiert kein substanzielles Werk, keine unternehmerische Leistung, kein kultureller oder gesellschaftlicher Beitrag von Bestand. Nur das ewige, kalkulierte Nachtreten, die auf Knopfdruck abrufbaren Tränen im Podcast („Unter Tränen spricht sie auch über den Bruch mit Sohn David“) und die ständige, gierige Suche nach dem nächsten Blitzlichtgewitter. Selbst als ihr Sohn David im Frühjahr 2026 heiratete und sie nach eigenen Angaben aus den Medien davon erfuhr, war ihr erster Weg nicht die familiäre Einkehr, sondern der Gang in die Klatschspalten, um das eigene Desinteresse als Opferrolle zu verkaufen.

Dass ausgerechnet Portale wie das queere Nachrichtenmagazin queer.de einer solchen Person ungebremst eine Plattform bieten, setzt dem Ganzen die Krone auf. Was hat das noch mit progressiver Haltung, Diversität oder journalistischer Relevanz zu tun? Hier wird die billigste Boulevard-Dauerschleife mit Haltung verwechselt, nur weil der Ex-Partner den Mut besaß, zu seiner Homosexualität zu stehen.

Es wäre schlicht und einfach an der Zeit, den medialen Mikrophonen dieser Dauernörglerinnen den Saft abzudrehen. Wer im erwachsenen Alter nichts Relevantes beizutragen hat, außer die eigene Biografie und alte Beziehungsleichen bis zum Erbrechen zu vermarkten, der sollte schlicht und einfach ignoriert werden.

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Geschrieben von

Paul Fisher
Paul Fisher ist Ökonom, Journalist und konservativer schwuler Autor mit internationaler Perspektive. Er schreibt liberal, unabhängig und kritisch über Politik, Gesellschaft und Freiheit – faktenorientiert, pointiert und ohne Denkverbote.
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