Der letzte Zug nach Sprötze

Ein Toter sitzt im letzten Zug nach Sprötze. Was zunächst wie ein natürlicher Tod wirkt, führt Hinnerk Kuhlmann zu Erpressung, gefälschten Akten und einem alten Familiengeheimnis. Doch je klarer die Spur erscheint, desto raffinierter entpuppt sich der Plan, der Ralf Degen selbst zum Verhängnis wird.

Teilen
Der letzte Zug nach Sprötze
Ein Hinnerk-Kuhlmann-Krimi von Terry Simon

Ein Hinnerk-Kuhlmann-Krimi von Terry Simon

Der Mann saß im letzten Zug nach Sprötze, obwohl er seit drei Stunden tot war.

Er hatte einen Fensterplatz im hinteren Wagen. Der Kopf lehnte an der Scheibe, die Hände lagen ordentlich auf den Knien. Neben ihm stand ein schwarzer Aktenkoffer.

Kein Fahrgast hatte etwas bemerkt.

Erst als der Zug um 0.48 Uhr im kleinen Bahnhof endete und der Triebfahrzeugführer durch die leeren Wagen ging, fiel ihm auf, dass der Mann nicht ausstieg.

Hinnerk Kuhlmann stand eine Stunde später auf dem Bahnsteig. Kalter Regen trieb unter das Vordach. Im Zug brannte grelles Licht.

„Name ist Ralf Degen“, sagte Jana Wrede. „Sechsundfünfzig. Rechtsanwalt aus Hamburg. Kanzlei für Erbrecht und Vermögensfragen.“

„Todesursache?“

„Auf den ersten Blick Herzstillstand.“

Hinnerk betrat den Wagen.

Degen trug einen dunklen Mantel, einen grauen Anzug und blank geputzte Schuhe. Seine Fahrkarte lag auf dem kleinen Klapptisch.

Hamburg Hauptbahnhof nach Buchholz.

„Er wollte gar nicht nach Sprötze“, sagte Hinnerk.

„Vielleicht hat er seine Station verpasst.“

„Tote tun das öfter.“