Der Mond als Neuland: Nasas Drei-Stufen-Plan für die dauerhafte Präsenz
Fast sechs Jahrzehnte nach dem ersten „kleinen Schritt“ für einen Menschen schickt sich die Menschheit an, den Erdtrabanten nicht nur zu besuchen, sondern ihn zu bewohnen.
Fast sechs Jahrzehnte nach dem ersten „kleinen Schritt“ für einen Menschen schickt sich die Menschheit an, den Erdtrabanten nicht nur zu besuchen, sondern ihn zu bewohnen. In einer bemerkenswerten Kehrtwende der bisherigen Strategie hat die Nasa nun einen konkreten Drei-Stufen-Plan vorgelegt, der innerhalb der nächsten zehn Jahre die infrastrukturellen Grundlagen für eine dauerhafte Mondbasis legen soll. Überraschend dabei: Die lang geplante Raumstation „Gateway“, die als Zwischenstation im Orbit dienen sollte, wird gestrichen. Der Fokus liegt nun vollständig auf der Oberfläche.
Erster Schritt: Die Vorhut der Roboter
Bevor ein Mensch den ersten Spatenstich setzt, gehört der Mond den Maschinen. In den ersten drei bis vier Jahren sieht der Plan den massiven Einsatz von autonomen Drohnen und Rovern vor. Diese sollen nicht nur die Oberfläche kartografieren, sondern gezielt nach Wassereis in den schattigen Kratern der Südpolregion suchen. Gleichzeitig werden ferngesteuerte Bagger entsandt, die aus dem Mondstaub (Regolith) erste Schutzwälle gegen die kosmische Strahlung aufschütten.
Zweiter Schritt: Energie und Unterkunft
Die größte Herausforderung für das Überleben auf dem Mond ist die zweiwöchige Mondnacht, in der die Temperaturen auf bis zu -170°C sinken. Solarpanels allein reichen hier nicht aus. Die Nasa plant daher den Transport kompakter Kernreaktoren zum Mond, die eine konstante Energieversorgung garantieren. Sobald der Strom fließt, werden die ersten modularen Unterkünfte gelandet. Diese sind so konzipiert, dass sie von Robotern zusammengesetzt werden können, noch bevor die erste Besatzung eintrifft.
Dritter Schritt: Die permanente Besiedlung
In der finalen Phase, gegen Ende des Jahrzehnts, soll die Basis offiziell in Betrieb gehen. Der Plan sieht vor, dass Astronauten in rotierenden Schichten von sechs bis zwölf Monaten auf dem Mond leben und arbeiten. Der Fokus liegt hierbei auf der In-situ-Ressourcennutzung: Die Gewinnung von Sauerstoff und Treibstoff direkt aus dem Mondboden. Durch das Aus für das „Gateway“-Projekt werden Milliardenbeträge frei, die nun direkt in die Landetechnologie und den Ausbau der Bodenstation fließen.
Der Mond ist damit nicht mehr nur ein fernes Ziel für Flaggen und Fußabdrücke, sondern wird zum achten Kontinent der Erde – ein Testgelände für die technologischen Grenzen der Menschheit.
Geschrieben von
Als nächstes lesen
Drohen Europa Tropenstürme? Hitze im Mittelmeer
Extrem heisses Mittelmeerwasser birgt neue Gefahren: Wenn Rekordtemperaturen auf kühle Herbstluft treffen, drohen Südeuropa vermehrt zerstörerische Medicanes. Erfahren Sie, wie sich das Binnenmeer in ein potenzielles Tropensturm-Revier verwandelt und welche Küsten besonders gefährdet sind.
Hitze in Europa & Atlantik-Hurrikane: Der Zusammenhang
Europäische Hitzewellen und die überraschende Ruhe im Atlantik-Hurrikangebiet sind zwei Seiten derselben Medaille. Erfahren Sie, wie stationäre Hochdruckgebiete, Blockaden des Jetstreams und globale Zirkulationsmuster wie El Niño das Wettergeschehen auf beiden Seiten des Ozeans maßgeblich steuern.
Das Ende des digitalen Briefgeheimnisses? Warum die EU-Chatkontrolle jeden betrifft – und wie du dich schützt
Die EU-Chatkontrolle ist zurück und entfacht die Debatte über Massenüberwachung, Verschlüsselung und digitale Freiheit neu. Der Artikel erklärt, was wirklich beschlossen wurde, welche Risiken Bürger und Unternehmen treffen und wie man Chats, E-Mails und sensible Daten wirksam schützt.
GdP-Krise: Wie Jochen Kopelke und Sven Hüber die Gewerkschaft spalten
Ein Magazinbeitrag zur AfD bringt die GdP-Führung in Bedrängnis: Vize-Chef Sven Hüber gerät wegen seiner DDR-Politoffiziers-Vergangenheit in die Kritik, während ein gelöschter Wikipedia-Eintrag Fragen aufwirft. Bundeschef Jochen Kopelke reagiert mit Attacken – und spaltet die eigene Gewerkschaft.
Die Rückkehr der Rassentrennung als „Progressivismus“ – Eine Demontage
Ein exklusiver Badetag nach Hautfarbe am Berliner Volksbad sorgt für Streit. Politik und Medien witterten rechte Hetze. Doch das eigentliche Skandalon liegt woanders: Die Rückkehr ethnischer Zutrittsschranken im öffentlichen Raum unter dem Deckmantel des Progressivismus zersetzt den Rechtsstaat.
Die Anatomie einer medialen Hinrichtung
Ein SPIEGEL-Cover im Fahndungs-Stil inszeniert Ulrich Siegmund als Gefahr. Hinter dem Artikel steht ein Autoren-Trio mit taz- und ND-Vergangenheit. Diese mediale Dämonisierung entpuppt sich als Ablenkung vom eigentlichen Problem: dem staatlichen Versagen bei Asylpolitik und Wirtschaft.