Der Preis der politischen Blindheit – Wie die Linke dem politischen Islam den Weg ebnet
Nicht Eralps Glaube ist das Risiko, sondern mögliche Blindheit gegenüber orthodox-islamischem Druck. Ein Kommentar über Frauen, Mädchen, Queers, Juden, Atheisten, Konvertiten und die Fragen, die Berlins Linken-Kandidatin beantworten muss.
Nicht Eralps Glaube ist das Risiko – sondern Berlins Blindheit
Eine muslimische Frau im Roten Rathaus wäre für sich genommen weder ein Angriff auf Berlin noch ein Bruch mit seiner freiheitlichen Ordnung. In einer säkularen Demokratie entscheidet nicht der Glaube eines Kandidaten, sondern seine Politik. Wer Elif Eralp allein wegen ihrer Herkunft oder Religion ablehnt, argumentiert nicht konservativ, sondern kollektivistisch.
Doch das darf nicht zur Gegenlüge führen: Auch religiöser Fundamentalismus muss benannt werden dürfen. Wenn ein orthodoxer Islam – verstanden als streng religiös-politische Auslegung mit Anspruch auf gesellschaftliche Normsetzung – in Schulen, Verbänden, Familien und öffentlichen Institutionen mehr Raum beansprucht, betrifft das zuerst jene, deren Freiheit innerhalb solcher Milieus am verletzlichsten ist: Mädchen und Frauen, Homosexuelle und Lesben, transgeschlechtliche Menschen, Atheisten, Konvertiten, liberale Muslime, Christen und Juden.
Die entscheidende Frage lautet daher nicht, ob Elif Eralp Muslima ist. Die Frage lautet: Wird sie als mögliche Regierende Bürgermeisterin die säkulare Ordnung und die individuellen Freiheitsrechte auch dann verteidigen, wenn der Druck aus religiösen Communitys kommt, die sie politisch umwirbt?
Anerkennung darf nicht zur politischen Immunität werden
Eralp fordert mehr Anerkennung muslimischen Lebens. Sie kann sich einen gesetzlichen muslimischen Feiertag vorstellen und bezeichnet dies als Zeichen von „Anerkennung und Wertschätzung“. Quelle: dpa-Bericht bei n-tv
Auf ihrer eigenen Internetseite dokumentiert Eralp jedoch auch politische Vorstöße für einen Beauftragten gegen antimuslimischen Rassismus, für die Änderung des Berliner Neutralitätsgesetzes zugunsten hijabtragender Frauen und für ein Wahlrecht von Drittstaatsangehörigen auf Landes- und kommunaler Ebene. Quelle: Elif Eralp – parlamentarische Anträge