DIAKONIE UND MIGRATION: Millionen vom Staat, Lobbyarbeit für das System
Millionen aus dem Bundeshaushalt, mehr als 50 Asylberatungsstellen und fast 800.000 Euro Lobbyaufwand: Die Diakonie ist Sozialdienstleister und politischer Interessenvertreter zugleich. Unsere Recherche zeigt, wie staatliche Finanzierung, Migration und Lobbyarbeit miteinander verbunden sind.
Fast 687.000 Beschäftigte, rund 34.000 Angebote und knapp 800.000 Euro Lobbyaufwand: Die Diakonie gehört zu den mächtigsten Akteuren der deutschen Sozialwirtschaft. Zugleich betreibt sie Flüchtlings- und Migrationsberatung und kämpft politisch für mehr Geld für genau diese Strukturen. Wie eng Hilfe, öffentliche Finanzierung und Lobbyismus inzwischen miteinander verbunden sind.
Die Zahl ist beeindruckend:
686.999 hauptamtliche Mitarbeiter.
Dazu kommen rund 700.000 freiwillig Engagierte, etwa 5.000 Rechtsträger und ungefähr 34.000 Angebote.
So groß ist das Netzwerk der Diakonie in Deutschland. Nach eigenen Angaben erreicht es rund zehn Millionen Menschen. Die Diakonie Deutschland selbst bildet dabei das Dach über 17 Landesverbände, 64 Fachverbände und elf freikirchliche Mitglieder.
Die meisten Mitarbeiter beschäftigen sich keineswegs mit Flüchtlingen. 29 Prozent arbeiten in der Altenhilfe, 26 Prozent in der Kinder- und Jugendhilfe, 19 Prozent im Gesundheitsbereich und 17 Prozent in der Eingliederungshilfe.
Das muss gesagt werden, bevor man über Migration spricht.
Denn die Diakonie auf „Flüchtlingsgeschäft“ zu reduzieren, wäre sachlich falsch.
Doch ebenso falsch wäre es, ihre Rolle in der deutschen Migrationspolitik als reine Nächstenliebe ohne institutionelle Eigeninteressen darzustellen.
Die Diakonie ist gleichzeitig Sozialverband, Dienstleister, Empfänger öffentlicher Finanzierung und professioneller Lobbyist.
Und genau diese vier Rollen treffen in der Migrationspolitik aufeinander.