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Islamismus und die schweigende Mehrheit: Warum Passivität zum Sicherheitsrisiko wird

Nach islamistischen Anschlägen schweigen viele muslimische Verbände. Der Debattenbeitrag fragt, wie diese Passivität Extremismus begünstigt, warum Integration aktive Distanzierung verlangt und weshalb Politik und Gesellschaft auch die Verantwortung der schweigenden Mehrheit klarer einfordern müssen.

Islamismus und die schweigende Mehrheit: Warum Passivität zum Sicherheitsrisiko wird
Islamismus: Schweigende Mehrheit wird zum Sicherheitsrisiko.

Die Bequemlichkeit des Schweigens

Nach jedem islamistischen Anschlag wiederholt sich auf erschreckende Weise dasselbe politisch-mediale Ritual. Auch nach der tödlichen Attacke auf den Berliner Christopher Street Day am 25. Juli 2026, bei der der 21-jährige mutmaßliche Islamist Abdul Ballout mit einem Kleinbus und einer Machete im Tiergarten ein Blutbad anrichtete, eilen Politik und Medien herbei, um reflexhaft zu beschwichtigen. Gebetsmühlenartig wird betont, das Ganze habe „nichts mit dem Islam zu tun“, die Schuld liege primär bei staatlichen Versäumnissen, fehlender Deradikalisierung oder unzureichenden Präventionsangeboten.

Diese permanente Entschuldigungsrhetorik verkennt eine fundamentale historische und soziologische Lektion: Eine Ideologie oder Bewegung bemisst ihre Zerstörungskraft keineswegs nur an den Taten ihrer extremistischen Speerspitze – sondern an der Duldung, Passivität und ideologischen Verwandtschaft der breiten Masse.

Die verweigerte Distanzierung: Ein Blick auf die Realität

Wie tief die Abgewandtheit großer Teile des organisierten Islam von der Realität im Gastland verankert ist, zeigt der Blick auf die offiziellen Reaktionen nach dem CSD-Terroranschlag in Berlin.

Stand 27. Juli 2026 ist bei folgenden großen Verbänden keine eigene öffentliche Stellungnahme zum Berliner CSD-Anschlag auffindbar:

  • DITIB (Türkisch-Islamische Union der Anstalt für Religion)
  • Islamrat für die Bundesrepublik Deutschland
  • Verband der Islamischen Kulturzentren (VIKZ), einschließlich des Berliner Landesverbands
  • Koordinationsrat der Muslime (KRM) als gemeinsamer Dachverband
  • Muslimrat Berlin
  • Liberal-Islamischer Bund
  • Ahmadiyya Muslim Jamaat Deutschland

Öffentlich reagiert haben dagegen:

  • Der Zentralrat der Muslime in Deutschland (ZMD), der die Tat ausdrücklich verurteilte;
  • Der Rat der Islamischen Gemeinschaften in Hamburg (Quelle: Deutschlandfunk / Evangelischer Pressedienst).

Dass der Großteil der maßgeblichen Verbände – allen voran DITIB und der Koordinationsrat der Muslime – nach einem gezielten Anschlag auf eine der zentralen Freiheitsveranstaltungen der westlichen Welt schweigt, ist kein Versehen. Es ist ein Symptom. Es zeigt das Unvermögen oder die Unwilligkeit, sich mit den eigenen radikalen und homophoben Strömungen auseinanderzusetzen.

„Eine Verurteilung von Terrorismus darf kein taktisches Lippenbekenntnis sein, das man nur dann abgibt, wenn der mediale Druck unerträglich wird. Wo das Schweigen herrscht, beginnt die stille Duldung.“

Das Diktat der schweigenden Masse

Dass nicht jeder Muslime gewalttätig ist, ist eine Banalität. Doch in der Soziologie des Extremismus ist die reine Abwesenheit eigener Gewalt noch lange kein Garant für gesellschaftlichen Frieden.

Wenn eine Mehrheit schweigt, während eine hochaggresssive, gut organisierte Minderheit Schritt für Schritt den öffentlichen Raum, die Schulhöfe und die Kiez-Kultur dominiert, nimmt diese Mehrheit eine Schlüsselrolle ein. Sie bildet das Wasser, in dem der Fisch des Extremismus schwimmt. Ohne den sozialen Nährboden einer konservativ-orthodoxen Grundhaltung – die Kritik am Islam als Blasphemie brandmarkt, Frauenrechte untergräbt und liberale Lebensweisen als „verkommen“ ablehnt – könnten Terroristen wie Abdul Ballout niemals die nötige ideologische Bestärkung erfahren.

Wer in Europa die Augen vor der schleichenden Radikalisierung verschließt, aus Bequemlichkeit wegsieht oder aus Angst vor sozialer Ächtung im eigenen Kiez nicht lautstark aufbegehrt, macht sich mitschuldig am systematischen Verlust der Freiheit.

Zweierlei Maß bei der Verantwortung

Es offenbart eine frappierende historische und moralische Doppelmoral: Wenn es um die Aufarbeitung der deutschen Geschichte geht, ist sich der sozialwissenschaftliche Konsens einig, dass die „schweigende Mehrheit“ das NS-Regime überhaupt erst möglich gemacht hat. Niemand würde auf die Idee kommen, die Zivilbevölkerung jener Zeit mit dem Argument freizusprechen, sie habe ja nicht selbst an den Vernichtungslagern mitgebaut. Die Mitverantwortung des Mitläufers und Wegsehers ist ein Grundpfeiler unseres modernen Rechts- und Moralverständnisses.

Sobald es jedoch um den Islamismus und die Entstehung von Parallelgesellschaften geht, wird dieses Prinzip über Bord geworfen. Hier wird die Gruppe reflexhaft als Opfer struktureller Umstände inszeniert. Diese verquere Logik nimmt eine gesamte Religionsgemeinschaft aus der moralischen Pflicht und entzieht sie jeglicher Eigenverantwortung.

Integration ist Bringschuld – keine Versorgungsaufgabe

Der deutsche Staat stellt Infrastruktur, Sprachkurse, ein freies Bildungssystem, Sozialleistungen und ein Höchstmaß an religiöser Toleranz bereit. Wer diese Angebote nutzt, erbringt lediglich das Minimum dessen, was in einer Rechtsgemeinschaft erwartet werden muss.

Integration ist eine unbedingte Bringschuld. Sie erfordert nicht nur das formale Einhalten von Gesetzen, sondern ein aktives Bekenntnis zur westlich-liberalen Lebensweise – und vor allem die unmissverständliche Bereitschaft, den eigenen Kulturkreis gegen die Feinde der Freiheit in den eigenen Reihen zu verteidigen.

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|               DIE DYNAMIK DER PARALLELGESELLSCHAFT                |
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|  [ Extremistische Speerspitze ] ---> Verübt Gewalt & Terror       |
|                ^                                                  |
|                |  Gibt ideologischen & sozialen Nährboden         |
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|  [ Schweigende Mehrheit ]     ---> Passt sich an / Toloriert      |
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|                |  Verweigert Einforderung der Bringschuld        |
|                v                                                  |
|  [ Staat / Relativierer ]     ---> Exkulpierte Bringschuld        |
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Zeit für das Ende der Ausflüchte

Ein Staat, der aus Angst vor Vorwürfen der „Islamfeindlichkeit“ davor zurückschreckt, diese Bringschuld einzufordern, gibt sich selbst auf. Die Gefahr geht längst nicht mehr nur von einzelnen Gefährdern oder isolierten Zellen aus. Die wahre Gefahr liegt in der schleichenden Normverschiebung, die von einer passiven, aber in ihren Grundwerten oft hochkonservativen Mehrheit getragen und durch das Schweigen ihrer Verbände gedeckt wird.

Es darf keine Entschuldigungen mehr für das Wegsehen geben – weder vonseiten der Politik noch vonseiten der betroffenen Communities selbst. Wer die Freiheit einer offenen Gesellschaft genießen will, muss bereit sein, sie gegen die Fanatiker der eigenen Religion offen und lautstark zu verteidigen.

Debattenbeitrag, CSD-Anschlag 2026, Berlin, Islamismus, Leitkultur, Integration, Innere Sicherheit, Kollektivverantwortung, Identity & Culture, Governance, Perspectives, Disruptions

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Geschrieben von

Paul Fisher
Paul Fisher
🌴 Ökonom & konservativer schwuler Freigeist, geprägt von Deutschland, den USA und Israel. Belebt den Geist der Vossischen neu: liberal, unabhängig, kritisch. Die Polit-Bubble ohne Filter. Fakten über Gefühle. Freiheit statt Denkverbote.
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