„Israel verrecke“ und die Hamas-Frage: Die Nahost-Zerreißprobe der Linksjugend
Interne Parolen, Hamas-Debatten und ein scharfer Kurswechsel: Teil 4 rekonstruiert die Nahost-Linie der Linksjugend, dokumentierte Aussagen von Funktionären, die offizielle Beschlusslage und die Gegenpositionen im eigenen Verband – sauber getrennt nach Beleg, Einordnung und Verantwortung.
Innerhalb von zwei Jahren hat die Linksjugend ihre offizielle Nahost-Linie deutlich verändert. 2024 distanzierte sie sich ausdrücklich von der Hamas und setzte auf gleiche Rechte, Sicherheit und eine politische Lösung für Israelis und Palästinenser. Ende 2025 erklärte der Bundeskongress diese Position für unzureichend und verpflichtete Funktionäre auf eine deutlich schärfere palästinasolidarische Linie. Gleichzeitig dokumentierte der Bayerische Rundfunk Aussagen von Amtsträgern, die noch weit über diese Beschlusslage hinausgehen. Teil 4 untersucht, was tatsächlich beschlossen wurde, was einzelne Funktionäre sagten – und wo im Verband selbst Widerspruch organisiert wird.
Die entscheidende Frage lautet diesmal nicht, ob man die Politik der israelischen Regierung kritisieren darf.
Selbstverständlich darf man das.
Die entscheidende Frage lautet vielmehr: Wo verläuft innerhalb der Linksjugend die Grenze zwischen radikaler Israelkritik, Antizionismus, Hamas-Verharmlosung und Antisemitismus – und wer bestimmt diese Grenze?