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Millionen-Business mit dem Islamismus-Alarm: Wie CLAIM mit fragwürdigen Zahlen Kasse macht
Satirische Karikatur im Stil einer historischen Postkarte von 1910, in der Tradition der Illustratoren der Vossischen Zeitung: Die „Melde-Maschine der CLAIM gGmbH“ erzeugt aus Steuergeldern aufgeblähte Schockzahlen, bedient von Rima Hanano und Güzin Ceyhan, während Kritiker Sascha Adamek dies entlarvt. Exklusiv und eigenständig illustriert mit KI-Unterstützung für eine unabhängige Bildsprache abseits des Mainstreams.

Millionen-Business mit dem Islamismus-Alarm: Wie CLAIM mit fragwürdigen Zahlen Kasse macht

Ein Urteil offenbart: gGmbH CLAIM kassiert Hunderttausende Euro vom Steuerzahler für alarmistische Berichte. Ein Blick auf die dubiosen Meldezahlen, die Chefs Hanano und Ceyhan sowie das lukrative Geschäftsmodell mit der Angst.

Das Melde-Imperium im Visier: Wie eine steuerfinanzierte NGO mit Statistiken Politik macht

Ein juristischer Paukenschlag vor dem Landgericht Hamburg (Az. 324 O 305/26) hat das Scheinwerferlicht auf eine der umstrittensten Akteurinnen im Bereich der staatlich subventionierten Demokratieförderung gelenkt: Die gGmbH CLAIM („Allianz gegen Islam- und Muslimfeindlichkeit“). Kritiker werfen der Organisation seit Jahren vor, mit methodisch fragwürdigen Zahlen Alarmismus zu betreiben. Nun zeigt ein Blick hinter die Kulissen der Institution, auf ihre Finanzierungströme sowie auf den Werdegang ihrer Führungskräfte, wie lukrativ der Kampf gegen den angeblichen Dauerrassismus geworden ist.

Die Genese eines Skandals: Wenn Melde-Inflation als gesellschaftlicher Trend verkauft wird

Im Zentrum der Kritik stehen die spektakulären Lageberichte von CLAIM. So meldete die Organisation für das Jahr 2023 einen Anstieg vermeintlich antimuslimischer Vorfälle um 114 Prozent gegenüber dem Vorjahr, gefolgt von einem weiteren Plus von 60 Prozent im Jahr 2024. In der ZDF-Talkshow von Markus Lanz bezeichnete der bekannte Journalist und Buchautor Sascha Adamek („Unterwanderung – Der politische Islam weiter auf dem Vormarsch“) diese Schock-Zahlen als „glatte Fälschung“ und warf der Organisation gezielten Alarmismus vor. Im krassen Gegensatz dazu wies die offizielle Polizeistatistik für denselben Zeitraum einen Anstieg der Hasskriminalität gegenüber Muslimen von rund 26 Prozent aus.

CLAIM zog gegen Adameks Aussagen vor Gericht – und erlitt eine empfindliche Niederlage. Das Landgericht Hamburg gab dem Journalisten in den Kernpunkten recht. Der Grund: Der entscheidende methodische Mangel ist unstreitig und wurde von CLAIM selbst eingeräumt. Zwischen 2022 und 2024 hatte sich die Zahl der beteiligten dezentralen Meldestellen von ursprünglich 10 auf 26 (inzwischen 38) mehr als verdoppelt.

Wer mehr Meldestellen installiert, generiert fast automatisch mathematisch bedingt mehr Fälle. Berechnet man diesen strukturellen Effekt heraus, schrumpft der reale Zuwachs für 2024 laut internen Eingeständnissen von 60 Prozent auf 34,58 Prozent zusammen. Dennoch wurden die dramatischen Prozentwerte ungefiltert in die politische und mediale Öffentlichkeit getragen.

Der Steuergeld-Tropf: Wer finanziht CLAIM?

Lange Zeit lief CLAIM als Projekt unter wechselnden Trägerschaften, ehe sich die Verantwortlichen im Sommer 2024 strukturell verselbstständigten und die CLAIM gGmbH mit Sitz in Berlin-Mitte gründeten.

Laut den Offenlegungen der Initiative Transparente Zivilgesellschaft und dem Bundesanzeiger finanziert sich die gGmbH zu 100 Prozent aus öffentlichen Mitteln (Bundes- und Landesgelder). Zu den Hauptgeldgebern gehören:

  • Das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) im Rahmen des Bundesprogramms „Demokratie leben!“ (allein hier fließen jährlich rund 625.000 Euro).
  • Die Beauftragte der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration sowie Antirassismus.
  • Das Bundesministerium des Innern und für Heimat (BMI) über die Deutsche Islam Konferenz (DIK).
  • Das Berliner Senatsprogramm (Senatsverwaltung für Arbeit, Soziales, Gleichstellung, Integration, Vielfalt und Antidiskriminierung).

Die Gesamtsumme der jährlichen Steuergelder, die in den Apparat fließen, bewegt sich im gehobenen Sechstelligen Bereich. Kritiker wie Adamek fordern angesichts der statistischen Verzerrungen und des erwiesenen Alarmismus ein sofortiges Überdenken und Streichen dieser staatlichen Millionen-Subventionen.

Die Gesellschafter und Geschäftsführerinnen: Wer zieht die Fäden?

Ein genauer Blick in den Handelsregistereintrag (Amtsgericht Berlin-Charlottenburg, HRB 266106) und die Bilanzen der gGmbH offenbart, wer die Fäden in der Hand hält und die Anteile an der profitorientierten Gemeinnützigkeit hält: Die operative Führung liegt in den Händen zweier Co-Geschäftsführerinnen, die gleichzeitig als Gesellschafterinnen im Handelsregister eingetragen sind (mit Einlagen von jeweils 10.000 Euro): Rima Hanano und Güzin Ceyhan (unterstützt von der stellvertretenden Geschäftsführerin Jessica Bajinski).

1. Rima Hanano

  • Hintergrund & Werdegang: Jahrgang 1979. Hanano ist seit den Anfängen von CLAIM als Projektleiterin an Bord und hat die Allianz maßgeblich zu dem ausgebaut, was sie heute ist. Vor ihrer Zeit bei CLAIM war sie unter anderem in der politischen Bildungsarbeit aktiv, darunter für das umstrittene außerschulische Projekt „Junge Islamkonferenz“.
  • Netzwerke: Ihre Vernetzung reicht tief in die Berliner Verwaltung. So berief die Berliner Senatsverwaltung sie in offizielle Expertengremien zur Bekämpfung von antimuslimischem Rassismus.

2. Güzin Ceyhan

  • Studium & Ausbildung: Ceyhan absolvierte ein Studium zur Diplom-Kauffrau an der Universität Siegen und legte im Anschluss einen Master of Arts in Interkulturalität und Integration ab.
  • Werdegang: Sie ist bereits seit 2018 bei CLAIM tätig und verantwortete dort ursprünglich exakt jenen Bereich, der nun im Zentrum der Kritik steht: das Monitoring – also die Koordination und Erfassung der Vorfälle. Mit der Umwandlung in die gGmbH stieg sie zur Co-Geschäftsführerin auf.

Private Verflechtungen und Intransparenz

Während über den beruflichen Werdegang, die universitären Stationen und die administrative Verankerung der beiden Geschäftsführerinnen in staatlichen Gremien und Stiftungsnetzwerken detaillierte Spuren zu finden sind, halten sich die Akteurinnen in Bezug auf ihr privates Umfeld (Familienstand, Ehen oder Kinder) konsequent bedeckt. In offiziellen Biografien, Porträts oder Selbstverpflichtungserklärungen der gGmbH wird dazu – im Gegensatz zu den wirtschaftlichen Einlagen und institutionellen Vernetzungen – öffentlich nichts kommuniziert.

Bezeichnend ist auch die strukturelle Eigenart der gGmbH: Die Personen, die als hauptamtliche Geschäftsführerinnen die staatlichen Millionen-Zuweisungen verwalten und die Studien verantworten, sind zugleich die Eigentümerinnen der Gesellschaftsanteile.

Fazit

Der Fall CLAIM wirft ein Schlaglicht auf ein systemisches Problem in der deutschen Förderlandschaft. Wenn staatliche Stellen zivilgesellschaftliche Organisationen mit Hunderttausenden Euro ausstatten, deren Geschäftsmodell auf der Erfassung eines spezifischen gesellschaftlichen Konflikts beruht, entsteht eine gefährliche Eigendynamik.

Jeder gemeldete Vorfall und jede Steigerungsrate sichert die Existenzgrundlage, die Sichtbarkeit und das Budget des Apparats. Das Landgericht Hamburg hat mit seinem Urteil klargestellt, dass die offene Benennung dieses statistischen Alarmismus durch Journalisten von der Meinungsfreiheit gedeckt ist. Ob die Politik jedoch die Konsequenzen zieht und den Geldhahn für solche Lobby-Strukturen zudreht, bleibt die eigentliche Preisfrage.


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Geschrieben von

Leon Berger
Leon Berger
Leon Berger (*2003, München) vereint bayerisches Handwerk mit globalem Blick. Nach Abi & Volontariat schärften Einsätze in Washington D.C. und Tel Aviv sein Profil.
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