Vereitelter Brandanschlag in London
Britische Behörden vereitelten einen Brandanschlag auf eine jüdische Einrichtung. Sieben Personen wurden festgenommen. Die Polizei prüft, ob bezahlte „Stellvertreter“ für die Tat angeheuert wurden. Oberrabbiner Mirvis warnt vor einer gezielten Kampagne der Einschüchterung gegen die Gemeinde.
Festnahmen im jüdischen Viertel
In London hat die britische Anti-Terror-Polizei einen mutmaßlich geplanten Brandanschlag auf eine Einrichtung der jüdischen Gemeinde verhindert. Wie die Metropolitan Police mitteilte, wurden im Zuge einer großangelegten Operation insgesamt sieben Personen festgenommen. Die Ermittler gehen davon aus, dass die Gruppe eine gezielte Verschwörung zur Brandstiftung plante, wobei das genaue Zielobjekt innerhalb der jüdischen Gemeinde zum Zeitpunkt der Festnahmen noch nicht final identifiziert war.
Gezielte Ermittlungen gegen "kriminelle Stellvertreter"
Die Festnahmen erfolgten in den letzten 48 Stunden an verschiedenen Standorten, darunter in Harpenden, Stevenage, Ealing sowie in der Nähe von Birmingham. Ein besonders besorgniserregender Aspekt der Ermittlungen ist der Verdacht, dass die Drahtzieher sogenannte "kriminelle Stellvertreter" (criminal proxies) einsetzen. Dabei handelt es sich um Personen, die gegen Bezahlung Straftaten begehen, ohne notwendigerweise eine direkte ideologische Bindung zu den Hintermännern zu haben.
Vicki Evans, die nationale Koordinatorin der Anti-Terror-Polizei, betonte die Entschlossenheit der Behörden:
„Unsere Botschaft ist klar: Wir werden diese Einschüchterung unserer Gemeinschaften nicht tolerieren und die Verantwortlichen konsequent verfolgen.“
Serie von Angriffen alarmiert die Gemeinde
Die jüngsten Festnahmen stehen im Kontext einer Reihe von Vorfällen, die die jüdische Gemeinschaft in Großbritannien in tiefe Sorge versetzt haben:
- Golders Green: Ende März wurden mehrere Krankenwagen einer jüdischen Freiwilligenorganisation vor einer Synagoge in Brand gesteckt.
- Kenton: Ein 17-jähriger Brite wurde kürzlich wegen Brandstiftung an einer Synagoge im Nordwesten Londons angeklagt.
- Finchley & Hendon: Auch aus diesen Stadtteilen wurden in der vergangenen Woche Angriffe oder Versuche gemeldet.
Großbritanniens Oberrabbiner Ephraim Mirvis warnte angesichts dieser Entwicklung vor einer „anhaltenden Kampagne der Gewalt und Einschüchterung“. Die verstärkte Polizeipräsenz und die proaktiven Ermittlungen sollen nun sicherstellen, dass die Eskalationsspirale durchbrochen wird. Aktuell befinden sich insgesamt 13 Personen im Zusammenhang mit diesen Ermittlungen in Gewahrsam oder unter polizeilicher Aufsicht.
Tags: London, Brandstiftung, Anti-Terror-Einsatz, Jüdische Gemeinde, Metropolitan Police, Sicherheit, Großbritannien
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