„Wir verlieren das Land“: Polizisten packen schonungslos aus
Bahnhöfe, Parks, Fußgängerzonen: Polizisten von Bremen bis Konstanz brechen ihr Schweigen. Eine bundesweite Recherche zeichnet ein dramatisches Bild der inneren Sicherheit. Das Protokoll des staatlichen Kontrollverlusts – und warum Insider jetzt eine radikale Reform des Strafrechts fordern.
„WIR VERLIEREN DIESES LAND“: Polizisten aus 21 Städten packen über Gewalt und Kontrollverlust aus
Bahnhöfe, Parks, Fußgängerzonen: Polizisten von Bremen bis Konstanz brechen ihr Schweigen. Eine bundesweite Recherche zeichnet ein dramatisches Bild der inneren Sicherheit in Deutschland. Das Protokoll des staatlichen Kontrollverlusts – und warum Insider jetzt eine radikale Verschärfung des Strafrechts fordern.
In ihrem Buch „Wir verlieren dieses Land“ beschreibt die Investigativjournalistin Liv von Boetticher eine Realität, die viele Bürger so nicht kennen. Aber wie sieht der Alltag auf Deutschlands Straßen abseits der offiziellen Kriminalstatistik aus?
Über Monate hinweg haben wir mit über zwei Dutzend Polizeibeamten aus dem gesamten Bundesgebiet gesprochen. Von den Küstenstädten im Norden bis an die Alpengrenze im Süden zeichnen ihre Berichte das Bild eines Rechtsstaats, der an seine Grenzen stößt. Es ist ein sachlicher, aber tief besorgniserregender Alarmismus, der aus den Dienststellen dringt.
Kriminalität im öffentlichen Raum: Das geheime Protokoll der Dienststellen
Überlastete Reviere, klare Tätergruppen und strenge Sprachregelungen: Polizisten berichten anonym, worüber in der Politik oft geschwiegen wird. Die Lage in den Regionen im Überblick:
Nord- und Ostdeutschland: „Die Klinge sitzt heute locker“
- Bremen & Hannover: Die Beamten berichten von einer „Aufrüstungsspirale im Kleinen“. Die Hemmschwelle bei Messerdelikten sei gegen null gesunken. Wer nachts unterwegs ist, stecke vorsorglich selbst eine Waffe ein.
- Kiel: Im Streifendienst wird eine massive Verrohung registriert. Einfache Konflikte eskalieren in Sekundenschnelle.
- Berlin: Erfahrene Einsatzkräfte sprechen offen von „politischen Denkverboten“. Bestimmte Täterstrukturen bei Clankriminalität und Clustern von Migrationskriminalität dürften intern nicht beim Namen genannt werden.
- Leipzig, Halle & Magdeburg: Die Polizei kapituliert vor der Trägheit der Justiz. Täter werden festgenommen und sind am nächsten Tag wieder auf freiem Fuß. Der Abschreckungseffekt ist gleich null.
West- und Mitteldeutschland: Die Achse der Bahnhofsviertel
- Frankfurt am Main: Im berüchtigten Bahnhofsviertel hat die Brutalität bei Raub- und Sexualdelikten laut Insidern eine völlig neue Dimension erreicht.