Bürgerlich-liberale Zeitung

Briefing

Berliner Wohnungsmarkt: Die Risiken der Linken-Politik

Die Linke fordert in Berlin Mietenstopp und Enteignungen, um die Wohnungsnot zu lindern. Ökonomen warnen jedoch: Staatliche Eingriffe und Enteignungsdebatten verschärfen den Mangel, blockieren privates Kapital für dringend benötigten Neubau und belasten Steuerzahler massiv.

Warum Linke-Wohnungspolitik das Bauen stoppt statt Probleme zu lösen

Der Berliner Immobilienmarkt steht unter enormem Druck. Hohe Mieten und knapper Wohnraum belasten den Alltag vieler Hauptstädter. Die Partei Die Linke präsentiert in ihrem Wahlprogramm gewohnt radikale Antworten: Ein strikter Mietenstopp, die Ausweitung landeseigener Wohnungsbestände und teure Enteignungsdebatten sollen die Not lindern. Doch Wirtschaftsexperten, Ökonomen und Branchenverbände warnen seit Jahren vor den langfristigen Kehrseiten dieser Politik.

Das Versprechen der Linken

Im Zentrum der Programmatik steht die Idee, den Markt durch staatliche Eingriffe zu zähmen. Gefordert werden unter anderem:

  • Ein dauerhafter, gesetzlicher Deckel für Mieten.
  • Die Enteignung großer Wohnungsbaugesellschaften im Sinne von Artikel 15 des Grundgesetzes.
  • Ein massiver Ausbau landeseigener Bestände durch Aufkauf statt durch eigene Investitionen in neue Quadratmeter.

Die Fakten: Warum Ökonomen alarmstufenmäßig warnen

Kritiker und wirtschaftswissenschaftliche Institute, darunter das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) oder das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW), verweisen bei solchen Modellen auf historische Parallelen. Der bundesweit einmalige Berliner Mietendeckel, der 2020 vom Landesparlament beschlossen und vom Bundesverfassungsgericht 2021 gekippt wurde, zeigte bereits deutliche Bremsspuren:

  1. Einbruch des Angebots: Die Zahl der inserierten Mietwohnungen ging während der Laufzeit drastisch zurück, da viele Vermieter ihre Immobilien lieber verkauften oder leer stehen ließen.
  2. Fehlende Neubauimpulse: Wenn Investoren mit massiven staatlichen Eingriffen und Ertragsdeckeln rechnen müssen, fließt kein privates Kapital in dringend benötigte Neubauprojekte. Der Verband Berlin-Brandenburgischer Wohnungsunternehmen (BBU) betonte wiederholt, dass nicht Regulierungen, sondern ausschließlich das Schaffen neuer Wohnungen die Krise entschärfen kann.
  3. Milliardenkosten für den Steuerzahler: Enteignungen lösen kein einziges wohnungspolitisches Problem an neu geschaffenen Quadratmetern, sondern binden immense Summen öffentlicher Gelder, die stattdessen in Schulen, Kitas oder die Sanierung der Verwaltung fließen könnten.
„Mietpreisregulierung lindert kurzfristig Symptome für wenige Bestandsmieter, verschärft aber langfristig den Mangel für alle Wohnungssuchenden und den Nachwuchs.“ – Auszug aus einer wirtschaftswissenschaftlichen Expertise zur Berliner Wohnungspolitik.

Fazit

Das Versprechen der Linken klingt sozial, läuft ökonomisch jedoch Gefahr, das Gegenteil zu bewirken. Wer das Bauen und Investieren durch Misstrauen und Verbote erstickt, verschärft die Wohnungsnot, statt sie zu lösen.

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Geschrieben von

Cilla Zielinski
Cilla Zielinski
Medizinerin (München) & Feuilletonistin in Zürich. An der Schnittstelle von Wissenschaft, Design & Kultur. Seziert den Zeitgeist mit chirurgischer Präzision.

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