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BILDs „extreme Republik“: Warum der Vergleich von AfD und Linker an der entscheidenden Frage vorbeigeht

BILD erklärt Deutschland zur „extremen Republik“ und stellt AfD und Linke als zwei vergleichbare politische Ränder gegenüber. Doch Programme, Gerichte und Verfassungsschutzberichte zeigen: Radikale Forderungen und Verfassungsfeindlichkeit sind nicht dasselbe – und genau hier hinkt der Vergleich.

BILDs „extreme Republik“: Warum der Vergleich von AfD und Linker an der entscheidenden Frage vorbeigeht
BILD setzt AfD und Linke gleich. Programme und Gerichtsurteile zeigen, warum dieser Extremismus-Vergleich zu kurz greift. Illustration by Richard Bergsirk

BILD fragt, ob AfD oder Linke gefährlicher für Deutschland sind, und konstruiert daraus die „extreme Republik“. Doch wer Migration, Polizei, Eigentum und Verfassungsschutz tatsächlich vergleicht, erkennt: Politische Radikalität ist nicht dasselbe wie Verfassungsfeindlichkeit. Und genau diese Unterscheidung geht in der großen Extremismus-Show verloren.

BILD stellt heute eine scheinbar einfache Frage:

AfD oder Linkspartei – wer ist gefährlicher für uns?

Die Dramaturgie steht gleich mit dabei. Rechts außen die AfD, links außen Die Linke, dazwischen eine immer kleiner werdende politische Mitte. In beiden Parteien, schreibt BILD, tummelten sich Extremisten. Beide wollten ein völlig anderes Deutschland.

Das klingt ausgewogen.

Es ist aber zunächst nur eine politische Konstruktion.

Denn bevor man zwei Parteien auf einer imaginären Extremismus-Skala gegeneinander antreten lässt, müsste man etwas wesentlich Unbequemeres tun:

Man müsste untersuchen, was an ihren jeweiligen Forderungen tatsächlich extremistisch oder gar gegen die freiheitliche demokratische Grundordnung gerichtet ist.

Genau dort wird der Vergleich kompliziert.

Genau deshalb sollten wir weniger über politische Etiketten sprechen und genauer hinschauen, wer welche Ordnung tatsächlich anstrebt.

Weniger Migration ist zunächst eine politische Position