Bürgerlich-liberale Zeitung

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Brennpunkt Strafvollzug: Das Tabu der Demografie hinter Gittern

Laut Experten haben 70 bis 80 % der Häftlinge eine Migrationsbiografie. Neben akuten Sprachbarrieren und logistischen Mehrkosten für Halal-Verpflegung warnt die Gewerkschaft vor unkontrollierten Imamen und islamischer Radikalisierung.

Brennpunkt Strafvollzug: Das Tabu der Demografie hinter Gittern
Brennpunkt Strafvollzug: Das Tabu hinter deutschen Gittern

Berlin – Während die öffentliche Debatte über Kriminalität meist bei den offiziellen Zahlen der Kriminalstatistik verharrt, offenbart ein Blick hinter die Klostermauern und NATO-Draht-Zäune deutschen Justizvollzugsanstalten eine gravierende Verschiebung. Offiziell liegt der Anteil ausländischer Staatsangehöriger (ohne deutschen Pass) in Haftanstalten bundesweit bei knapp 45 Prozent – in Metropolen wie Berlin oder Hamburg nähert er sich der 60-Prozent-Marke.

Doch diese Statistik erfasst nur das Passdokument, nicht die Realität. Bezieht man Inhaftierte mit deutscher Staatsangehörigkeit ein, die über einen eigenen oder elterlichen Migrationshintergrund verfügen (einschließlich Doppelpassinhabern und Spätaussiedlern), verändern sich die Relationen fundamental.

Fachleute, Kriminologen und die Strafvollzugsgewerkschaft (BSBD) schätzen den tatsächlichen Anteil von Inhaftierten mit Migrationsbiografie im Gesamtvollzug mittlerweile auf 70 bis 80 Prozent.

Die neue Normalität: Deutsche ohne Migrationsgeschichte in der Minderheit

Nimmt man kriminologische Sondererhebungen und Schätzungen aus den Bundesländern als Maßstab, erweist sich das Bild in deutschen Haftanstalten als beispiellos umgekehrt:

  • Bundesweiter Gesamtvollzug (ca. 70 % Migrationshintergrund): Nur noch jeder dritte Häftling in Deutschland ist ein Deutscher ohne Migrationsbiografie.
  • Stadtstaaten und Metropolen (bis zu 80 % Migrationshintergrund): In Ballungsräumen wie Berlin, Hamburg oder Teilen von Nordrhein-Westfalen und Hessen gehört nur noch jeder fünfte Einsitzende zur Bevölkerungsgruppe ohne Migrationsgeschichte.
  • Jugendstrafvollzug (ca. 80 % Migrationshintergrund): Unter den jugendlichen und heranwachsenden Straftätern ist die Entwicklung besonders ausgeprägt. Hier stellt die Gruppe der Inhaftierten ohne Migrationshintergrund im Schnitt nur noch jeden vierten Insassen.
„Wir erleben im Vollzug eine demografische Realität, die das Personal täglich vor immense Herausforderungen stellt“, warnt der Bund der Strafvollzugsbediensteten (BSBD). „Sprachbarrieren, kulturelle Entfremdung und die Bildung geschlossener Subkulturen machen eine klassische Resozialisierung streckenweise unmöglich.“

Der Muslimanteil hinter Gittern: Bis zu ein Drittel aller Insassen