Aus Tradition Bürgerlich Liberal

Das himmlische Outsourcing: Wie der Herrgott das Asylgeschäft entdeckte

Wenn das Orgelspiel plötzlich an der Parteizugehörigkeit scheitert: Die Kirchen bekämpfen die Opposition, während die Caritas- und Diakonie-Kassen dank der Asylindustrie klingeln. Eine Realsatire über den schleichenden Ausverkauf von Tradition und Glauben und den Abschied an der Kirchenkasse.

Das himmlische Outsourcing: Wie der Herrgott das Asylgeschäft entdeckte
Kirchen sperren AfD-Mandatsträger aus und betreiben die Asylindustrie. Millionen Wähler wenden sich ab. Ein ironischer Blick auf den Kirchenaustritt. Illustration by Richard Bergsirk

Das himmlische Outsourcing: Wie der Herrgott das Asylgeschäft entdeckte - Eine Realsatire

Kassel / Rom / Berlin – Man muss den Kirchen eines lassen: Betriebswirtschaftlich haben sie die Zeichen der Zeit erkannt. Während die Mitgliederzahlen sinken wie Steine im Jordan, brummt in den Katakomben ein Industriezweig, den man früher wohl schlicht Nächstenliebe nannte, der heute aber eher an ein hochsubventioniertes mittelständisches Logistikunternehmen mit himmlischem Siegel erinnert: die heilige Asyl- und Wohlstandsindustrie.
Neulich in Kassel. Ein Organist wagt es, sein musikalisches Pedalspiel mit einem Parteibuch der AfD zu kreuzen. Skandal! Die Kirche, sonst stets bemüht, bei jedem gesellschaftlichen Trend von Gendersternchen bis Klimakleber ganz vorne mitzamarschen, zieht die Notbremse. Ein AfD-Mandat an der Orgel? Wo kämen wir denn hin, wenn der Mann, der Bach intoniert, am Ende noch die falsche Vorstellung von Landesgrenzen hat? Der Fall landete vor dem Arbeitsgericht, und die Botschaft der Kirchenleitung ist glasklar: Jesu Botschaft war zwar universell, aber sie schloss ganz offensichtlich die falsche Opposition aus. Jesus hat zwar alle umarmt, aber eben nicht jeden ins Gemeindebüro gelassen. Vor allem dann nicht, wenn er es wagt, das goldene Kalb der ungesteuerten Zuwanderung anzukratzen.

Inquisition 2.0: Der Scheiterhaufen brennt digital

Man reibt sich verwundert die Augen. Glaubt man den Kirchenfürsten in Rom und den evangelischen Landeskirchen, ist man im Kampf gegen Rechts mittlerweile moralisch so weit fortgeschritten, dass man die Inquisition direkt aus dem Mottenkasten geholt hat – nur eben modern, bürokratisch und mit nettem Kaffeetisch nach dem Gottesdienst.
Der Kretin mit dem AfD-Mandat wird aus dem Kirchturm gejagt. Warum verbrennen wir sie nicht gleich auf dem Vorplatz, nachdem man ihnen das Geständnis abgefoltert hat, mit dem Teufel (oder zumindest mit Björn Höcke) im Bunde zu sein? Es fehlt eigentlich nur noch das Ketzergewand und der päpstliche Ablassbrief gegen den Verfassungsschutzbericht.
Doch Moment. Schauen wir uns im kirchlichen Biotop um. Wie war das eigentlich noch gleich mit der anderen Seite des politischen Spektrums?

Die Linke, die Rote Hilfe und der duftende Weihrauch

Man fragt sich unwillkürlich: Gilt diese strenge moralische Passantenkontrolle eigentlich für alle Ränder? Steht in den Statuten der Caritas oder der Diakonie ein unmissverständlicher Unvereinbarkeitsbeschluss für Mitglieder der Partei Die Linke?
Weit gefehlt! Die Kirche hat offenkundig überhaupt kein Problem mit roten Kadern, radikalen Parolen, der Roten Hilfe oder all jenen, die sich im Dunstkreis von anti-israelischen und anti-zionistischen Kundgebungen tummeln. Solange man die richtige Haltung zu weltweiten Kollektivschulden, antikapitalistischen Parolen und offenen Grenzen pflegt, drückt der liebe Gott – beziehungsweise der zuständige Personalchef im Ordinariat – gerne beide Augen zu. Der Antisemitismus im feinen akademischen oder linksradikalen Gewand riecht im Weihrauchfass offenbar deutlich angenehmer als ein bürgerliches Migrationsskeptizismus-Mandat aus der Provinz.

Remigration? Aber bitte nicht bei den Margen!

Und damit wären wir beim wahren Kern der göttlichen Aufregung. Es geht längst nicht mehr nur um Moral, sondern um knallharte Bilanzen.
Sind wir doch mal ehrlich: Warum bricht denn in den Kirchenspitzen sofort Panik aus, wenn Wörter wie Migrationsbegrenzung oder gar Remigration fallen? Die Antwort ist simpel: Die Kirchen sind längst zu den erfolgreichsten Globalisierungs- und Asyl-Managern der Republik aufgestiegen.
Caritas und Diakonie sind gigantische Wirtschaftskonzerne, deren Überleben zu großen Teilen an staatlichen Zuweisungen für Unterbringung, Betreuung, Sprachkurse und Sozialadministration hängt. Jeder Asylantrag, jeder neu geschaffene Verwaltungsakt, jede staatlich finanzierte Unterbringungsinitiative sichert tausende Arbeitsplätze in den kirchlichen Wohlfahrtsverbänden. Die Kirche ist der größte Wohlfahrts-Arbeitgeber des Landes – und der Markt für Migration ist ihr profitabelster Wachstumsmotor.
Wer da an Obergrenzen denkt oder gar den heiligen Kreislauf der Zuwanderungsindustrie stört, legt Hand an die eigene Bilanz. Kein Wunder, dass man da hysterisch reagiert. Wenn die Migrationsströme versiegen würden, müssten im Pfarrheim womöglich die Lichter ausgehen, weil die staatlichen Subventionspumpe langsamer läuft. Da schützt man die heilige Kuh der Asylindustrie eben mit den Waffen des Arbeitsrechts.

Der Abschied an der Kirchenkasse

Millionen Wähler, die die Schnauze voll haben von dieser ideologischen Verengung, ziehen längst ihre Konsequenzen. Die Kirchen, ohnehin auf dem absteigenden Ast und von Selbstzweifeln zerfressen, treiben mit dieser Politik die letzten verbliebenen traditionellen Steuerzahler und Beter aus den Hallen.
Wenn der Mann und ich jetzt offiziell unsere Austrittserklärungen unterschreiben – er bei den Evangelischen, ich bei den Katholiken –, dann tun wir das nicht, weil wir den Glauben verloren hätten. Sondern weil wir den Eindruck haben, dass der liebe Gott schon längst aus dem Gebäude ausgezogen ist und den Schlüssel an einen überbezahlten Verbandsgeschäftsführer übergeben hat, der gerade den nächsten Förderantrag für ein interkulturelles Strickprojekt ausfüllt.
Möge die letzte Gemeinde das Licht ausmachen. Die Kasse jedenfalls stimmt noch.

Diesen Artikel teilen
Teilen

Geschrieben von

Cilla Zielinski
Cilla Zielinski ist Medizinerin und Feuilletonistin. Sie schreibt an der Schnittstelle von Wissenschaft, Design und Kultur und analysiert gesellschaftliche Trends mit präzisem, nüchternem Blick.

Als nächstes lesen

Saudi-Arabiens Einfluss auf Deutschlands Islam: weniger Moscheebau, mehr Ideologie und Netzwerke

Saudi-Arabiens Einfluss auf Deutschlands Islam: weniger Moscheebau, mehr Ideologie und Netzwerke

Saudi-Arabien finanzierte in Deutschland eine eigene Schule, förderte Studien in Medina und verbreitete wahhabitische Literatur. Direkte Moscheesteuerung ist heute kaum belegbar – doch religiöse Netzwerke wirken weiter. In Saudi-Arabien selbst sind öffentliche Kirchen verboten.
Von Jonathan Falk •