Bürgerlich-liberale Zeitung

Briefing

Der Skandal von Gnarrenburg eskaliert

Ein 14-jähriges Mädchen wird Opfer einer grausamen Gruppenvergewaltigung in Gnarrenburg. Doch statt harter Strafen stellt die Staatsanwaltschaft das Verfahren ein, weil das Opfer in Schreckstarre verfiel. Ein fatales Signal, denn nun steht der Verdacht einer weiteren Tat im Raum.

Der Skandal von Gnarrenburg eskaliert
Der Skandal von Gnarrenburg eskaliert

Wenn Experten die Täter verstehen wollen, die Justiz sich mitschuldig macht und das Leben von Kindern zerstört wird

Ein 14-jähriges Mädchen, eingepfercht im Obergeschoss eines Jugendzentrums – einem Ort, der eigentlich Schutz, Gemeinschaft und Unbeschwertheit bieten sollte. Die Tür wird mit einem schweren Billardtisch verbarrikadiert, die Musik bis zum absoluten Anschlag aufgedreht, um jeden Schrei, jedes Wimmern und jedes Flehen um Hilfe gnadenlos zu ersticken. Drei junge Männer, die sich mit roher Gewalt nehmen, was sie wollen, während ihr Opfer in nackter Todesangst erstarrt. Was in Gnarrenburg passierte, ist ein Verbrechen, das in seiner Kaltblütigkeit, seiner Planung und seiner puren Menschenverachtung sprachlos macht.

Doch anstatt dass der Rechtsstaat nach einer solchen Tat mit voller Härte zurückschlägt und die Gesellschaft sich wie ein unüberwindbarer Schutzwall vor das Opfer stellt, erleben wir einen unerträglichen Reflex der Verharmlosung und ein beispielloses Versagen der Institutionen.

Während eine ermittelnder\ Staatsanwältin die unglaubliche Lebensfremdheit besitzt, aus der biologisch völlig normalen Schreckstarre eines in die Enge getriebenen Kindes ein fehlendes „erkennbares Wehren“ zu konstruieren, übernehmen Kriminologen, Soziologen und Psychologen in der öffentlichen Debatte nahtlos den nächsten fatalen Schritt: die systematische Pathologisierung und Entschuldigung der Täter.

Die tödliche Konsequenz juristischer Kapitulation

Dieses Versagen hat mittlerweile Dimensionen angenommen, die den Rechtsstaat in seinen Grundfesten erschüttern. Denn die Entscheidung der Staatsanwaltschaft, das Verfahren mit einer derart zynischen Begründung einzustellen, war nicht nur ein juristischer Fehler – sie war ein Freifahrtschein. Es steht mittlerweile der unfassbare Verdacht im Raum, dass diese jungen Männer in der Zwischenzeit ein weiteres Mädchen vergewaltigt haben.