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Kolumnen

Die Anmassung der Intoleranz: Warum nicht die Andersdenkenden, sondern die Autorin selbst den Dialog verweigert

Katja Kullmann erklärt politische Andersdenkende zum Problem – und offenbart dabei vor allem ihre eigene Intoleranz. Wer Dialog nur akzeptiert, wenn das Gegenüber am Ende bekehrt ist, verwechselt Debatte mit Missionierung und Empathie mit politischer Unterwerfung.

Die Anmassung der Intoleranz: Warum nicht die Andersdenkenden, sondern die Autorin selbst den Dialog verweigert
Katja Kullmann will Andersdenkende nicht verstehen, sondern bekehren. Ein Kommentar über Intoleranz im Gewand moralischer Überlegenheit. Illustration by Richard Bergsirk

Es ist ein wiederkehrendes Schauspiel in den Feuilletons dieses Landes: Autorinnen und Autoren ziehen sich in das bequeme Biotop einer vermeintlichen moralischen Elite zurück, um mit dem Zeigefinger auf all jene zu deuten, die es wagen, auszuscheren. Katja Kullmann hat in ihrem taz-Essay genau das zelebriert. Nach angeblich jahrelangen, vergeblichen Versuchen, ihre westdeutschen Bekannten – die sie herablassend als „AfD-Boys“ tituliert – von ihrer eigenen Weltsicht zu überzeugen, bricht sie den Stab über ihnen. Sie fordert keine Auseinandersetzung; sie fordert Unterwerfung unter das eigene Weltbild.

Wer den Text unvoreingenommen liest, stellt schnell fest: Hier wird die Realität komplett auf den Kopf gestellt. Nicht die kritisierten Männer sind es, die nicht diskussionsfähig sind – es ist die Autorin selbst.