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Investigativ

„Für Polizei kein Platz“

Die Berliner Linksjugend nennt die Polizei einen „kriminellen Clan“. Doch dahinter steckt mehr als ein Social-Media-Ausfall: Offizielle Beschlüsse fordern Defunding, stellen Polizei und Sicherheitsbehörden grundsätzlich infrage

„Für Polizei kein Platz“
Die Berliner Linksjugend greift die Polizei an und lehnt zentrale Sicherheitsorgane ab. Was ihre eigenen Beschlüsse über den Kurs zeigen Illustration by Richard Bergsirk

Wie die Berliner Linksjugend die eigene Partei unter Druck setzt

Teil 6 der investigativen Serie über die Linksjugend [’solid]

Während die Berliner Linke nach ihrem Wahlsieg mit SPD und Grünen über eine Regierungsbildung spricht, verfolgt ihr Jugendverband einen deutlich anderen Kurs. Die Linksjugend Berlin erklärt in offiziellen Beschlüssen Polizei, Bundeswehr und Verfassungsschutz zu Institutionen, für die in ihrer Vorstellung einer sozialistischen Gesellschaft „kein Platz“ sei. Wenige Tage nach der Wahl bezeichnete sie die Berliner Polizei öffentlich als „kriminellen Clan“. Die Recherche zeigt: Das war kein isolierter Social-Media-Ausfall. Die Konfrontation mit Polizei, Sicherheitsbehörden und Regierungsbeteiligung ist Teil einer beschlossenen politischen Strategie.

Am 25. September 2026 standen zwei politische Welten der Berliner Linken unmittelbar nebeneinander.

Linksjugend: Wer führt den Jugendverband wirklich?
Wer führt die Linksjugend wirklich? Teil 2 untersucht Bundessprecher, Arbeitskreise, Delegiertenmacht und Verbindungen zur Partei Die Linke. Im Zentrum steht die Frage, welche Strömungen den Kurs prägen – und wie groß der Einfluss einzelner Netzwerke tatsächlich ist.

Auf einem Sonderparteitag bereitete sich die Partei darauf vor, nach ihrem Wahlsieg Verantwortung für die Hauptstadt zu übernehmen. Die Delegierten beschlossen mit deutlicher Mehrheit, SPD und Grüne zu Gesprächen über eine Regierungsbildung einzuladen. Spitzenkandidatin Elif Eralp erklärte, die Partei müsse die Verantwortung aus ihrem Wahlergebnis wahrnehmen. Berliner Zeitung

Auf derselben Veranstaltung trat eine junge Rednerin auf, die von mehreren Medien als Sprecherin der Linksjugend bezeichnet wurde und sich als „Lila“ vorstellte.

Ihre Botschaft war eine andere.

Der „kriminelle Clan“ sei die Polizei

Am selben Tag hatte in Berlin ein Schulstreik gegen die Wehrpflicht stattgefunden. Anschließend sagte Lila auf dem Linken-Parteitag mit Blick auf die Debatte über bewaffnete Clans, das eigentliche Problem seien jene, die mit Handschuhen und Knüppeln in den Schülerstreik gegangen seien.

Gemeint war die Berliner Polizei.