Bürgerlich-liberale Zeitung

Briefing

In Norwegen Staatsmotto, in Deutschland Straftat? Der absurde Streit um „Alles für Deutschland“

König Haakon VIII. wählt das Motto „Alles für Norwegen“. Während dies dort demokratische Tradition ist, gilt „Alles für Deutschland“ hier als Straftat. Ein kritischer Blick auf § 86a StGB, den Fall Höcke und die Frage, wie viel Macht wir der NS-Diktatur noch über unsere Sprache geben wollen.

In Norwegen Staatsmotto, in Deutschland Straftat? Der absurde Streit um „Alles für Deutschland“
Norwegen vs. Deutschland: Ein absurdes Sprachverbot? Mit KI generierte Illustration

„Alt for Norge.“ – Alles für Norwegen.

Mit diesen drei Worten hat König Haakon VIII. am 28. August 2026 sein königliches Motto bekanntgegeben. Er übernimmt damit bewusst den Leitspruch seines Vaters Harald V., seines Großvaters Olav V. und seines Urgroßvaters Haakon VII.

Niemand in Oslo ruft deshalb nach der Staatsanwaltschaft.

Niemand erklärt den neuen norwegischen König zum Extremisten.

Niemand fragt ernsthaft, ob es demokratiegefährdend sein könnte, wenn das Staatsoberhaupt öffentlich erklärt, alles für sein Land geben zu wollen.

Im Gegenteil. „Alt for Norge“ steht seit mehr als einem Jahrhundert für die Verpflichtung des Monarchen gegenüber seinem Land. Das norwegische Königshaus übersetzt den Satz sinngemäß selbst mit „We give our all for Norway“. Haakon VII. wählte ihn bereits 1905. Harald V. führte ihn fort – und am 28. August 2026 erklärte Haakon VIII. offiziell, dass auch er dieses Motto übernehmen werde.

Und in Deutschland?