Zwischen Toleranz und Tabu: Wenn der orthodoxe Alltag zur Bedrohung wird
Homophobe Angriffe wie in Bremen häufen sich. Statt gegen Islamophobie zu kämpfen, muss Deutschland den orthodoxen Islam als Alltagsrealität benennen.
Die Debatte um gesellschaftliche Fehlentwicklungen in deutschen Großstädten kreist seit Jahren um falsche Begriffe. Während Politiker und linke Diskurse gebetsmühlenartig vor einem abstrakten, politisierten „Islamismus“ warnen oder reflexhaft jede Kritik unter dem Deckmantel der „Islamophobie“ abwürgen, wird ein grundlegenderes Problem systematisch verdrängt: Es ist nicht die radikale politische Ideologie einer Minderheit, die den öffentlichen Raum prägt, sondern der orthodoxe Islam als gelebte Mehrheitspraxis in bestimmten Milieus.
Wenn junge Männer aus patriarchalisch geprägten Kulturkreisen ihre archaischen Normen im urbanen Raum ungefiltert „entfalten“, bekommen das vor allem jene zu spüren, die nicht in dieses Weltbild passen. Der Vorfall am Rande der Einheitsfeier in Bremen, bei dem homosexuelle Paare von jungen Arabern physisch attackiert wurden, ist kein bedauerlicher Einzelfall, sondern Symptom einer tiefgreifenden Fehlsteuerung.