Die ewigen Hälse hinter den Köpfen
Der Fall Block führt plötzlich bis ins Herz des BND: August Hanning und sein früherer Büroleiter wurden festgenommen. Fast 2.000 interne Dokumente stehen im Raum. Und in Hamburg bleibt eine brisante Frage offen: Warum wurde Innensenator Andy Grote bislang nicht als Zeuge gehört?
Der Fall Block führt bis zum BND: Zwei Festnahmen, 2.000 Akten – und der Senator, den das Gericht nicht hörte
Was als spektakulärer Prozess um die Entführung zweier Kinder begann, reicht plötzlich bis in die ehemalige Führungsspitze des deutschen Auslandsgeheimdienstes. Ex-BND-Präsident August Hanning und sein früherer Büroleiter wurden festgenommen. Die Spur entstand aus Ermittlungen im Block-Komplex. Und in Hamburg bleibt eine andere Frage offen: Warum wurde Innensenator Andy Grote bis heute nicht vernommen?
Es gibt Tage, an denen eine Nachricht die Dimension eines ganzen Strafverfahrens verändert.
Der 6. Oktober 2026 ist ein solcher Tag.
Der frühere Präsident des Bundesnachrichtendienstes August Hanning ist festgenommen worden. Doch er ist nicht allein. Ebenfalls festgenommen wurde sein früherer Büroleiter Manfred D. – ein Mann, dessen Name der Öffentlichkeit kaum etwas sagte, der für die politische Dimension dieser Affäre aber womöglich wichtiger ist als der prominente Ex-Geheimdienstchef.
Denn während Hanning den Staatsdienst längst verlassen hatte, blieb sein ehemaliger Mitarbeiter über Jahre im Zentrum des Apparats.
Nach Angaben des Generalbundesanwalts besteht gegen Hanning unter anderem der Verdacht der landesverräterischen Ausspähung, des Auskundschaftens von Staatsgeheimnissen, des versuchten Landesverrats und geheimdienstlicher Agententätigkeit. Manfred D. wird Beihilfe vorgeworfen. Für beide gilt die Unschuldsvermutung.

Der ungeheuerliche Teil dieser Geschichte beginnt jedoch nicht beim BND.
Er beginnt beim Fall Christina Block.
