taz fordert Sanktionen gegen Israel – und weint, weil Israel sie nicht reinlässt.
taz fordert militärische Sanktionen gegen Israel – und ist empört, dass Israel sie nicht reinlässt. Bilanceri nannte Israel Apartheid-Staat und verlangte Sanktionen. Israel reagiert nach eigenem Gesetz. Die taz schreit Pressefreiheit. Wer Boykott will, muss nicht reinkommen.
Liebe taz, herzlichen Glückwunsch: Ihr habt es geschafft.
Israel hat eurer Korrespondentin Serena Bilanceri das Arbeitsvisum und die Einreise verweigert. Grund: Sie hat in zwei Kommentaren (September und November 2025) ausdrücklich finanzielle und militärische Sanktionen gegen Israel gefordert, Israel als Apartheid-Staat bezeichnet und der internationalen Gemeinschaft nahegelegt, endlich Druck zu machen. Das Diaspora-Ministerium hat das als Boykottaufruf gewertet – und das israelische Einreisegesetz sagt dazu schlicht: Wer öffentlich zum Boykott aufruft, muss nicht reingelassen werden. Avi Cohen Scali hat’s noch mal auf den Punkt gebracht: Leute, die Israel verleumden und Boykott unter dem Deckmantel des Journalismus betreiben, sollen keinen Fuß ins Land setzen.
Die taz ist natürlich empört. „Erheblicher Eingriff in die Pressefreiheit!“ „Netanjahu verlässt den Boden der demokratischen Rechtsstaatlichkeit!“ „Nur legitime Kritik!“ – alles aus dem Repertoire. Man könnte fast glauben, die arme Frau Bilanceri hätte lediglich mal vorsichtig angemerkt, dass Siedlergewalt nicht so toll ist. Stattdessen hat sie ganz offen Sanktionen gefordert, inklusive militärischer. Das ist für Israel offenbar ein Unterschied. Für die taz offensichtlich nicht.
Ironischerweise ist das ja genau die Haltung, die die taz sonst überall verteidigt: Staaten dürfen entscheiden, wen sie reinlassen. Wer öffentlich Strafmaßnahmen gegen ein Land fordert, muss damit rechnen, dass dieses Land sagt: „Nee, danke.“ Das machen die USA, Frankreich, Deutschland und praktisch jedes andere Land auch. Nur wenn Israel es macht, wird daraus plötzlich der Untergang der Demokratie. Praktisch.
Die taz ist seit 1978 das, was sie ist: ein offenes linkes Alternativblatt. New Left, grün, antikapitalistisch, „systemkritisch“, Genossenschaft der eigenen Leserschaft. Das steht so in jeder seriösen Beschreibung und in ihrer eigenen Selbstdarstellung. Wenn so ein Blatt eine Korrespondentin Kommentare schreiben lässt, in denen sie Israel Apartheid nennt und militärische Sanktionen fordert, dann ist das politische Intervention. Dass die Texte als „Kommentar“ gekennzeichnet sind, ändert daran nichts. Es macht es nur transparenter.
Israel hat nicht die gesamte taz verboten. Es hat nicht die Berichterstattung aus dem Land untersagt. Es hat einer Person, die wiederholt Sanktionen und Boykott-ähnliche Maßnahmen gefordert hat, die dauerhafte Akkreditierung verweigert. Das ist keine Zensur. Das ist die logische Konsequenz der eigenen Texte. Wer militärische Sanktionen gegen ein Land im Krieg mit der Hamas fordert, darf sich nicht wundern, wenn dieses Land sagt: „Dann berichtet halt von Jordanien aus weiter.“
Aber klar – die taz sieht das anders. Bei ihr ist jede Kritik an Israel automatisch „Journalismus“ und jede Gegenreaktion Israels automatisch „undemokratisch“. Das ist kein Missverständnis. Das ist das Geschäftsmodell. Und genau deshalb funktioniert der Fall so wunderbar als Rage-Bait: Weil die Empörung schon vorprogrammiert ist, bevor irgendjemand den genauen Wortlaut der Kommentare gelesen hat.
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