Das doppelte Maß auf dem Rasen
Warum der deutsche Fußball vor dem Islam kapituliert
Man stelle sich vor, ein deutscher Nationalspieler kniet nach dem Schlusspfiff auf dem Rasen nieder, formt ein Kreuz und dankt Jesus Christus für den Sieg. Mehr noch: Er bittet die Spieler der gegnerischen Mannschaft, sich ihm anzuschließen, um gemeinsam im Mittelkreis zu beten. Was würde am nächsten Morgen in den Redaktionsstuben der Republik passieren? Die Schlagzeilen würden überquellen vor Warnungen vor „religiöser Missionierung im Sport“, „ultrakonservativen Rollenbildern“ und einer „gefährlichen Vermischung von Privatsache und öffentlicher Bühne“.
Genau das erlebte die deutsche Nationalmannschaft unlängst beim Länderspiel gegen Curaçao. Als Felix Nmecha und Jonathan Tah nach dem souveränen 7:1-Sieg gemeinsam mit den Spielern der gegnerischen Mannschaft mitten auf dem Feld beteten, hielt der politisch korrekte Medienbetrieb kollektiv den Atem an. Es war nicht das erste Mal, dass Nmecha aneckte. Wer es wagt, die moderne, schrille Pride-Ideologie aus einem traditionell-christlichen Glaubensverständnis heraus zu kritisieren, wird im modernen Kulturbetrieb des Fußballs schnell als „persona non grata“ gebrandmarkt.
Doch während das christliche Bekenntnis im Stadion argwöhnisch seziert, skandalisiert und vom öffentlich-rechtlichen Rundfunk als potenziell „demokratiefeindlich“ kontextualisiert wird, feiert derselbe Apparat ein ganz anderes Phänomen als Meilenstein der Toleranz: die flächendeckende Einführung von offiziellen Ramadan-Pausen mitten im laufenden Spielbetrieb.
Woher kommt dieses messerscharfe zweierlei Maß? Und warum war es ausgerechnet der FC Schalke 04, der in Nordrhein-Westfalen – einem Bundesland, das durch eine verfehlte Migrationspolitik mancherorts an der Schwelle zur schleichenden Islamisierung steht – vor dieser religiösen Landnahme als Erster einknickte?
Schalke 04 als Vorreiter: Vorauseilender Gehorsam im Revier
Es entbehrt nicht einer gewissen Ironie, dass ausgerechnet der FC Schalke 04 – einst der Inbegriff des malochenden, bodenständigen Ruhrpott-Klubs – zum Speerwurf einer religiösen Privilegienarchitektur im deutschen Fußball wurde. Wenn Schiedsrichter in Spielen der Königsblauen die Partie unterbrechen, damit fastende Profis pünktlich bei Sonnenuntergang Energiegels und Datteln am Spielfeldrand konsumieren können, wird dies von den Vereinsbossen als „Akt der Humanität und Fürsorge“ verkauft.
In Wahrheit ist es ein Kniefall vor den Forderungen einer spezifischen Religion. Nordrhein-Westfalen hat sich in den letzten Jahrzehnten durch strukturelles Staatsversagen zu einem Hotspot des politischen Islams und konservativer Milieus entwickelt. Dass ein Verein aus diesem Epizentrum als Erster einknickt und den Spielbetrieb den religiösen Speisevorschriften einer Minderheit unterwirft, ist kein Zufall, sondern das Ergebnis eines vorauseilenden Gehorsams.
Hier wird das Spiel, das eigentlich Millionen Menschen unabhängig von Herkunft und Religion verbinden sollte, strukturell unterbrochen. Der säkulare Raum des Stadions wird freiwillig geräumt.
Die große Heuchelei: Der blinde Fleck bei der Homophobie
Besonders brisant wird die Debatte, wenn man die moralischen Maßstäbe anlegt, die der DFB und die Vereine sonst wie eine Monstranz vor sich hertragen. Seit Jahren inszeniert sich der Profifußball als Speerspitze im Kampf für Diversität. Kapitänsbinden in Regenbogenfarben, bunte Eckfahnen und endlose PR-Kampagnen sollen signalisieren: Der Fußball ist queerfreundlich.
Wenn nun ein Felix Nmecha auf Instagram Beiträge teilt, die die Auswüchse der modernen Pride-Bewegung hinterfragen, brennt der Baum. Dabei unterscheidet die christliche Ethik im Kern sauber: Sie verurteilt die Herabwürdigung des Menschen (Homophobie), lehnt jedoch die politische Ideologisierung ab. Diese Nuance wird in den Medien bewusst überhört, um den Spieler zu ächten.
Blickt man jedoch auf die Ramadan-Pausen und die Akzeptanz des Islams im Fußball, mutiert diese moralische Entrüstung zum Totalausfall:
- Das Paradoxon des fundamentalen Islams: Der orthodoxe Islam vertritt in weiten Teilen ein Familien- und Sexualbild, das in krasser Opposition zu westlichen Werten steht. Homosexualität ist in vielen islamisch geprägten Kulturkreisen nicht nur verpönt, sondern wird aktiv verfolgt.
- Das Schweigen der Verbände: Warum schweigen die Ethik-Kommissionen und Diversitätsbeauftragten, wenn Ligen und Vereine Strukturen hofieren, deren religiöse Grundlagen homophobe Tendenzen nicht nur tolerieren, sondern theologisch begründen?
- Zweierlei Maß bei Gesten: Während christliche Gesten als „aufdringlich“ gelten, werden islamische Symbole auf dem Platz – wie der von Antonio Rüdiger gezeigte Tauhid-Finger – von den Medien in Schutz genommen. Kritik an solchen Symbolen wird postwendend als „Rassismus“ deklariert.
Diese Asymmetrie entlarvt die Debatte. Die Kritik an konservativen christlichen Spielern ist doppelzüngig. Sie speist sich aus einem tiefsitzenden Kulturhass auf die eigenen, historisch gewachsenen Traditionen des Westens, während man vor dem Islam aus Angst vor dem Vorwurf der Intoleranz kuscht.
Die Wahrheit über das Fasten: Physische Selbstüberschätzung auf Vereinskosten
Die Befürworter der Ramadan-Pausen argumentieren rein pragmatisch: Es gehe um die „Gesundheit der Spieler“. Ein dehydrierter Profi auf dem Platz sei ein sportliches und finanzielles Risiko für den Verein.
Das ist richtig – greift aber zu kurz. Denn es stellt sich die fundamentale Frage der Professionalität:
„Wer einen Millionenvertrag im Profisport unterschreibt, schuldet dem Verein und den Fans zuallererst eines: die Erbringung der maximalen sportlichen Leistung. Wer durch einen freiwilligen, religiösen Totalverzicht auf Wasser und Nahrung tagsüber seine Leistungsfähigkeit nachweislich schwächt, verletzt seine vertraglichen Pflichten.“
Der Islam selbst bietet hierfür theologische Auswege. Offizielle Rechtsgutachten (Fatwas), wie die der renommierten Al-Azhar-Universität, stellen klar, dass Profisportler das Fasten an Spieltagen brechen und in der spielfreien Zeit nachholen dürfen. Spieler wie Ilkay Gündogan oder Mesut Özil haben dies in der Vergangenheit praktiziert. Wenn Spieler sich heute dennoch weigern und stur durchfasten, ist das kein medizinisches Problem, das der Verband durch Sonderpausen lösen muss, sondern eine bewusste, private Entscheidung gegen die maximale Leistungsfähigkeit.
Die einzig konsequente und marktwirtschaftliche Reaktion der Vereine müsste lauten: Wer fastet und deshalb nicht die volle Leistung bringt, spielt nicht – und wird für diesen Zeitraum auch nicht bezahlt. Ein Angestellter in der freien Wirtschaft kann schließlich auch nicht erwarten, dass sein Arbeitgeber den Produktionsprozess unterbricht, weil er sich privat zu einer körperlich schwächenden Praxis entschieden hat.
Das christliche Fasten: Warum es keine „Oster-Pausen“ gibt
Gerne wird von Verteidigern der spirituellen Vielfalt eingewandt, man müsse eben für alle Religionen offen sein. Doch wo bleiben die Extrawürste für gläubige Christen? Die Antwort liegt in der Natur der Sache und entlarvt den strukturellen Unterschied.
Das traditionelle christliche Fasten – etwa in den sieben Wochen vor Ostern – fordert den Verzicht auf bestimmte Genussmittel, Fleisch oder die Beschränkung der Mahlzeiten. Niemals jedoch verbietet das Christentum seinen Gläubigen, tagsüber Wasser zu trinken. Es kommt im christlichen Fasten nicht zu einer akuten, lebensbedrohlichen Dehydration während eines 90-minütigen Fußballspiels. Ein christlicher Spieler benötigt keine Spielunterbrechung, um gesund zu bleiben. Er trinkt einfach aus der Flasche am Spielfeldrand, wenn der Ball im Aus ist.
Die Ramadan-Pause ist daher kein Äquivalent zu irgendeiner christlichen Tradition. Sie ist eine exklusive, strukturelle Sonderregelung für eine einzige Religion, die ihre Riten über die Säkularen Regeln des Sports stellt.
Kostenlose PR für den Islam: Das Stadion als Missionsfeld
Man muss es in aller Deutlichkeit aussprechen: Die Einführung dieser Pausen ist ein gigantischer, kostenloser PR-Coup für den Islam im Westen. Der Profifußball ist das einflussreichste Massenmedium der Jugendkultur. Die Top-Spieler sind die unangefochtenen Idole von Millionen Teenagern.
Wenn diese Idole auf dem Platz eine offizielle Unterbrechung erwirken, um ihren Glauben rituell zu inszenieren, transportiert das eine mächtige Symbolik. Es signalisiert der jugendlichen Zielgruppe: Unsere Religion ist so stark, dass sich selbst die mächtige Bundesliga nach uns richten muss. Es ist eine hochempathische, staatlich und medial geschützte Werbebühne – kostenlos zur besten Sendezeit.
Während der Sport ansonsten penibel darauf achtet, jede Form von politischer oder religiöser Botschaft auf Trikots oder Bannern mit drastischen Strafen zu belegen, wird hier eine Ausnahme im offiziellen Regelwerk verankert. Was die Verbände unter dem Deckmantel der „Inklusion“ verkaufen, ist in Wahrheit die Kapitulation vor dem Anspruch einer Religion, den öffentlichen und säkularen Raum zu dominieren.
Zeit für die Rückkehr zur laizistischen Neutralität
Der Fall Schalke 04 und die anschließende Etablierung der Ramadan-Pausen im deutschen Fußball zeigen, wie tief der Orientierungsverlust im eigenen Kulturraum sitzt. Wer die Augen vor der Asymmetrie verschließt – wer Nmechas christliches Gebet skandalisiert, aber die rituell erzwungene Spielpause des Islams feiert –, misst mit zweierlei Maß und betreibt das Geschäft einer schleichenden gesellschaftlichen Transformation.
Der französische Fußballverband (FFF) zeigt, wie es richtig geht: Dort gilt auf dem Platz die strikte Laizität. Offizielle Ramadan-Pausen sind verboten, weil der Sport ein absolut neutraler, säkularer Raum zu sein hat. Wer fastet, tut das privat. Wer spielt, fügt sich den Regeln des Spiels.
Es wird Zeit, dass auch der deutsche Fußball zu diesem Prinzip zurückkehrt. Der Rasen gehört dem Sport und dem sportlichen Wettkampf – und nicht der religiösen Landnahme.
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