Migration und Macht: Wer Deutschlands Politik mitbestimmt
Menschen mit Einwanderungsgeschichte gestalten längst deutsche Politik. Die erweiterte Übersicht behandelt den Bundestag und alle 16 Landesparlamente und zeigt politische Zuständigkeiten sowie Parteizugehörigkeiten.
Sie beschließen Gesetze, verhandeln Haushalte und besetzen politische Schlüsselstellen. Menschen mit Einwanderungsgeschichte sind längst in der deutschen Politik angekommen. Sie entscheiden auch darüber mit, wer künftig einwandern darf, wie Integration gestaltet wird und welche Rolle islamische Organisationen im öffentlichen Leben erhalten. Wer diese Politik beurteilen will, muss ihre Akteure und ihre Parteien benennen.
Die Debatte über Migration behandelt Einwanderer häufig noch wie Menschen, über deren Zukunft andere entscheiden. In Parlamenten und Parteien ist diese Vorstellung längst überholt. Dort gestalten Eingewanderte und ihre Nachkommen selbst politische Entscheidungen.
Nach einer Untersuchung des Mediendienstes Integration hatten mindestens 73 der 630 nach der Bundestagswahl 2025 gewählten Abgeordneten einen Migrationshintergrund: 11,6 Prozent. Die Erhebung umfasst sämtliche Herkunftsregionen. Die nachfolgende Namensübersicht konzentriert sich auf öffentlich belegte Herkunftsbezüge zur Türkei, zum Nahen Osten und zu Afrika. Sie behandelt den Bundestag und alle 16 Landesparlamente. Zusätzliche Herkunftsregionen werden für Niedersachsen gesondert ausgewiesen. [1]
Das ist politische Mitgestaltung mit realen Folgen. Mit einem Mandat kommen Stimmrecht, parlamentarische Arbeitsmöglichkeiten und Einfluss auf die eigene Fraktion. Mit einem Sprecherposten kommt Verantwortung für ein Politikfeld. Mit einem Ministeramt kommt Regierungsverantwortung.
Wer für eine Partei kandidiert und in ihrer Fraktion Politik macht, muss sich an diesem politischen Kurs messen lassen. Wähler dürfen nach dem Programm, nach den Abstimmungen und nach den Verbindungen zu Verbänden fragen. Gerade bei Migration und Religionspolitik.
Recherche- und Mandatsstichtag: 14. Oktober 2026. Die Listen sind eine belegte Auswahl und ergeben Mindestzahlen. Eine vollständige bundesweite Erhebung aller Einwanderungsgeschichten liegt dieser Übersicht nicht zugrunde. Die Religionszugehörigkeit wird aus einer Herkunftsangabe nicht abgeleitet.
Migration wird längst von Menschen mit Einwanderungsgeschichte mitgestaltet
Wie konkret dieser Einfluss ist, zeigt Hakan Demir von der SPD. Er befürwortete die Ausweitung des Elternnachzugs für neu einwandernde Fachkräfte. Seine Begründung: Für Menschen, die den Lebensunterhalt auch ihrer Eltern selbst sichern können, könne diese Möglichkeit ein Argument für Deutschland sein. Das ist eine öffentlich vertretene Position zugunsten zusätzlicher legaler Zuwanderung. [2]
Auch in den Ländern werden entsprechende Zuständigkeiten vergeben. Deniz Kurku von der SPD ist niedersächsischer Landesbeauftragter für Migration und Teilhabe. [N6] Gönül Eğlence ist bei den Grünen in NRW Sprecherin für Migration und Teilhabe. In Niedersachsen vertritt Evrim Camuz für die Grünen unter anderem Rechtspolitik und Verfassungsfragen. Solche Funktionen eröffnen die Möglichkeit, Themen zu setzen, Vorlagen zu bearbeiten und die Linie der Fraktion mitzugestalten. [3] [4]
Die politische Verantwortung liegt zugleich bei den Parteien. Sie stellen Kandidaten auf, vergeben Listenplätze, wählen Fraktionsführungen und verteilen Sprecherposten. Wer wissen will, warum ein bestimmter Kurs verfolgt wird, muss deshalb auch die Entscheidungen der Parteiführungen untersuchen.
Beim Islam geht es um konkrete institutionelle Macht
Religionsunterricht, Imamausbildung, Moscheevereine und die Zusammenarbeit mit Religionsgemeinschaften sind politische Themen. Dabei geht es um Ansprechpartner, öffentliche Anerkennung und die Ausgestaltung staatlicher Zusammenarbeit.
Ein konkretes Beispiel liefert Bremen. Nurtekin Tepe ist Sprecher der SPD-Bürgerschaftsfraktion für die Angelegenheiten der Religionsgemeinschaften. Die GEW Bremen bezeichnete ihn bereits im März 2023 als langjährigen Aktivisten von Millî Görüş und als Verantwortlichen für einen Moscheeneubau in Hemelingen. Die Verbindung zur Bewegung ist hier eine ausdrücklich veröffentlichte Darstellung der Gewerkschaft; seine heutige Sprecherfunktion bestätigt die SPD selbst. [5] [6]
Hier lässt sich politischer Einfluss konkret untersuchen: Welche Verbände erhalten Zugang? Welche Interessen bringt ein Sprecher ein? Wie bewertet seine Fraktion bestehende Verbindungen? Welche Entscheidungen folgen daraus? Die Bremer SPD muss sich daran messen lassen, wem sie dieses Politikfeld anvertraut.
Auch Lamya Kaddor von den Grünen arbeitet seit Jahren an der institutionellen Stellung des Islams. Sie war Gründungsvorsitzende des Liberal-Islamischen Bundes und an der islamischen Religionspädagogik und Lehrerbildung beteiligt. Ihre Bundestagsbiografie dokumentiert zudem Mitgliedschaften in Beiräten des Islamkollegs Deutschland und des Liberal-Islamischen Bundes. [7] [8] [9]
Ja: Abgeordnete mit Einwanderungsgeschichte bestimmen mit, wie Migration geregelt und der Islam institutionell eingebunden wird. Wie weit jemand dabei die Ausweitung islamischer Einrichtungen oder die Zusammenarbeit mit einem bestimmten Verband unterstützt, ist an seinen öffentlichen Positionen und Entscheidungen festzustellen.
Die politische Präsenz reicht bis an die Spitze einer Landesregierung: Cem Özdemir wurde am 13. Mai 2026 zum Ministerpräsidenten von Baden-Württemberg gewählt. In Berlin gehören unter anderem Raed Saleh, Elif Eralp und Bahar Haghanipour zu den parlamentarischen Akteuren mit Einwanderungsgeschichte. [BW1] [BE1]
Bundestag: die erfassten Namen von A bis Z
Alphabetisch nach Nachnamen. „Türkei“ bezeichnet den biografischen Herkunftsbezug; dazu gehören unterschiedliche ethnische und religiöse Familiengeschichten.
| Name | Partei | Öffentlich belegter Herkunftsbezug |
|---|---|---|
| Sanae Abdi | SPD | In Tétouan, Marokko, geboren; in Lüdenscheid aufgewachsen. |
| Gökay Akbulut | Die Linke | Herkunftsbezug Türkei. |
| Reem Alabali Radovan | SPD | In Moskau geboren; irakische Familie, chaldäisch-christlicher Hintergrund; Bundesentwicklungsministerin. |
| Alaa Alhamwi | Grüne | In Damaskus, Syrien, geboren. |
| Tarek Al-Wazir | Grüne | Deutscher und jemenitischer Familienhintergrund; Vater aus dem Jemen. |
| Ayşe Asar | Grüne | Herkunftsbezug Türkei. |
| Tijen Ataoğlu | CDU | Herkunftsbezug Türkei. |
| Hakan Demir | SPD | Herkunftsbezug Türkei. |
| Hülya Düber | CSU | Tochter türkischer Gastarbeiter. |
| Mirze Edis | Die Linke | Herkunftsbezug Türkei. |
| Serap Güler | CDU | Herkunftsbezug Türkei. |
| Ates Gürpinar | Die Linke | Herkunftsbezug Türkei. |
| Metin Hakverdi | SPD | Herkunftsbezug Türkei. |
| Cem İnce | Die Linke | Herkunftsbezug Türkei. |
| Lamya Kaddor | Grüne | In Ahlen geboren; Tochter syrischer Einwanderer. |
| Macit Karaahmetoğlu | SPD | Herkunftsbezug Türkei. |
| Ferat Koçak | Die Linke | Herkunftsbezug Türkei. |
| Cansın Köktürk | Die Linke | Herkunftsbezug Türkei. |
| Rasha Nasr | SPD | In Dresden geboren; Eltern aus Syrien. |
| Omid Nouripour | Grüne | In Teheran, Iran, geboren; als Jugendlicher mit seinen Eltern nach Deutschland gekommen; seit 2025 Bundestagsvizepräsident. [B1] |
| Cansu Özdemir | Die Linke | Herkunftsbezug Türkei. |
| Mahmut Özdemir | SPD | Herkunftsbezug Türkei. |
| Aydan Özoğuz | SPD | Herkunftsbezug Türkei. |
| Filiz Polat | Grüne | Herkunftsbezug Türkei. |
| Alexander Radwan | CSU | In München geboren; ägyptischer Vater und deutsche Mutter. |
| Kassem Taher Saleh | Grüne | In Zakho im Irak geboren; kurdische Familie. |
| Awet Tesfaiesus | Grüne | In Asmara, Eritrea, geboren. |
| Derya Türk-Nachbaur | SPD | Herkunftsbezug Türkei. |
| Serdar Yüksel | SPD | Herkunftsbezug Türkei; seit 2025 Bundestag, zuvor NRW-Landtag. |
| Armand Zorn | SPD | In Jaunde, Kamerun, geboren; 2000 nach Deutschland gekommen. |
Die 19 türkeistämmigen Gewählten wurden nach der Bundestagswahl 2025 namentlich dokumentiert. Die ergänzten Herkunftsangaben beruhen auf Abgeordnetenbiografien, Selbstauskünften und veröffentlichten Lebensläufen. [10] [11] [12] [13] [14] [15] [7] [16] [17] [18] [19] [20]
Baden-Württemberg: aktuelles Landesparlament von A bis Z
| Name | Partei / Fraktion | Öffentlich belegter Herkunftsbezug und Funktion |
|---|---|---|
| Muhterem Aras | Grüne | In der Türkei geboren; kurdisch-alevitische Familie; Landtagspräsidentin. [BW2] |
| Neşe Erikli | Grüne | Eltern aus Anatolien in der Türkei; 2026 erneut gewählt. [BW3] |
| Berat Gürbüz | Grüne | In Biberach geboren; deutsche Mutter und türkischer Vater; seit 2026 im Landtag. [BW4] |
| Cem Özdemir | Grüne | In Bad Urach geboren; Eltern aus der Türkei; Ministerpräsident seit Mai 2026. [BW1] |
| Nicole Razavi | CDU | In Hongkong geboren; Vater persischer Herkunft, deutsche Mutter; seit Mai 2026 Verkehrsministerin, zuvor Ministerin für Landesentwicklung und Wohnen. [BW5] |
| Tayfun Tok | Grüne | In Ludwigsburg geboren; Enkel türkischer Gastarbeiter. [BW6] |
| Fadime Tuncer | Grüne | In Sivas, Türkei, geboren; Landtagsabgeordnete. [BW7] |
Das amtliche Wahlergebnis vom März 2026 bestätigt die erneuten beziehungsweise neuen Mandate. Frühere Abgeordnete wie Salih Gürakar werden hier nicht als aktuelle Mitglieder mitgezählt. [BW8]
Bayern: aktuelles Landesparlament von A bis Z
| Name | Partei / Fraktion | Öffentlich belegter Herkunftsbezug und Funktion |
|---|---|---|
| Gülseren Demirel | Grüne | In Malatya, Türkei, geboren; integrationspolitische Sprecherin ihrer Fraktion. [BY1] |
| Arif Taşdelen | SPD | In der Türkei geboren; als Kind im Familiennachzug nach Deutschland gekommen; Sprecher seiner Fraktion für Migrations- und Integrationspolitik sowie Asyl und Flüchtlingspolitik. [BY2] |
Die Mandate sind im aktuellen Abgeordnetenverzeichnis dokumentiert. Cemal Bozoğlu gehört dem seit 2023 amtierenden Landtag nicht mehr an. [BY1] [BY2]
Berlin: aktuelles Landesparlament von A bis Z
| Name | Partei / Fraktion | Öffentlich belegter Herkunftsbezug und Funktion |
|---|---|---|
| Gollaleh Ahmadi | Grüne | In Teheran, Iran, geboren; als Kind mit ihrer Familie nach Deutschland geflüchtet. [BE2] |
| Turgut Altuğ | SPD, zuvor Grüne | In Tarsus, Türkei, geboren; im aktuellen Parlamentsverzeichnis bei der SPD geführt. [BE1] [BE3] |
| Sebahat Atli | SPD | In Berlin geboren; Kind einer Gastarbeiterfamilie; in der Wahlberichterstattung ausdrücklich als türkeistämmig dokumentiert. [BE4] |
| Sevim Aydin | SPD | In Pülümür, Türkei, geboren; als Kind nach Deutschland gekommen. [BE5] |
| Tuba Bozkurt | Grüne | In Lübeck geboren; bezeichnet sich als Tochter türkischer Arbeiter. [BE6] |
| Derya Çağlar | SPD | In Berlin-Neukölln geboren; familiäre Herkunft Türkei. [BE4] |
| Ario Ebrahimpour Mirzaie | Grüne | In Köln geboren; iranische Eltern. [BE7] |
| Elif Eralp | Die Linke | In München geboren; Eltern kamen als politische Geflüchtete aus der Türkei. [BE8] |
| Bahar Haghanipour | Grüne | In Teheran, Iran, geboren; als Kind nach Berlin gekommen; Parlamentsvizepräsidentin. [BE9] |
| Timur Husein | CDU | Türkischer Familienhintergrund väterlicherseits aus Nordmazedonien; Mutter aus Kroatien. [BE10] |
| Taylan Kurt | Grüne | In Berlin geboren; türkische Gastarbeiterfamilie. [BE11] |
| Ersin Nas | CDU | In Berlin-Spandau geboren; in der Wahlberichterstattung als türkeistämmig dokumentiert. [BE4] |
| Jian Omar | Grüne | In Qamischli, Syrien, geboren; syrisch-kurdische Familie. [BE12] |
| Orkan Özdemir | SPD | Eltern kamen als Gastarbeiter aus der Türkei nach Berlin. [BE13] |
| Ülker Radziwill | SPD | In Fethiye, Türkei, geboren; seit ihrer Kindheit in Berlin. [BE14] |
| Raed Saleh | SPD | In Sebastia im Westjordanland geboren; palästinensischer Herkunftsbezug; als Kind nach Berlin gekommen. [BE15] |
Stichtag beachten: Diese Tabelle erfasst das am 14. Oktober 2026 noch amtierende Abgeordnetenhaus. Für das am 20. September gewählte neue Parlament liegt das amtliche Endergebnis vom 12. Oktober vor; die konstituierende Sitzung ist für den 29. Oktober vorgesehen. [BE16]
Zu den neu Gewählten mit belegtem Herkunftsbezug zur Türkei gehören Ender Atakul, Asya Şenyüz, Eda Terkan und Betül Havva Yilmaz-Bergk, jeweils Die Linke. Die endgültige Wahlbekanntmachung ist für die Namensschreibweise maßgeblich; frühe Presseberichte verwenden teils Kurzformen oder abweichende Schreibweisen. Außerdem ist Felor Badenberg (CDU, in Teheran geboren) direkt gewählt. Diese neuen Mandate werden nicht zusätzlich in die aktuelle Mandatssumme eingerechnet. [BE16] [BE17] [R1]
Brandenburg
Für den aktuellen Landtag ist in dieser Recherche keine weitere Person mit ausreichend belegtem Herkunftsbezug zu den ausgewählten Regionen aufgenommen worden. Das aktuelle Mitgliederverzeichnis wird als Recherchegrundlage ausgewiesen. Daraus ergibt sich kein Nachweis, dass es dort keine Einwanderungsgeschichten gibt. [L1]
Bremen: aktuelle Bürgerschaft von A bis Z
| Name | Partei beziehungsweise Gruppe | Öffentlich belegter Herkunftsbezug |
|---|---|---|
| Selin Arpaz | SPD | In Bonn geboren; 2023 in der Wahlberichterstattung als türkeistämmig aufgeführt. |
| Recai Aytas | SPD | In Doğubeyazıt in der Türkei geboren; kurdische Herkunft. |
| Elombo Bolayela | SPD | In Léopoldville, heute Kinshasa, geboren; Herkunft aus der heutigen DR Kongo. |
| Gökhan Brandt* | FDP | Geboren als Gökhan Akkamis; in Deutschland und der Türkei aufgewachsen. |
| Sülmez Çolak | SPD, zuvor Grüne | In Bremerhaven geboren; Gastarbeiterfamilie aus der Türkei. |
| Sahhanim Görgü-Philipp | Grüne | In Karakoçan in der Türkei geboren. |
| Mustafa Güngör | SPD | In Bremen geboren; Eltern aus der Türkei; SPD-Fraktionsvorsitzender. |
| Dariush Hassanpour | Die Linke | In Hamburg geboren; Kind iranischer Geflüchteter. |
| Basem Khan | SPD | Im Libanon geboren; als Kind mit seiner Familie nach Deutschland gekommen. |
| Muhlis Kocaağa | Die Linke | Kurdische Herkunft; in Adana in der Türkei aufgewachsen. |
| Meltem Sağiroğlu | Parteilos, Bürgerallianz Bremen/Bremerhaven | 2023 als türkeistämmig aufgeführt; damals für Bürger in Wut gewählt. |
| Mehmet Ali Seyrek | SPD | In Nazımiye/Tunceli in der Türkei geboren; kurdische Herkunft. |
| Hetav Tek | CDU | In Mahabad im Iran geboren; kurdische Familiengeschichte. |
| Nurtekin Tepe | SPD | In Zara in der Türkei geboren; Sprecher für Religionsgemeinschaften. |
| Cindi Tuncel | Die Linke | In der Türkei geboren; seine jesidische Familie kam wegen Verfolgung nach Deutschland. |
| Oğuzhan Yazıcı | CDU | In der Wahlberichterstattung ausdrücklich als türkeistämmig aufgeführt. |
| Medine Yıldız | SPD | In Tunceli in der Türkei geboren; 1986 nach Bremen eingewandert. |
Mandate und heutige Fraktions- beziehungsweise Gruppenzugehörigkeiten sind im aktuellen Mitgliederverzeichnis bestätigt. Die biografischen Angaben sind in Lebensläufen, Selbstauskünften und Wahlberichten dokumentiert. [30] [31] [32] [33] [34] [35] [36] [37] [38] [39] [40] [41] [42] [43] [44] [45]
Bei Brandt ist hier das Aufwachsen in der Türkei dokumentiert. Eine genauere familiäre Herkunftszuordnung bleibt offen; er wird in der folgenden Auswertung der Herkunftsauswahl nicht mitgezählt.
Hamburg: aktuelles Landesparlament von A bis Z
| Name | Partei / Fraktion | Öffentlich belegter Herkunftsbezug und Funktion |
|---|---|---|
| Irene Appiah | SPD | In Hamburg geboren; Eltern aus Ghana. [HH2] |
| Koorosh Armi | SPD | In Maschhad, Iran, geboren. [HH3] |
| Cem Berk | SPD | Türkischer Familienhintergrund; Mitglied der Bürgerschaft. [HH4] |
| Mithat Çapar | SPD | Türkischer Familienhintergrund; Mitglied der Bürgerschaft. [HH4] |
| Deniz Çelik | Die Linke | Türkischer Familienhintergrund; Mitglied der Bürgerschaft. [HH4] |
| Phyliss Demirel | Grüne | In der Türkei geboren; auch unter dem Namen Filiz Hatice Demirel dokumentiert. [HH5] |
| David Erkalp | CDU | Türkischer Familienhintergrund; Mitglied der Bürgerschaft. [HH4] |
| Simone Gündüz | SPD | Türkischer Familienhintergrund; Mitglied der Bürgerschaft. [HH4] |
| Danial Ilkhanipour | SPD | In Hamburg geboren; iranische Eltern. [HH6] |
| Ali Kazanci | SPD | Türkischer Familienhintergrund; Mitglied der Bürgerschaft. [HH4] |
| Baris Önes | SPD | Türkischer Familienhintergrund; Mitglied der Bürgerschaft. [HH4] |
| Oktay Özdemir | SPD | Türkischer Familienhintergrund; Mitglied der Bürgerschaft. [HH4] |
| Parica Partoshoar | Grüne | Im Iran geboren; als Kind mit ihrer Familie nach Deutschland gekommen. [HH7] |
Die aktuelle Mitgliederübersicht bestätigt die aufgeführten Mandate. Cansu Özdemir gehört inzwischen dem Bundestag an und wird hier nicht zusätzlich als amtierende Bürgerschaftsabgeordnete gezählt. [HH1]
Hessen: aktuelles Landesparlament von A bis Z
| Name | Partei / Fraktion | Öffentlich belegter Herkunftsbezug und Funktion |
|---|---|---|
| Bijan Kaffenberger | SPD | In Deutschland geboren; marokkanischer Vater und deutsche Mutter. [HE2] |
| Yanki Pürsün | FDP | In Frankfurt geboren; türkischer Familienhintergrund. [HE3] |
| Turgut Yüksel | SPD | In Pülümür, Türkei, geboren; Landtagsabgeordneter. [HE4] |
Tarek Al-Wazir ist heute im Bundestag aufgeführt. Wirtschaftsminister und stellvertretender Ministerpräsident Kaweh Mansoori wird unten bei den Regierungsämtern genannt; er gehört nicht zur hier gezählten Landtagsliste. [HE1] [R3]
Mecklenburg-Vorpommern
Für die ausgewählten Herkunftsregionen ist hier kein aktuelles Mandat hinreichend belegt. Die Wahl vom September 2026 und die für den 20. Oktober vorgesehene Konstituierung erfordern einen getrennten Blick auf auslaufende und neue Wahlperiode. Der frühere Linken-Abgeordnete Hikmat Al-Sabty gehört nicht zur aktuellen Namenszählung. [L2]
Niedersachsen: aktueller Landtag von A bis Z
| Name | Partei | Öffentlich belegter Herkunftsbezug |
|---|---|---|
| Evrim Camuz | Grüne | In Ibbenbüren geboren; Familie aus Hatay in der Türkei. |
| Djenabou Diallo Hartmann | Grüne | In Guinea geboren und aufgewachsen; 2005 nach Deutschland eingewandert. |
| Deniz Kurku | SPD | In Delmenhorst geboren; türkischer Vater; Landesbeauftragter für Migration und Teilhabe. [N6] |
| Omid Najafi | AfD | In Traben-Trarbach geboren; Eltern aus dem Iran; Sprecher seiner Fraktion für Wirtschaft, Verkehr, Bauen und Digitalisierung. [N2] |
| Lena Nzume | Grüne | In Kumba, Kamerun, geboren; kamerunischer Vater, deutsche Mutter; bis zum achten Lebensjahr in Kamerun gelebt. [N1] |
Die aktuellen Mandate sind auf den Landtagsseiten bestätigt. Die Herkunftsangaben finden sich in veröffentlichten Biografien beziehungsweise Selbstauskünften. [46] [47] [48] [49] [50] [51]
Die frühere Angabe von drei Personen war auch innerhalb dieser Herkunftsauswahl zu niedrig: Lena Nzume und Omid Najafi fehlten. Damit sind hier fünf aktuelle Mandate belegt. [N1] [N2]
Für den weiteren Begriff der Einwanderungsgeschichte kommen mindestens diese fünf aktuellen Abgeordneten hinzu; sie stehen außerhalb der regionalen Herkunftsauswahl der übrigen Tabellen:
| Name | Partei / Fraktion | Öffentlich belegter Herkunftsbezug |
|---|---|---|
| Volker Bajus | Grüne | Vater in Siebenbürgen, Rumänien, geboren. [N3] |
| Immacolata Glosemeyer | SPD | In Acri, Italien, geboren; als Kleinkind mit ihren Eltern nach Deutschland gekommen. [N4] |
| Kirsikka Lansmann | SPD | Mutter aus Finnland. [N3] |
| Pascal Mennen | Grüne | Vater aus Kanada. [N3] |
| Jozef Rakicky | WerteUnion, fraktionslos | In Piešťany in der damaligen Tschechoslowakei, heute Slowakei, geboren; 1986 nach Deutschland ausgewandert; zuvor AfD. [N5] |
Für Niedersachsen sind damit mindestens zehn aktuelle Abgeordnete mit den hier dokumentierten Einwanderungs- beziehungsweise familiären Herkunftsbezügen aufgeführt. Fünf gehören zur ursprünglichen Auswahl Türkei/Naher Osten/Afrika. Die zehn verteilen sich auf fünf Grüne, drei SPD-Abgeordnete, einen AfD-Abgeordneten und einen fraktionslosen WerteUnion-Abgeordneten. Diese dokumentierte Mindestzahl ersetzt keine einheitliche statistische Erhebung.
Nordrhein-Westfalen: aktueller Landtag von A bis Z
| Name | Partei | Öffentlich belegter Herkunftsbezug |
|---|---|---|
| Berîvan Aymaz | Grüne | In Bingöl in der Türkei geboren; kurdische Familiengeschichte. |
| Volkan Baran | SPD | In Lünen geboren; Eltern kamen aus Sivas in der Türkei. |
| İlayda Bostancıeri | Grüne | Im Münsterland geboren; Enkelkind türkischer Gastarbeiter. |
| Tülay Durdu | SPD | In Bensberg geboren; Tochter türkischer Eltern. |
| Gönül Eğlence | Grüne | In Detmold geboren; Gastarbeiterfamilie mit Bezügen zur Türkei. |
| Dilek Engin | SPD | In Wuppertal geboren; Großeltern kamen aus der Türkei. |
| Mehrdad Mostofizadeh | Grüne | In Niedersachsen geboren; Vater kam zum Studium aus dem Iran. |
| Meral Thoms | Grüne | In Hilden geboren; deutsch-türkische Familie, Vater aus der Türkei. |
Alle acht gehören dem aktuellen NRW-Landtag an. Aymaz ist Landtagsvizepräsidentin. Die Herkunftsangaben sind in Selbstdarstellungen und Landtagsporträts dokumentiert. [21] [22] [23] [24] [25] [26] [27] [28] [29]
Rheinland-Pfalz
Für den seit Mai 2026 amtierenden 19. Landtag ist in dieser Recherche keine Person aus der engeren Herkunftsauswahl hinreichend belegt. Giorgina Kazungu-Haß (SPD, kenianischer Familienhintergrund) ist ein früheres Beispiel und wird nicht als aktuelles Mandat gezählt. [L3]
Saarland: aktuelles Landesparlament von A bis Z
| Name | Partei / Fraktion | Öffentlich belegter Herkunftsbezug und Funktion |
|---|---|---|
| Sevim Kaya-Karadağ | SPD | In der Türkei geboren; als Säugling nach Deutschland gekommen; seit 2022 Landtagsabgeordnete. [SL1] |
Sachsen
Für die engeren Herkunftsregionen ist hier kein weiteres aktuelles Mandat hinreichend belegt. Ein bekannter Abgeordneter mit Einwanderungsgeschichte ist Nam Duy Nguyen (Die Linke, vietnamesischer Familienhintergrund). Er liegt außerhalb der hier gewählten regionalen Herkunftsauswahl. [L4]
Sachsen-Anhalt: aktuelles Landesparlament von A bis Z
| Name | Partei / Fraktion | Öffentlich belegter Herkunftsbezug und Funktion |
|---|---|---|
| Mustafa Groener | Die Linke | In Magdeburg geboren; Mutter aus Marokko; 2026 im Wahlkreis Magdeburg II direkt gewählt. [ST1] |
Die Zählung bezieht sich auf den seit Oktober 2026 amtierenden neunten Landtag. Groeners familiärer Herkunftsbezug und sein Direktmandat sind gesondert dokumentiert. [ST1] [ST2]
Schleswig-Holstein: aktuelles Landesparlament von A bis Z
| Name | Partei / Fraktion | Öffentlich belegter Herkunftsbezug und Funktion |
|---|---|---|
| Serpil Midyatli | SPD | In Kiel geboren; Eltern aus dem Südosten der Türkei; SPD-Fraktionsvorsitzende. [SH1] |
| Seyran Papo | CDU | In Cizre, Türkei, geboren; kurdische Familie; Sprecherin für Integration und Migration. [SH2] |
Aminata Touré wird bei den Regierungsämtern genannt. Sie legte ihr Landtagsmandat beim Eintritt in die Landesregierung 2022 nieder und wird deshalb hier nicht als aktuelle Abgeordnete gezählt. [SH3]
Thüringen: aktuelles Landesparlament von A bis Z
| Name | Partei / Fraktion | Öffentlich belegter Herkunftsbezug und Funktion |
|---|---|---|
| Lena Saniye Güngör | Die Linke | In Dortmund geboren; türkisch-deutscher Familienhintergrund; Landtagsvizepräsidentin. [TH1] [TH2] |
Regierungsämter mit eigenständigem politischen Gewicht
Politischer Einfluss reicht über Abgeordnetenmandate hinaus. Die folgenden zusätzlichen Personen werden getrennt von der Mandatssumme ausgewiesen:
| Name | Partei | Land | Herkunftsbezug und Amt |
|---|---|---|---|
| Felor Badenberg | CDU | Berlin | In Teheran, Iran, geboren; Senatorin für Justiz und Verbraucherschutz; 2026 zudem neu ins Abgeordnetenhaus gewählt. [R1] [BE16] |
| Cansel Kiziltepe | SPD | Berlin | Tochter türkischer Gastarbeiter; Senatorin für Arbeit, Soziales, Gleichstellung, Integration, Vielfalt und Antidiskriminierung. [R2] |
| Kaweh Mansoori | SPD | Hessen | In Gießen geboren; iranische Eltern; Wirtschaftsminister und stellvertretender Ministerpräsident. [R3] |
| Aminata Touré | Grüne | Schleswig-Holstein | In Neumünster geboren; Eltern aus Mali; Sozial- und Integrationsministerin sowie stellvertretende Ministerpräsidentin. [R4] |
Cem Özdemir steht bereits in der Tabelle Baden-Württembergs und wird wegen seines Ministerpräsidentenamts nicht ein zweites Mal gezählt.
Die Auswertung nach Parteien
Die folgende Zählung umfasst ausschließlich die 105 hier namentlich erfassten aktuellen Mandate der engeren Herkunftsauswahl. Die fünf zusätzlichen niedersächsischen Abgeordneten mit anderen Herkunftsbezügen, Gökhan Brandt mit noch offener genauer Herkunftszuordnung, die zusätzlich genannten Regierungsmitglieder und Berlins neu Gewählte werden nicht hinzuaddiert. In Ländern mit offenen Herkunftsnachweisen bedeutet eine leere Namensliste keine statistisch festgestellte Null.
| Partei / Gruppe | Bundestag | Landesparlamente | Erfasste Mandate insgesamt |
|---|---|---|---|
| SPD | 11 | 34 | 45 |
| Grüne | 8 | 24 | 32 |
| Die Linke | 7 | 7 | 14 |
| CDU | 2 | 7 | 9 |
| CSU | 2 | 0 | 2 |
| FDP | 0 | 1 | 1 |
| AfD | 0 | 1 | 1 |
| Parteilos / Bürgerallianz | 0 | 1 | 1 |
| Gesamt | 30 | 75 | 105 |
SPD, Grüne und Linke stellen in dieser dokumentierten Auswahl die meisten Namen. Die Vertretung erstreckt sich auch auf Union, FDP und AfD. Die Parteizugehörigkeit benennt einen politischen Verantwortungszusammenhang; konkrete Positionen ergeben sich aus Programmen, Funktionen, öffentlichen Aussagen und Abstimmungen.
Die erfassten Mandate nach Landesparlament:
| Landesparlament | In dieser Übersicht erfasste Mandate der engeren Herkunftsauswahl |
|---|---|
| Baden-Württemberg | 7 |
| Bayern | 2 |
| Berlin | 16 |
| Brandenburg | Offener Befund; keine belastbare Gesamtzahl |
| Bremen | 16 |
| Hamburg | 13 |
| Hessen | 3 |
| Mecklenburg-Vorpommern | Offener Befund; keine belastbare Gesamtzahl |
| Niedersachsen | 5 |
| Nordrhein-Westfalen | 8 |
| Rheinland-Pfalz | Offener Befund; keine belastbare Gesamtzahl |
| Saarland | 1 |
| Sachsen | Offener Befund; keine belastbare Gesamtzahl |
| Sachsen-Anhalt | 1 |
| Schleswig-Holstein | 2 |
| Thüringen | 1 |
Menschen mit Einwanderungsgeschichte sind in der deutschen Politik fest verankert. Sie wirken an Gesetzen, an der staatlichen Migrationspolitik und an Entscheidungen über die Zusammenarbeit mit Religionsgemeinschaften mit. Ministerpräsidenten, Minister, Fraktionsführungen und Fachsprecher verfügen dabei über sehr unterschiedliche Einflussmöglichkeiten.
Wer politische Macht ausübt, trägt dafür Verantwortung. Wer zusätzliche Zuwanderung fordert, soll diesen Kurs begründen. Wer islamischen Organisationen staatliche Anerkennung, Unterrichtsbeteiligung oder institutionellen Zugang ermöglichen will, muss seine Auswahl und seine Entscheidungen öffentlich vertreten. Die Parteien tragen Verantwortung dafür, wen sie aufstellen, fördern und mit Zuständigkeiten ausstatten.
Politische Teilhabe bedeutet politische Verantwortung. Und politische Verantwortung verlangt öffentliche Kontrolle.
Quellen
- [1] mediendienst-integration.de
- [2] welt.de
- [3] eglence.nrw
- [4] gruene-fraktion-niedersachsen.de
- [5] gew-hb.de
- [6] spd-fraktion-bremen.de
- [7] de.wikipedia.org
- [8] bundestag.de
- [9] bundestag.de
- [10] hurriyet.de
- [11] sanae-abdi.de
- [12] bmz.de
- [13] munzinger.de
- [14] bundestag.de
- [15] de.wikipedia.org
- [16] de.wikipedia.org
- [17] de.wikipedia.org
- [18] de.wikipedia.org
- [19] bundestag.de
- [20] bundestag.de
- [21] landtag.nrw.de
- [22] landtag.nrw.de
- [23] de.wikipedia.org
- [24] ilayda-bostancieri.de
- [25] tuelay-durdu.de
- [26] landtag.nrw.de
- [27] landtag.nrw.de
- [28] landtag.nrw.de
- [29] meral-thoms.de
- [30] bremische-buergerschaft.de
- [31] postaktuel.de
- [32] de.wikipedia.org
- [33] de.wikipedia.org
- [34] de.wikipedia.org
- [35] de.wikipedia.org
- [36] de.wikipedia.org
- [37] spd-fraktion-bremen.de
- [38] linksfraktion-bremen.de
- [39] de.wikipedia.org
- [40] de.wikipedia.org
- [41] de.wikipedia.org
- [42] de.wikipedia.org
- [43] bremische-buergerschaft.de
- [44] cindi-tuncel.de
- [45] bremische-buergerschaft.de
- [46] landtag-niedersachsen.de
- [47] landtag-niedersachsen.de
- [48] landtag-niedersachsen.de
- [49] de.wikipedia.org
- [50] diallo-hartmann.de
- [51] de.wikipedia.org
Quellen der Erweiterung
- [B1] bundestag.de
- [BW1] landtag-bw.de
- [BW2] de.wikipedia.org
- [BW3] de.wikipedia.org
- [BW4] de.wikipedia.org
- [BW5] munzinger.de
- [BW6] tayfun-tok.de
- [BW7] fadimetuncer.de
- [BW8] beteiligungsportal.baden-wuerttemberg.de
- [BY1] bayern.landtag.de
- [BY2] bayern.landtag.de
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