Terror-Akte Abdul Ballout: Wer ist der flüchtige CSD-Attentäter?
Er raste in eine Menschenmenge, tötete eine Frau und verletzte 25 Personen z.T. lebensgefährlich. Jetzt jagt die Polizei den 21-jährigen IS-Anhänger Abd
Ein weißer Lieferwagen als Mordwaffe, eine Tote, Dutzende Schwerverletzte und ein Täter, der bewaffnet in die Dunkelheit des Berliner Tiergartens flüchtete. Während die Bundeshauptstadt unter Schock steht, richten sich alle Augen auf einen einzigen Namen: Abdul Rahman Ballout.
Wer ist der Mann, der den Christopher Street Day in ein Blutbad verwandelte? Der Blick in seine Ermittlungsakte offenbart das Bild eines hochradikalisierten Extremisten – und das Protokoll eines beispiellosen behördlichen Versagens.
Das Täterprofil: IS-Anhänger und Intensivtäter
Abdul Rahman Ballout, geboren im Juli 2005 in Berlin und deutscher Staatsbürger mit libanesischen Wurzeln, ist für die Sicherheitsbehörden ein alter Bekannter. Der 21-Jährige wird von der Polizei eindeutig der islamistischen Szene Berlins zugeordnet und als Gefährder geführt. Bereits in der Vergangenheit fiel er als polizeibekannter Intensivtäter auf, unter anderem wegen schwerer Körperverletzung und räuberischer Erpressung. Doch die Gewaltkriminalität war nur der Vorbote einer massiven religiösen Radikalisierung.
Ballout schwor der Terror-Miliz „Islamischer Staat“ (IS) die Treue. Nach Erkenntnissen der Sicherheitsbehörden fasste er den Plan, sich dem IS in Syrien als Kämpfer anzuschließen. Um diesen Plan in die Tat umzusetzen, setzte er sich in den Libanon ab.
Die Rückholung und das Skandal-Urteil
Die Flucht endete vorläufig Ende 2025: Ballout wurde bei seiner Rückreise am Berliner Flughafen BER festgenommen und in Untersuchungshaft gesteckt. Was dann folgte, wirft fundamentale Fragen an den deutschen Rechtsstaat auf.
Im Mai 2026 – nur wenige Wochen vor dem Anschlag auf den CSD – stand Ballout vor dem Amtsgericht Tiergarten. Die Anklage: Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat. Obwohl die Staatsanwaltschaft eine Haftstrafe von zwei Jahren und zehn Monaten forderte, verhängte das Gericht nach dem milden Jugendstrafrecht lediglich eine Strafe von einem Jahr und zehn Monaten.
Das Fatale: Da die Untersuchungshaft angerechnet wurde und das Urteil aufgrund der Berufung der Staatsanwaltschaft noch nicht rechtskräftig war, sah das Gericht offenbar keine akuten Haftgründe mehr. Ballout wurde auf Bewährung beziehungsweise Vorbewährung in die Freiheit entlassen. Ein überzeugter IS-Anhänger durfte zurück auf die Straßen Berlins.
Die Deradikalisierungs-Täuschung
Anstatt hinter Gittern zu sitzen, sollte Ballout therapiert werden. Das Gericht erteilte ihm die Weisung, 26 Gespräche bei einer Beratungsstelle für Deradikalisierung und Extremismusprävention wahrzunehmen. Da das Urteil noch schwebte, fanden die ersten beiden Termine (am 15. Juni und 9. Juli) auf rein freiwilliger Basis statt.
In diesen Gesprächen vollzog Ballout ein eiskaltes Täuschungsmanöver. Berater beschrieben ihn im sogenannten Clearingprozess als „undurchschaubar“. Er wirkte freundlich, angepasst und wusste genau, wie er Fragen zu seiner ideologischen Einstellung vage halten oder relativieren musste. Die Berater schöpften Verdacht bezüglich seiner Aufrichtigkeit, leiteten daraus jedoch keine akute Anschlagsgefahr ab. Ein dritter Termin war ausgerechnet für den Montag nach dem Attentat geplant.
Die Polizei observierte ihn zeitweise. Als er kürzlich in den sozialen Netzwerken mit einer Waffe posierte, stürmten Ermittler seine Wohnung in der Schöneberger Bissingszeile – nur rund 1000 Meter vom späteren Tatort entfernt. Doch man fand nur eine Spielzeugwaffe. Ohne rechtliche Handhabe zogen die Beamten wieder ab. Wenig später mietete Ballout den weißen Kastenwagen.
🚨 GROSSFAHNDUNG: Der Täter ist flüchtig
Nach der Bluttat im Tiergarten lief die Maschinerie der Sicherheitsbehörden an, doch der Täter entkam. In der Nacht zum Sonntag stürmten Spezialeinheiten der Polizei unter ohrenbetäubendem Lärm (Blendgranaten) seine Wohnung in Schöneberg. Ballout war nicht vor Ort.
Die Polizei Berlin fahndet nun öffentlich nach Abdul Rahman Ballout:
- Alter: 21 Jahre
- Statur: ca. 1,90 Meter groß, schlank
- Erscheinungsbild: dunkle Haare
- Warnung der Polizei: Der Gesuchte ist nach dem Crash mit dem Fahrzeug flüchtig und flüchtete Zeugenberichten zufolge mit einer Stichwaffe (Messer/Machete).
WICHTIG: Die Behörden warnen die Bevölkerung ausdrücklich davor, den Mann anzusprechen. Er wird als extrem gefährlich und möglicherweise bewaffnet eingestuft. Wer den Verdächtigen sieht, soll sich nicht in Gefahr begeben, sondern sofort den Notruf 110 wählen.
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