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Meinung

Berlins gefährlicher Pakt: Wenn die radikale Linke den Judenhass in den Kiezen verharmlost

Die brutalen Angriffe auf den Kreuzberger M99-Betreiber Lindenau offenbaren einen brandgefährlichen Pakt: Wenn die Linke und Akteure wie Elif Eralp aus Systemhass über importierten Judenhass hinwegsehen, droht Berlin der Verlust freiheitlicher Grundrechte.

Berlins gefährlicher Pakt: Wenn die radikale Linke den Judenhass in den Kiezen verharmlost
Nach Angriffen auf M99-Betreiber Lindenau in Kreuzberg offenbart sich ein fataler Pakt aus linker Ideologie und importiertem Judenhass in Berlin. Illustration by Richard Bergsirk

Berlin steht an einem historischen und sicherheitspolitischen Scheidepunkt. Die Hauptstadt, die sich selbst gerne als weltoffen, tolerant und bunt feiert, erlebt im Brennglas ihrer Kieze eine brutale Realitätsverschiebung. Wer wissen will, wohin eine verfehlte Integrationspolitik und ein ideologisch verblendetes Linksbündnis die Stadt steuern, muss dorthin blicken, wo die Fassade endgültig geplatzt ist: nach Berlin-Kreuzberg. Dort zeigt sich im Kleinen, was der Stadt im Großen droht.

Wenn der 67-jährige, auf einen Rollstuhl angewiesene Hans-Georg „HG“ Lindenau – Betreiber des legendären Anarcho-Ladens M99 in der Falckensteinstraße – nach brutalen Übergriffen von Jugendlichen feststellen muss: «Die Hamas will hier übernehmen», ist das kein isolierter lokaler Vorfall. Es ist die ungeschönte Bankrottserklärung einer politischen Haltung, die jahrelang weggeschaut, relativiert und dem Extremismus den Boden bereitet hat.

1. Das Drama am M99: Wenn die eigene Szene den Terror verharmlost

Das M99 galt jahrzehntelang als Urgestein und Hochburg der autonomen Szene in Kreuzberg – bekannt als «Gemischtwaren mit Revolutionsbedarf». Ein Ort, an dem man sich traditionell gegen jede Staatsgewalt auflehnte und antikapitalistische Parolen pflegte.

Doch als Lindenau Anfang Oktober – zeitlich passend zum dritten Jahrestag des grausamen Hamas-Terrors in Israel vom 7. Oktober 2023 – Schaufensteraushänge anbrachte, die sich unmissverständlich gegen Judenhass richteten und unter dem Motto «Wir werden wieder tanzen» an die Opfer des Nova-Festivals erinnerten, schlug der Terror direkt im Kiez zu. An mehreren Tagen im Oktober 2026 wurde der körperlich eingeschränkte Geschäftsinhaber von Gruppen Jugendlicher heimgesucht. Sie besprühten ihn mit Pfefferspray, schlugen auf ihn ein, bedrohten ihn mit einer Schreckschusspistole und demolierten die Eingangstür seines Ladens.

Der polizeiliche Staatsschutz des Landeskriminalamts ermittelt wegen gefährlicher Körperverletzung und Sachbeschädigung mit antisemitischem Motiv. Doch das Erschreckendste ist nicht nur die rohe Gewalt der Täter, sondern das anschließende Schweigen in weiten Teilen der traditionellen links-alternativen Szene. Man will und kann die Herkunft der Täter und das ideologische Motiv des importierten Antisemitismus nicht benennen, weil es nicht in das weltanschauliche Raster passen will.

Das strategische Kalkül: Elif Eralp und das Bündnis mit den „Klassenschwestern“

Die Aussagen des M99-Betreibers erhalten eine unerträgliche Explosivität, wenn man sie mit den politischen Machtbestrebungen an der Spitze der Berliner Linkspartei verknüpft. Im Zuge der Sondierungen und Regierungsgespräche nach der Abgeordnetenhauswahl geriet insbesondere die Spitzenkandidatin der Linken, Elif Eralp, massiv in die Kritik.

Auslöser war ein von Eralp mitunterzeichnetes radikales Strategiepapier (veröffentlicht auf der Plattform Estosmedia), das im Detail offenbart, wie Teile der extremen Linken den Schulterschluss mit bestimmten migrantischen und muslimischen Milieus suchen. Die Kernidee des Papiers ist von fataler, systemsprengender Naivität: Migranten und Muslime sollen nicht als Bürger im Rechtsstaat betrachtet werden, die es zu integrieren gilt, sondern als „Klassenschwestern und -brüder“, mit denen man gemeinsam das „kapitalistische System stürzen“ will. Statt linker Punkrock-Klänge solle man stattdessen gezielt die Hymnen der migrantischen Jugend spielen, um diese Wählerschaft (bei der die Linke laut Studien massive Wahlerfolge feierte) fest an die Partei zu binden.

Wer jedoch aus machtpolitischem Kalkül die weltanschaulichen Brandmauern einreißt und archaische, anti-westliche oder judenfeindliche Strömungen salonfähig macht, um den eigenen Systemsturz zu befeuern, holt sich den Fundamentalismus direkt in die Kieze.

Die Allianz aus Naivität und Judenhass

Genau hier schließt sich der Kreis und zeigt die bittere Realität, die der Betreiber des M99 so schmerzhaft erfahren musste:

  • Die Jugendlichen, die einen alten, im Rollstuhl sitzenden Anarchisten wegen Plakaten gegen Judenhass mit Pfefferspray und Schreckschusspistolen attackieren, sind das Produkt genau jener entgrenzten Milieus, denen die politische Linke aus Systemhass einen Blankoschein ausstellt.
  • Wenn in linken Kreisen hingenommen wird, dass Israel-Hass und Hamas-Sympathien als vermeintlicher „anti-kolonialer Widerstand“ verharmlost werden, dann kapitulieren die traditionellen Freiheitsrechte vor dem islamistischen Mob.

Wohin läuft Berlin?

Der Fall des M99 ist kein bedauerlicher Einzelfall, sondern ein Menetekel für den Zustand Berlins. Wenn eine potenzielle Regierende Bürgermeisterin und weite Teile eines Linksbündnisses den Schulterschluss mit illiberalen Kräften suchen, um den Kapitalismus abzuwickeln, dann opfern sie die freiheitliche Grundordnung auf dem Altar einer gescheiterten Ideologie.

Hans-Georg Lindenau hat es auf den Punkt gebracht. Wer die Augen vor der Realität verschließt und den Judenhass in den eigenen Reihen deckt, überlässt die Hauptstadt jenen, die sie zerstören wollen. Berlin droht zum Laboratorium eines gefährlichen Links-Islamismus zu verkommen – es sei denn, der Rechtsstaat zieht endlich unmissverständlich die Notbremse.

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Geschrieben von

Leon Berger
Leon Berger ist Journalist mit handwerklicher Ausbildung und internationaler Perspektive. Nach Abitur und Volontariat prägten journalistische Stationen in Washington und Tel Aviv seinen Blick auf Politik und Gesellschaft.

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