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Massenpsychose im Babylon: Wenn die Freiheit im Chor der „Nazi“-Rufe stirbt

Massenpsychose in Berlin: Jonathan Falk über den Abend mit Francesca Albanese im Babylon. Von „Nazi“-Rufen, modernen Blutlügen und der gefährlichen Erosion unserer Freiheit. Warum Fakten hier keine Rolle mehr spielen. Jetzt lesen & verstehen: Die Analyse zum „Verrat an der Freiheit“.
Massenpsychose im Babylon: Wenn die Freiheit im Chor der „Nazi“-Rufe stirbt
Ich war dort, um zu beobachten, wie die UN-Sonderberichterstatterin Francesca Albanese – eine Frau, die von Kritikern als „berufsmäßige Antisemitin“ und von ihren Anhängern als „Queen“ gefeiert wird – ihren Auftritt inszeniert.

Es gibt Abende, die wie ein Brennglas wirken. Abende, an denen sich all die theoretischen Analysen über den Zustand unserer Gesellschaft, die ich in hunderten von Seiten in meinem Buch „Verrat an der Freiheit“ dokumentiert habe, plötzlich in eine physisch greifbare, bedrohliche Realität verwandeln. Der 30. März 2026 im Berliner Babylon-Kino war ein solcher Moment.

Ich war nicht dort, um als Aktivist aufzutreten. Ich war dort, um zu beobachten, wie die UN-Sonderberichterstatterin Francesca Albanese – eine Frau, die von Kritikern als „berufsmäßige Antisemitin“ und von ihren Anhängern als „Queen“ gefeiert wird – ihren Auftritt inszeniert. Was ich erlebte, war kein politischer Diskurs. Es war eine Übung in kollektiver Entmenschlichung und massenpsychotischer Realitätsverweigerung.

Der Sound der Aggression

Schon vor dem Eingang empfing mich eine Wand aus Lärm und Testosteron. Es waren keine Parolen im klassischen Sinne; es war ein rhythmisches Schreien, untermalt von dumpfen Trommelschlägen. „Gaza, Gaza, Genocide!“ Der Begriff des Genozids fungierte hier nicht als rechtliche Einordnung, sondern als sakrosanktes Dogma. Wer dieses Dogma auch nur durch eine sachliche Nachfrage streifte, wurde sofort als „Nazi“ markiert.

Als ich eine Teilnehmerin, die mit Berliner Akzent behauptete, Israel habe bereits zwei Millionen Menschen in Gaza getötet, darauf ansprach, dass dort insgesamt kaum so viele Menschen leben, erntete ich keinen Blick des Nachdenkens. „Alles Lügen“, war die prompte Antwort, bevor sie weiterzog. In dieser Welt existieren Fakten nur noch als Störfaktoren einer bereits feststehenden Erzählung.

Das „Wir“ gegen „Die“

Im Saal setzte sich dieses Klima der Einschüchterung nahtlos fort. Mehr als die Hälfte des Publikums trug das Palästinensertuch – in diesem Kontext weniger ein Symbol für Mitgefühl, sondern ein modernes Erkennungszeichen einer Szene, die sich über die Ausgrenzung des „Anderen“ definiert. Ich spürte förmlich, wie die Blicke das Publikum scannten: Wer gehört dazu? Wer ist der Feind?

Besonders perfide traf es Karoline Preisler, die in der vorderen Reihe saß. Noch bevor ein einziges Wort des Dialogs gesprochen wurde, zeigten Menschen auf sie und brüllten „Nazi, Nazi!“. Es herrschte eine Atmosphäre, in der allein die bloße Anwesenheit einer abweichenden Meinung als rassistischer Akt umgedeutet wurde. Schlagworte wurden wie Steine geworfen – ohne Neugier, ohne Gesprächsbereitschaft, nur mit dem Ziel der totalen moralischen Vernichtung des Gegenübers.

In meinem Werk „Verrat an der Freiheit“ beschreibe ich genau diesen Prozess: Wie der Rechtsstaat und der zivile Diskurs von innen heraus ausgehöhlt werden, indem Grundwerte selektiv angewendet und Andersdenkende systematisch dehumanisiert werden. Im Babylon konnte man die Architektur dieses Versagens live beobachten.

Die Demagogin und die moderne Blutlüge

Auf der Bühne saß Francesca Albanese und entfaltete ihre Wirkung mit einer Ruhe, die in scharfem Kontrast zur aufgeheizten Stimmung im Saal stand. Es war eine Lektion in angewandter Demagogie: Mit italienischem Charme und leiser Stimme wurden Ungeheuerlichkeiten vorgetragen, die das Publikum erst recht in Ekstase versetzten.

Ein Moment ließ mir den Atem stocken. Albanese behauptete lächelnd, in Europa – konkret in Belgien – würden Hunde gezielt darauf konditioniert und an Israel verkauft, um Palästinenser zu vergewaltigen. Es ist eine groteske Erzählung, die jedoch einem uralten, tödlichen Muster folgt: Es ist die „Blutlüge“ in moderner Verkleidung. In meinem Buch „Verrat an der Freiheit“ analysiere ich, wie diese archaischen antisemitischen Narrative heute im Gewand der „Menschenrechtskritik“ reaktiviert werden. Dass das Berliner Publikum hier nicht schockiert schwieg, sondern johlte und feierte, zeigt den Grad der moralischen Verwahrlosung. Während Albanese diese Lügen spann, musste ich an die israelische Oketz-Einheit denken – an jene mutigen Hunde und ihre Führer, die in Gaza ihr Leben lassen, um Menschen vor Sprengfallen zu retten. Die Realität wurde hier nicht nur verdreht, sie wurde hingerichtet.

Die Umdeutung des Rechts

Auch in der Fragerunde blieb die Maske der Sachlichkeit nur mühsam gewahrt. Als ein mutiger Zuhörer nach den Opfern des Terrors fragte und wissen wollte, warum diese in Albaneses Berichten nie vorkämen, wurde er fast physisch aus dem Saal gedrängt. Albanese inszenierte sich daraufhin als „großzügige“ Schlichterin, nur um den Fragesteller kurz darauf juristisch abzukanzeln: „Terrorist“ sei keine rechtliche Kategorie.

Das ist faktisch falsch, aber in diesem Raum spielte die Wahrheit keine Rolle mehr. Es ging um die totale Delegitimierung Israels. Albanese behauptete weiter, Palästina sei vor 1948 ein Land gewesen, in dem alle Religionen friedlich zusammenlebten – eine geschichtsvergessene Romantisierung, die das Massaker von Hebron oder die Pogrome der 1920er Jahre einfach auslöscht. Mein Zwischenruf, der an diese Fakten erinnerte, löste sofortige Aggression aus. „Nazi“-Rufe fungierten hier als universeller Exorzismus, um die unbequeme Geschichte auszutreiben.

In dieser Dynamik offenbart sich der Kern dessen, was ich in der Systemanalyse meines Buches als den „institutionellen Bruch“ bezeichne: Wenn UN-Vertreter die Geschichte umschreiben und das Recht selektiv biegen, wird das Fundament unserer westlichen Ordnung aktiv zerstört.

Die Verliebtheit in den Untergang

Was mich an diesem Abend am meisten erschütterte, war nicht nur die Aggression, sondern die fast schon religiöse Verehrung, die Albanese entgegenschlug. Mein Begleiter flüsterte mir zu: „Die sind wie verliebt in sie.“ Es war eine kollektive Hingabe, die jeden Widerspruch auflöste. Draußen riefen dieselben Menschen, die sich kurz zuvor noch als „Genossen“ und „Kameraden“ einer egalitären Bewegung bezeichneten, ekstatisch „Queen! Queen!“. Es war das Ende der Logik. In dieser Sekten-Atmosphäre verschmolzen linke Ideologie und ein autoritärer Personenkult zu einer gefährlichen Einheit.

Besonders perfide war die Inszenierung des begleitenden Films eines französischen Regisseurs. Handwerklich professionell, inhaltlich reine Propaganda. Er arbeitete mit Auslassungen und einer Bildsprache, die israelische Politiker in die Nähe totalitärer Aufmärsche rückte – eine bewusste visuelle Gleichsetzung mit dem Nationalsozialismus. Das Ziel war klar: Israel soll symbolisch in eine moralische Vernichtungszone gerückt werden, aus der es kein Entkommen gibt.

Die gefährliche Mischung

In den Gesprächen nach der Veranstaltung offenbarte sich der totale Realitätsverlust. Ältere deutsche Frauen erklärten mir mit fester Überzeugung, es gäbe „Beweise“, dass die Opfer vom 7. Oktober nicht durch palästinensische Waffen gestorben seien. Es war kein Zweifel mehr, es war ein „Wissen des Herzens“, das immun gegen jede Empirie ist. Wenn Fakten nur noch als zionistische Propaganda abgetan werden, ist der Weg für Gewalt geebnet.

Draußen prahlten „Untergrund-Kämpfer“ mit ihren Taten, und es wurde offen über den Angriff auf israelische Unternehmen fantasiert. Albanese selbst blieb im Nebel: Sie lehnte Gewalt nicht klar ab, sondern sprach vage von „Widerstand“. In einer derart aufgepeitschten Menge wirkt ein solches Schweigen wie eine Lizenz zum Handeln.

Fazit: Der Verrat ist real

Ich bin nach Hause gegangen mit der Erkenntnis, dass das, was ich im Babylon erlebt habe, weit über einen einzelnen Abend hinausgeht. Es ist die praktische Umsetzung dessen, was ich in „Verrat an der Freiheit“ als den schleichenden Verlust unserer Grundwerte beschreibe. Wenn in Berlin antisemitische Blutlügen bejubelt werden und der Rechtsstaat zur Disposition steht, weil politische Opportunität wichtiger ist als der Schutz jüdischen Lebens, dann ist der Verrat bereits vollzogen.

Die Freiheit stirbt nicht durch einen Knall. Sie erstickt im Gebrüll einer Masse, die sich selbst für moralisch überlegen hält, während sie die Axt an die Wurzeln unserer Zivilisation legt. Mein Buch unteramazon.de/dp/B0GHS8H521ist der Versuch, diese Mechanismen offenzulegen – bevor die Dunkelheit, die ich im Babylon gespürt habe, zum Normalzustand wird.


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