Warum „Queers for Palestine“ für ihre eigenen Henker marschieren
Stellen Sie sich vor, Sie marschieren auf einer glitzernden Pride-Parade in Berlin, London oder New York. Sie tragen ein Schild: „Queers for Palestine“. Sie fühlen sich gut, auf der „richtigen“ Seite der Geschichte zu stehen, vereint im Kampf gegen „Kolonialismus“. Jetzt machen wir ein Gedankenexperiment: Wir nehmen Sie und Ihr Schild und beamen Sie direkt in das Zentrum von Gaza-Stadt oder nach Teheran. In Berlin ernten Sie Applaus; in Gaza ernten Sie den Tod – und das nicht durch eine israelische Rakete, sondern durch die Hände derer, die Sie gerade noch mit Parolen verteidigt haben. Es ist das bizarrste Paradoxon unserer Zeit: Eine Generation, die im Westen über „Microaggressions“ klagt, solidarisiert sich mit Regimen, für die ihre bloße Existenz eine „Macroaggression“ ist, die mit dem Baukran oder der Kugel bestraft wird.
Die Falle der Intersektionalität – Wenn Ideologie blind macht
Der moderne „Wokeismus“ basiert auf der Theorie der Intersektionalität. Sie besagt, dass alle Formen der Unterdrückung miteinander verknüpft sind. In dieser Logik wird die Welt in ein binäres Raster aus „Opfern“ und „Unterdrückern“ eingeteilt. Da Israel als westlich, technologisch überlegen und militärisch stark wahrgenommen wird, wird es automatisch in die Schublade des „weißen Unterdrückers“ gesteckt. Palästina hingegen wird als das ultimative Symbol des antikolonialen Widerstands gerahmt.
Diese intellektuelle Verengung führt dazu, dass linke Aktivisten Fakten schlichtweg ausblenden. Sie ignorieren, dass die Hamas eine tief religiöse, fundamentalistische Organisation ist, deren Charta keinen Raum für individuelle Freiheit lässt. Wer in den USA oder Europa für die Hamas jubelt, übersieht, dass diese Gruppierung keine „Befreiungsbewegung“ im westlichen Sinne ist, sondern eine theokratische Miliz. Für die Hamas ist die LGBTQ-Bewegung kein Verbündeter, sondern ein Zeichen westlicher Dekadenz, das es auszurotten gilt. Die „woke“ Linke hat sich ein Palästina-Bild erschaffen, das es in der Realität nicht gibt – ein romantisiertes Refugium des Widerstands, das in Wahrheit eine Hölle für jeden ist, der nicht der strengen Norm entspricht.
Die harte Realität in Gaza und dem Westjordanland
In Gaza ist Homosexualität nicht nur ein Tabu, sie ist lebensgefährlich. Das dort geltende Recht basiert teilweise noch auf britischen Verordnungen aus der Kolonialzeit, wurde aber durch die radikale Auslegung der Scharia durch die Hamas verschärft. „Unnatürlicher Geschlechtsverkehr“ wird mit bis zu zehn Jahren Haft bestraft – das ist die offizielle Version. Die inoffizielle Version ist weitaus blutiger.
Ein erschütterndes Beispiel ist der Fall von Mahmoud Ishtiwi, einem Kommandeur der Hamas, der 2016 hingerichtet wurde. Sein Verbrechen? „Moralisches Fehlverhalten“, ein Euphemismus für homosexuelle Kontakte. Er wurde gefoltert und schließlich mit drei Schüssen in die Brust exekutiert. Im Westjordanland, unter der Palästinensischen Autonomiebehörde, ist die Lage subtiler, aber kaum besser. Es gibt zwar kein explizites Gesetz gegen Homosexualität, doch die Polizei geht regelmäßig mit „Sittenkontrollen“ gegen Treffpunkte vor. Die größte Gefahr droht jedoch von der eigenen Familie. „Ehrenmorde“ an homosexuellen Familienmitgliedern werden oft totgeschwiegen oder von der Gesellschaft gedeckt. Dies führt dazu, dass hunderte LGBTQ-Palästinenser jedes Jahr versuchen, über die Grenze nach Israel zu fliehen. Sie riskieren ihr Leben, um in dem Land Schutz zu suchen, das ihre westlichen „Unterstützer“ als das pure Böse verteufeln.
Israel – Die Insel der Freiheit im Meer der Repression
Man kann die israelische Politik kritisieren, aber man kann die Fakten nicht leugnen: Israel ist der einzige Ort im gesamten Nahen Osten, an dem LGBTQ-Personen als volle Bürger mit Rechten leben. In Tel Aviv findet jedes Jahr die größte Pride-Parade der Region statt, an der hunderttausende Menschen teilnehmen – darunter auch viele Araber, die aus ihren Dörfern in die Stadt geflohen sind, um dort sie selbst zu sein.
In Israel sind Diskriminierungen aufgrund der sexuellen Orientierung gesetzlich verboten. Gleichgeschlechtliche Ehen, die im Ausland geschlossen wurden, werden anerkannt, und die Rechte von Transpersonen sind im Vergleich zu vielen europäischen Ländern fortschrittlich. Besonders bemerkenswert ist die Lage der arabischen Israelis. Über zwei Millionen Araber leben in Israel. Sie sind Richter, Ärzte, Abgeordnete und Unternehmer. Ein arabischer Israeli, der homosexuell ist, genießt den Schutz des israelischen Staates. Er kann gegen Diskriminierung klagen und seine Identität ausleben. Die Behauptung, Israel sei ein „Apartheid-Staat“, zerfällt in dem Moment, in dem man sieht, wie arabische LGBTQ-Personen in Haifa oder Jaffa sicher in Cafés sitzen, während sie wenige Kilometer weiter, im Gazastreifen, um ihr Leben fürchten müssten. Das ist kein „Pinkwashing“, das ist gelebte Rechtsstaatlichkeit.
Der Henker am Baukran – Iran und die Golfstaaten
Wenn man den Blick weitet, wird das Ausmaß der Verfolgung in der islamischen Welt noch deutlicher. Der Iran ist das schrecklichste Beispiel. Seit der islamischen Revolution 1979 wurden tausende Menschen wegen homosexueller Handlungen hingerichtet. Die Methode ist oft der Baukran: Menschen werden öffentlich gehängt, um die Bevölkerung einzuschüchtern. Das zynische Paradoxon hier: Da das Regime die Existenz von Homosexualität leugnet, drängt es schwule Männer dazu, Geschlechtsumwandlungen vornehmen zu lassen. Sie werden verstümmelt, um in ein binäres Raster zu passen, das das Regime akzeptiert.
In Saudi-Arabien und den Golfstaaten wie Dubai herrscht eine Fassade der Modernität. Man baut Wolkenkratzer und veranstaltet Formel-1-Rennen, doch unter der Oberfläche bleibt das Recht brutal. In Saudi-Arabien drohen Auspeitschungen und Todesstrafe. In Dubai mag man als Tourist in teuren Hotels sicher sein, solange man sich „unauffällig“ verhält. Doch für Einheimische reicht ein falscher Post in den sozialen Medien oder eine Denunziation durch einen Nachbarn, um im Gefängnis zu landen. Die „Sittenpolizei“ ist in diesen Ländern kein Relikt der Vergangenheit, sondern ein aktives Instrument der Unterdrückung. Wer im Westen „Anti-Kolonialismus“ schreit und diese Regime gewähren lässt, verrät jeden einzelnen mutigen Aktivisten vor Ort, der für ein Minimum an Freiheit kämpft.
Afrika – Wenn der Hass zum Gesetz wird
In weiten Teilen Afrikas verschärft sich die Lage dramatisch, oft befeuert durch eine Allianz aus radikalem Islam und fundamentalistischem Christentum. In Uganda wurde kürzlich eines der härtesten Anti-LGBTQ-Gesetze der Welt verabschiedet. Für „schwere Homosexualität“ droht dort nun die Todesstrafe. Das Gesetz ermutigt Bürger dazu, ihre Nachbarn zu verraten. Es ist eine Treibjagd auf Menschen.
In Nigeria sieht es nicht besser aus. Im Norden, wo die Scharia gilt, droht die Steinigung. Im Süden sind langjährige Haftstrafen die Regel. Der „Human Touch“ in diesen Ländern ist geprägt von Angst. Menschen leben in „Safe Houses“, immer bereit, beim kleinsten Klopfen an der Tür zu fliehen. Auch die Türkei, die einst als säkulares Vorbild galt, rutscht unter Erdogan immer tiefer in die Repression. Pride-Märsche werden mit Tränengas aufgelöst, und die Rhetorik des Staates brandmarkt LGBTQ-Personen als „Perverse“, die die traditionelle Familie zerstören wollen. Diese globalen Entwicklungen zeigen: Wo der liberale Westen zurückweicht oder sich in Selbsthass zerfleischt, füllen autoritäre und religiöse Kräfte das Vakuum mit gnadenloser Gewalt.
Das Erwachen aus dem woken Albtraum
Wohin führt dieser „linke woke Kram“? Er führt in eine moralische Sackgasse, in der die Verteidigung von Ideologien wichtiger geworden ist als die Verteidigung von Menschenleben. Wenn queere Aktivisten die Hamas unterstützen, begehen sie intellektuellen und politischen Selbstmord. Sie stärken Kräfte, die – sobald sie die Macht hätten – als Erstes die „nützlichen Idioten“ des Westens eliminieren würden.
Wir müssen aufhören, die Welt durch die rosarote Brille der Intersektionalität zu sehen. Fakten müssen wieder Vorrang vor Gefühlen haben. Es ist möglich, Mitgefühl für das Leid von Zivilisten im Krieg zu haben, ohne sich mit einer Terrororganisation gemein zu machen, die alles hasst, wofür der Westen (eigentlich) steht: individuelle Freiheit, Meinungsäußerung und das Recht, zu lieben, wen man will. Wer die Freiheit schützen will, muss ihre Feinde beim Namen nennen – auch wenn sie das Gewand des „Unterdrückten“ tragen. Es ist Zeit für ein Erwachen, bevor die Allianz aus Ignoranz und Intoleranz die Fundamente unserer eigenen Freiheit untergräbt.
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