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Wegsehen aus Staatsräson? Warum die ARD die Wahrheit über queerfeindliche Gewalt verschweigt

Früher war Hamburg für mich ein sicherer Hafen. Doch seit 2010 erlebe ich eine Zunahme von Gewalt gegen Schwule, die fast ausschließlich von muslimischen Jugendgruppen ausgeht. Die ARD-Doku „Jagd auf Schwule“ verschweigt diese Realität und fokussiert sich nur auf rechtsradikale Täter. Ein Kommentar.

Wegsehen aus Staatsräson? Warum die ARD die Wahrheit über queerfeindliche Gewalt verschweigt
Die Karikatur kritisiert eine wahrgenommene Einseitigkeit in der Berichterstattung, die sich stark auf Rechtsextremismus fokussiert und andere Problemfelder ausblendet. Mit KI erstellt.

Ich bin im Hamburg der 90er und frühen 2000er Jahre aufgewachsen. Geboren 1989, gehörte ich zu einer Generation, für die sexuelle Selbstbestimmung zunehmend als Normalität galt. Als ich mich mit 15 Jahren an meiner Schule outete, war das – rückblickend betrachtet – fast unspektakulär. Es war eine Privatschule, das Umfeld war liberal, es gab kein Mobbing, keine Ausgrenzung. Ich war jung, schwul und engagierte mich politisch gegen rechts. Das Magnus-Hirschfeld-Zentrum war ein sicherer Hafen, ein Ort des Austauschs und der Gemeinschaft. Damals, so schien es, war die Welt für uns in Ordnung.

Selbst mein Freundeskreis war ein Spiegelbild einer komplexen, aber funktionierenden Gesellschaft. Ich hatte Schulfreunde, die damals Nazis waren, die sich zur rechten Szene zählten. Man mag es kaum glauben, aber selbst das war kein Problem. Ich war kein Problem für sie, und sie waren keines für mich. Wir respektierten uns als Menschen, jenseits der politischen Ideologie. Heute, Jahre später, sind diese Freunde längst ausgestiegen, haben sich von ihrer rechtsextremen Vergangenheit distanziert. Es war eine Zeit des Dialogs, selbst über tiefe Gräben hinweg.

Doch all das änderte sich. Nicht über Nacht, sondern ganz langsam, schleichend, beginnend etwa ab dem Jahr 2010. Die gefühlte und reale Sicherheit begann zu bröckeln. Es war ein Prozess, den ich nicht nur an mir selbst beobachtete, sondern der in der gesamten queeren Community Hamburgs und darüber hinaus spürbar wurde. Die Normalität des Schwulseins im öffentlichen Raum wurde plötzlich wieder in Frage gestellt – nicht durch Gesetze, sondern durch rohe Gewalt auf der Straße.

Es begann mit den ersten Übergriffen. Im Stadtpark, eigentlich ein Ort der Erholung, wurden schwule Paare angepöbelt. Auf dem Christopher Street Day, dem Symbol unserer Freiheit, kam es zu Handgreiflichkeiten. Und die Täter? Jedes Mal, ohne Ausnahme, wenn ich Zeuge oder Betroffener war, handelte es sich um Gruppen muslimischer Jugendlicher.

Dann die Eskalation: Steine flogen in die Scheiben des Magnus-Hirschfeld-Zentrums, jenes Ortes, der jahrzehntelang für Sicherheit stand. Die Täter: muslimische Jugendliche. Freunde von mir wurden in Berlin krankenhausreif geschlagen, nur weil sie es wagten, Händchen haltend durch die Straße zu gehen. Die Angreifer: muslimische Jugendliche. Diese Vorfälle waren keine Einzeltaten mehr, sie wurden zum Muster. Sie wiederholten sich immer und immer wieder, nicht nur in Hamburg oder Berlin, sondern überall in Deutschland.

Das ist die Realität, in der ich seit über einem Jahrzehnt lebe. Und in dieser Realität gibt es eine bemerkenswerte Konstante: Nicht ein einziges Mal bin ich bis zum heutigen Tag von Rechten bedroht worden.

Natürlich ist mir bewusst, dass es Homophobie überall gibt, in jedem gesellschaftlichen Milieu, in jeder politischen Strömung. Aber wenn wir über die rohe Gewalt sprechen, über die Angriffe auf offener Straße, über das Gefühl der permanenten Bedrohung, dann kommt die absolute Mehrheit der Täter aus einem ganz bestimmten Kreis: Es sind Gruppen von jungen Männern, die einem orthodoxen, konservativen Islam angehören.

Dabei spielt der Gruppenzwang eine entscheidende Rolle. Diese Täter treten fast nie alleine auf. Sie agieren in Gruppen, rotten sich zusammen, und in dieser Masse fühlen sie sich stark und legitimiert. Es ist eine toxische Mischung aus patriarchalen Ehrvorstellungen, religiösem Dogmatismus und der Dynamik der Straße. Deutsche Täter hingegen sind nur sehr selten in solchen Gruppenstrukturen anzutreffen, die Jagd auf Schwule machen.

Und dann sehen wir Dokumentationen wie die der ARD über "Jagd auf Schwule". Ein Film, der vorgibt, ein ernstes gesellschaftliches Problem zu beleuchten, Angriffe auf Homosexuelle bei vorgetäuschten Dates thematisiert. Man schaltet ein, in der Erwartung, eine ehrliche Analyse der Zustände zu sehen. Doch was bekommt man vorgesetzt? Die Dokumentation konzentriert sich ausschließlich auf rechtsradikale Täter. Täter mit Migrationshintergrund, insbesondere aus dem arabischen oder muslimischen Raum, werden mit keinem einzigen Wort erwähnt.

Dies ist nicht nur eine selektive Berichterstattung, es ist eine glatte Lüge durch Auslassung. Die ARD verschweigt eine zentrale Tätergruppe total. Und man muss sich die Frage stellen: Warum? Warum weigert sich der öffentlich-rechtliche Rundfunk, die Realität so abzubilden, wie sie ist? Warum wird wieder einmal, wie so oft in den letzten Jahren, politisch korrekt verschwiegen, wer die Mehrheit der Täter in diesem Bereich darstellt?

Es drängt sich der Verdacht auf, dass hier eine Art ideologische Staatsräson über die journalistische Wahrheitspflicht gestellt wird. Man hat offensichtlich Angst davor, Narrative zu bedienen, die als "rechts" oder "ausländerfeindlich" ausgelegt werden könnten. Lieber lässt man die Opfer im Stich, lieber verschweigt man die wahren Probleme, als die mühsam aufrechterhaltene Illusion einer gelungenen Integration und eines friedlichen Multikulturalismus zu gefährden. Der Verweis auf "rechts" als alleinige Ursache für Queerfeindlichkeit ist eindeutig falsch und manipulativ. Er dient dazu, eine unbequeme Debatte über die Schattenseiten bestimmter Zuwanderungsmilieus und die dort verbreiteten Wertehaltungen zu verhindern.

Diese Verweigerung der Realität ist brandgefährlich. Sie führt dazu, dass wir die falschen Rezepte gegen die Gewalt entwickeln. Wenn wir so tun, als sei Homophobie nur ein Problem von Neonazis, dann ignorieren wir die Gefahr, die von einem orthodoxen Islam ausgeht, der Schwulsein als Sünde und Schande betrachtet. Wir lassen zu, dass sich Parallelgesellschaften verfestigen, in denen unsere liberalen Grundwerte nichts gelten. Und wir lassen die Menschen allein, die in diesen Milieus aufwachsen und selbst queer sind – sie sind die ersten Opfer dieser verschwiegenen Intoleranz.

Es ist Zeit, die Samthandschuhe auszuziehen. Wir müssen die Tätergruppen klar benennen, wenn wir das Problem der queerfeindlichen Gewalt effektiv bekämpfen wollen. Wir brauchen eine ehrliche Debatte über die Rolle von Religion, Kultur und Herkunft bei diesen Straftaten. Das Verschweigen aus Gründen der politischen Korrektheit hilft niemandem. Es schützt die Täter und verhöhnt die Opfer. Die ARD hat mit dieser Dokumentation einen Offenbarungseid geleistet. Sie hat gezeigt, dass ihr die eigene Ideologie wichtiger ist als die Wahrheit. Wir, die wir tagtäglich mit dieser Wahrheit konfrontiert sind, dürfen das nicht länger schweigend hinnehmen.

Laut polizeilicher Kriminalstatistik liege ich mit dieser Einschätzung falsch, aber ich bleibe bei meiner Aussage.

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