Wie linke Medien am 11. September die Mörder freisprechen – und dem Westen die Schuld geben!
Am 25. Jahrestag von 9/11 liefert die taz das Paradebeispiel linker Medienversagen: Täter-Opfer-Umkehr. Statt an die 3.000 Ermordeten zu erinnern, spricht Korrespondent Karim El-Gawhary die Terroristen frei und macht den Westen zum Schuldigen. Ein Essay über den Verrat an den Opfern des Terrors.
Die perfide Täter-Opfer-Umkehr
Es ist der Morgen des 11. Septembers 2026. Ein Vierteljahrhundert ist vergangen, seit knapp 3.000 unschuldige Menschen in den Trümmern des World Trade Centers, im Pentagon und auf einem Feld in Pennsylvania auf brutalste Weise ermordet wurden. Ein Tag, der die Welt aus den Angeln hob und eine tiefe, blutige Wunde in das Gedächtnis der freien, demokratischen Welt brannte. Doch wer heute an diesem historischen Datum die Spalten gewisser linker Leitmedien aufschlägt, reibt sich ungläubig die Augen. Anstatt der Opfer zu gedenken, anstatt die fanatische Bösartigkeit der Täter und ihrer Netzwerke zu verurteilen, wird dem Leser ein journalistischer Giftcocktail serviert, der schlichtweg sprachlos macht.
Der jüngste Kommentar in der taz ist nicht nur ein gewöhnlicher Meinungsbeitrag. Er ist das erschütternde Zeugnis eines intellektuellen Bankrotts. Er ist das Paradebeispiel einer Berichterstattung, die sich dem Gedenken komplett verweigert und stattdessen eine absurde, ideologisch verblendete Täter-Opfer-Umkehr betreibt. Was hier als differenzierte politische Analyse aus dem Nahen Osten verkauft wird, ist in Wahrheit ein gigantischer, struktureller Freispruch für die schlimmsten Massenmörder unserer Zeit.
Wer ist Karim El-Gawhary? Der Mann hinter der Täter-Opfer-Umkehr
Um zu verstehen, wie ein derartiger Text an einem solchen Datum publiziert werden kann, muss man sich ansehen, wer ihn geschrieben hat. Der Name unter dem Artikel lautet Karim El-Gawhary. In der linken Medienszene wird er als unantastbarer Erklärer des Nahen Ostens gefeiert. Doch ein Blick auf seinen Werdegang offenbart schnell, aus welcher Blase hier argumentiert wird.
Karim El-Gawhary wurde 1963 in München als Sohn einer deutschen Mutter und eines ägyptischen Vaters geboren. Er studierte Islamwissenschaften und Politik an der Freien Universität in Berlin – der traditionellen Kaderschmiede linker Geisteswissenschaften in Deutschland. Seit 1991, also seit unglaublichen 35 Jahren, lebt und arbeitet er als Korrespondent in Kairo. Seit 2004 leitet er dort das Nahostbüro des ORF und schreibt gleichzeitig für Blätter wie die taz oder die Wiener Presse.
El-Gawhary ist kein neutraler Beobachter von außen, sondern ein Mann, der das arabische Narrativ im Laufe der Jahrzehnte vollends verinnerlicht hat. Wer über drei Jahrzehnte in Kairo sitzt, droht offensichtlich die Distanz zu verlieren. Sein Blick auf die Welt ist der Blick der arabischen Straße, gefiltert durch eine westlich-linke Anti-Imperialismus-Brille. Das erklärt, warum El-Gawhary in seinem Text nicht mit den Opfern von New York fühlt, sondern die Täter aus der Region fast schon beschützend in den Arm nimmt und ihre Taten als bloße Reaktionen auf den angeblich übermächtigen Westen deklariert. Er betrachtet den Terror nicht als Bedrohung der freien Welt, sondern lediglich als gescheitertes soziologisches Projekt innerhalb seines Berichterstattungsraums.
Die Entmündigung des Terrors: Wie Mörder zu Opfern der Umstände gemacht werden
Der Trick, mit dem El-Gawhary und Publikationen wie die taz operieren, ist so perfide wie subtil. Es ist die Waffe des strukturellen Relativismus. Wenn man diesen Artikel liest, bekommt man das unweigerliche Gefühl, der islamistische Terrorismus sei gar kein bewusstes, von Menschen geplantes und gewolltes Übel. Es gibt in dieser Erzählung keine fanatischen Akteure, die aus tiefstem Hass auf Freiheit, Demokratie und das menschliche Leben handeln. Stattdessen wird der Terror zu einer Art tragischem Wetterphänomen degradiert, zu einer unglücklichen physikalischen Reaktion auf westliche „Fehler“.
Die Täter werden auf dem Altar der linken Geopolitik-Theorie geopfert und ihrer eigenen Handlungsverantwortung beraubt. El-Gawhary redet über Al-Qaida, den IS, die Hamas oder die Hisbollah, als seien es bloß fehlgeleitete NGOs, die sich aus purer Verzweiflung über eine „illegitime Besatzung“ radikalisiert hätten. Die Botschaft zwischen den Zeilen ist toxisch und unmissverständlich: Sie konnten ja nicht anders. Sie wurden durch die Umstände, durch den US-Imperialismus, durch Israel und den Westen zu dem gemacht, was sie sind.
Das ist nichts anderes als der Verrat an der Handlungsfreiheit des Individuums. Wer Terroristen zu reinen Reaktionsmaschinen auf westliche Außenpolitik erklärt, spricht ihnen den eigenen, bewussten Willen zur Zerstörung ab. Es ist eine unfassbare, im Kairoer Elfenbeinturm floriende Arroganz: Man glaubt allen Ernstes, alles Leid der Welt, jeder Extremismus und jeder Bombenanschlag müsse letztlich auf das Konto des Westens gehen. Die Täter? Nur noch tragische Randfiguren in einem Stück, dessen wahrer Bösewicht angeblich in Washington oder Jerusalem sitzt.
Die unsichtbaren Hintermänner: Das bewusste Schweigen über die Finanzierer
Besonders entlarvend ist das, was ein so hochdekorierter Nahost-Experte wie El-Gawhary konsequent verschweigt. Wer einen Text über den Niedergang von Al-Qaida und das angebliche Scheitern der „islamischen Steinzeit-Ideologie“ schreibt, ohne die massiven, milliardenschweren Netzwerke zu benennen, die diesen Terror bis heute finanzieren, betreibt aktive Geschichtsklitterung.
Wo bleibt die Anklage gegen die staatlichen Sponsoren des Terrors? Wo ist in diesem Artikel die schonungslose Analyse der Rolle Katars, das Milliarden in radikale Netzwerke pumpt und den Hamas-Führern luxuriöse Zufluchtsorte bietet? Wo ist die Verurteilung des Mullah-Regimes im Iran, das als globaler Oktopus seine Tentakel durch den gesamten Nahen Osten zieht und Terror-Milizen von der Hisbollah im Libanon bis zu den Huthi im Jemen bewaffnet, trainiert und orchestriert?
Diese Akteure werden schlichtweg ausgeblendet oder, noch schlimmer, als legitime geopolitische Gegenspieler verharmlost. Saudi-Arabien wird von El-Gawhary lediglich als geläuterter Ex-Sponsor erwähnt, weil das Land unter Kronprinz MBS nun angeblich modernisiert wird. Die brutale Realität, dass islamistischer Terror kein spontaner Aufstand der Unterdrückten ist, sondern ein hochfinanziertes, staatlich gestütztes Machtinstrument skrupelloser Autokratien, passt nicht in das Narrativ vom bösen Westen. Also wird diese ungemütliche Realität vom Kairo-Korrespondenten am Jahrestag des Terrors kurzerhand gelöscht.
Die ultimative Täter-Opfer-Umkehr und die Verhöhnung der Toten
Was bedeutet diese journalistische Strategie für die eigentlichen Opfer? Es ist der pure Zynismus. Wenn die Schuldigen auf einmal nicht mehr die fanatischen Terroristen und ihre Finanziers sind, sondern die „Strukturen“, der „Kapitalismus“, der „Imperialismus“ und letztlich die westlichen Demokratien selbst, dann geraten die Opfer geradewegs ins Fadenkreuz.
Die 3.000 Toten des 11. Septembers, die unzähligen Ermordeten europäischer Anschläge, die bestialisch abgeschlachteten Zivilisten des 7. Oktobers in Israel – sie alle werden in dieser verdrehten Logik zu einem bloßen Kollateralschaden, der vom Westen selbst provoziert wurde. Die Logik des Textes ist eine rhetorische Falle: Wenn der Westen ohnehin an allem schuld ist, dann waren die Opfer von 9/11 letztlich die Repräsentanten eines legitimen Angriffsziels. Das wird in der taz so direkt natürlich niemals ausgesprochen. Doch die argumentative Struktur des studierten Islamwissenschaftlers lässt keinen anderen Schluss zu. Wer die Täter zu bemitleidenswerten Reagierenden macht, macht die Opfer zu den eigentlichen Auslösern. Es ist die perfideste Form des Victim Blaming.
Der Missbrauch eines historischen Datums für linke Propaganda
Dass dieser ideologische Feldzug ausgerechnet an einem 25. Jahrestag des 11. Septembers publiziert wird, setzt dem Ganzen die Krone auf. Die taz und Karim El-Gawhary nutzen die weltweite Aufmerksamkeit für das größte Attentat der Geschichte als billigen Clickbait, als Lockmittel, um dann im Text sofort vom eigentlichen Gedenken wegzuschwenken. Stattdessen wird eine anti-israelische und anti-amerikanische Agenda abgearbeitet, die sich wie ein Phrasendrescher der 68er-Bewegung liest.
Israel wird völlig unverblümt der „ethnischen Säuberung“ bezichtigt, die USA werden als gescheiterte Gewalttäter diffamiert, und mörderische Terrororganisationen wie die Hamas und Hisbollah erhalten das verharmlosende Prädikat „Widerstandsbewegungen“. Der 11. September dient hier nicht als Moment der Innehalte, nicht als Mahnung vor den unfassbaren Abgründen des militanten Islamismus, sondern lediglich als publizistisches Sprungbrett, um die alte, verstaubte links-antiimperialistische Leier abzuspielen.
Fazit: Ein Journalismus, der sich selbst abschafft
Wir müssen diese Art der Berichterstattung endlich als das benennen, was sie ist. Sie ist keine kritische Aufklärung. Sie ist keine Erhellung komplexer geopolitischer Zusammenhänge durch einen erfahrenen Auslandskorrespondenten. Sie ist die völlige Kapitulation der moralischen Klarheit. Wer, wie Karim El-Gawhary, nicht in der Lage ist, an einem Tag wie dem 11. September uneingeschränkt und ohne reflexartiges „Aber der Westen...“ die Täter, ihre menschenverachtende Ideologie und ihre staatlichen Geldgeber zu verurteilen, hat seinen moralischen Kompass irreparabel verloren.
Dieser Journalismus tappt sehenden Auges in die Toleranzfalle: Er begegnet den Feinden der freien, demokratischen Gesellschaft mit grenzenlosem soziologischem Verständnis, während er die Vertreter und Verteidiger genau dieser freien Gesellschaft mit maximaler Härte kritisiert. Es ist ein Verrat an den Werten, die wir gegen den Terrorismus verteidigen müssen. Es ist ein Schlag ins Gesicht aller Opfer. Und es ist ein lautes, triumphales Signal an alle Extremisten auf dieser Welt: Macht nur weiter. Die westliche Presse wird schon einen Weg finden, dem Westen selbst die Schuld für eure Verbrechen zu geben.
Medienkritik, Karim El-Gawhary, taz, Täter-Opfer-Umkehr, 9/11, Journalismus, Linke Ideologie, Geopolitik, Terrorismus, Propaganda, Victim Blaming, Nahostkonflikt
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