Angriffe auf die Pressefreiheit: Das Netzwerk hinter „Widersetzen“
Nach den Gewaltexzessen gegen Reporter beim AfD-Parteitag in Erfurt rechtfertigt die Initiative „Widersetzen“ die Angriffe und droht Parteien wie CDU und BSW. Eine Analyse der strafrechtlichen Konsequenzen, der Rolle von Sprecherin Noa Sander und der verdeckten Finanzierung durch den DGB.
Wenn der Protest den Rechtsstaat verlässt
Das erste Juli-Wochenende 2026 in der thüringischen Landeshauptstadt Erfurt markiert einen tiefen Einschnitt in der bundesdeutschen Demonstrations- und Debattenkultur. Was als legitimer, friedlicher Gegenprotest gegen den Bundesparteitag der Alternative für Deutschland (AfD) angekündigt war, eskalierte vor Ort in gezielte Gewalt gegen Medienschaffende und offene Drohungen gegen demokratische Institutionen. Das linksradikale Aktionsbündnis „Widersetzen“ steht seither im Zentrum einer hitzigen Debatte über die Grenzen des politischen Aktivismus, die selektive Aushebelung der Pressefreiheit und die verdeckten Finanzierungsströme radikaler Gruppierungen durch etablierte Organisationen wie den Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB).
Chronologie der Eskalation: Was geschah in Erfurt?
Rund um den AfD-Bundesparteitag in Erfurt mobilisierten linke und linksradikale Gruppierungen zehntausende Menschen. Während die Polizei von etwa 31.000 Teilnehmern sprach, gaben die Veranstalter Zahlen von bis zu 50.000 Protestierenden an. Neben friedlichen Kundgebungen setzte das Bündnis „Widersetzen“ jedoch von Beginn an auf die Strategie des sogenannten „zivilen Ungehorsams“, um den Parteitag aktiv und physisch zu behindern. Dazu gehörten großflächige, unangemeldete Sitzblockaden auf den zentralen Zufahrtswegen zum Messegelände sowie die zeitweise Sperrung von Abschnitten der Bundesautobahn 71.
Am Samstag des Protestwochenendes schlug der Aktivismus in rohe Gewalt um. Zielscheibe waren insbesondere Journalisten, die nicht dem linken Spektrum zugeordnet werden. Ein dreiköpfiges Reporterteam des konservativen Nachrichtenportals Apollo News wurde von einem aggressiven Mob durch die Straßen gejagt und attackiert. Zwei der Reporter erlitten dabei Verletzungen; ein Journalist wurde zu Boden gestoßen und gezielt gegen den Hinterkopf getreten. Auch Reporter anderer Medien, darunter der Jungen Freiheit, wurden physisch angegriffen, bedrängt oder ihrer Arbeitsgeräte beraubt. Die thüringische Polizei musste mehrfach einschreiten, um Journalisten aus bedrohlichen Situationen zu evakuieren.
Das Fanal der Pressekonferenz: Die Rhetorik der Gewaltrechtfertigung
Die eigentliche politische und juristische Zäsur folgte jedoch am Sonntag bei der offiziellen Abschluss-Pressekonferenz des Bündnisses „Widersetzen“. Vor versammelter Presse weigerten sich die Sprecher der Initiative zunächst beharrlich, Fragen des betroffenen Mediums Apollo News überhaupt zuzulassen oder zu beantworten. Erst als Journalisten des öffentlich-rechtlichen Rundfunks (Bayerischer Rundfunk, Deutschlandfunk) sowie von Privatmedien wie FOCUS online solidarisch nachhakten und eine Stellungnahme zu den Gewaltexzessen des Vortrags forderten, brach das Bündnis sein Schweigen.
Die offizielle Pressesprecherin des Bündnisses, Noa Sander, gab daraufhin eine Erklärung ab, die in der deutschen Medienlandschaft fassungsloses Entsetzen auslöste:
„Wir sind nach Erfurt gekommen, um Faschist*innen zu blockieren. Faschist*innen mit einem Presseausweis sind immer noch Faschist*innen.“
🔴 Die Sprecher von „Widersetzen“ rechtfertigen offen den brutalen Angriff auf unsere Apollo News-Kollegen auf ihrer Demonstration - „Faschist*innen mit Presseausweis sind immer noch Faschist*innen“, sagt man zu unseren Reportern und möchte sie von der Pressekonferenz… pic.twitter.com/foU12LFWRG
— Max Mannhart (@maxmannhart) July 5, 2026
Mit dieser Formulierung sprach Sander den angegriffenen Journalisten pauschal ihren Status als schutzwürdige Medienschaffende ab und legitimierte im Nachgang die physische Gewalt. Direkt im Anschluss richtete die Sprecherin eine unverhohlene Drohung an die im Raum anwesenden Reporter von Apollo News: „Ich weiß nicht, was Sie nicht verstanden haben. Sie sind auf unseren Aktionen nicht willkommen. Sie können auch gerne jetzt gehen.“ Diese Ausladung wurde von den im Raum anwesenden Unterstützern des Bündnisses mit demonstrativem Applaus quittiert.
Doch die Drohkulisse beschränkte sich nicht auf die Presse. Im weiteren Verlauf der Konferenz weitete Sander die Warnungen auf das gesamte demokratische Parteienspektrum aus, insbesondere mit Blick auf die anstehenden Landtagswahlen und mögliche Regierungsbildungen in Thüringen:
„An alle Parteien, insbesondere CDU und BSW: Das hier ist unsere explizite Warnung! Wenn ihr es wagt, den Faschist*innen an die Macht zu helfen, macht ihr euch zu unserem nächsten Aktionsziel.“
Während Suraj Mailitafi ein öffentliches, verifizierbares Profil hat, operiert Noa Sander als absolute Blackbox.
Über das Alter, den Wohnort oder den erlernten Beruf gibt es keinerlei öffentliche oder behördlich bestätigte Angaben.