Das Licht im Königsmoor
Ein wanderndes Licht über dem Königsmoor führt Hinnerk Kuhlmann zu einem Toten im Schilf. Doch der Pächter starb nicht dort. Zwischen Altöl, alten Feindschaften und einer verängstigten Tochter entdeckt Hinnerk eine Lüge, die ein ganzes Dorf beinahe verschluckt hätte.
Ein Henrik Kuhlmann Kurzkrimi für Die Vossische
Als das Licht zum dritten Mal über das Moor wanderte, lag der Mann schon tot im Schilf.
Hinnerk Kuhlmann sah es vom Küchenfenster des alten Gasthauses aus. Ein blasser Kegel, der zwischen den Birken auftauchte, verschwand und wiederkam. Kein Autoscheinwerfer. Kein Fahrrad. Eine Taschenlampe.
„Um die Zeit sucht niemand Pilze“, sagte Jana Wrede.
„Doch“, sagte Hinnerk. „Leute, die nicht gefunden werden wollen.“
Eine Stunde später standen sie am Rand des Königsmoors. Der Tote lag halb im Wasser, halb auf dem gefrorenen Gras. Gummistiefel, Jagdjacke, Bartstoppeln. Neben seiner rechten Hand lag ein altes Fernglas.
„Arne Bohlmann“, sagte Jana. „Pächter. Kein beliebter Mann.“
„Wer ist das schon?“
„Er hat gegen Windräder geklagt, Jäger angezeigt, Nachbarn verklagt und letzte Woche einem Bauern die Zufahrt sperren lassen.“
Hinnerk kniete sich nicht hin. Er sah auf die Stiefel.
„Er ist nicht hier gestorben.“
Jana seufzte. „Wir sind seit acht Minuten hier.“
„Dann bin ich ja schnell.“
„Warum?“
Ein einziger Blick auf die Stiefel des Toten genügt Hinnerk Kuhlmann, um die Ermittlungen in eine völlig neue Richtung zu lenken. Doch das rätselhafte Licht im Moor, eine verschwundene Taschenlampe und ein Dorf voller Verdächtiger führen zu einer Wahrheit, mit der niemand gerechnet hat.