Das Schweigen der Nacht: Warum Hamburgs Jugend nicht mehr feiern geht

Clubsterben: Der investigative Bericht beleuchtet am Beispiel einer Mutter und ihrer Teenager den Wandel des Nachtlebens. Reale Gewalterfahrungen und Angst vor Übergriffen vertreiben das Publikum von den Partymeilen in private Räume – untermauert durch alarmierende Kriminalstatistiken.

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Das Schweigen der Nacht: Warum Hamburgs Jugend nicht mehr feiern geht
Clubsterben Hamburg: Warum die Jugend nicht mehr ausgeht

Hamburg, Hanseviertel, Anfang der 1990er-Jahre. Wenn die Lichter der legendären Diskothek „Posemuckel“ angingen, traf sich dort die Jugend der Hansestadt. Unter ihnen war Louisa.

Geboren 1976, aufgewachsen im bürgerlichen Poppenbüttel, Schülerin am dortigen Gymnasium. Für sie und ihre Freundinnen war der Club ein geschützter Raum.

„Es war eine völlig andere Zeit“, erinnert sich die heute 50-Jährige. „Wir fühlten uns sicher. Pünktlich zur gesetzlichen Sperrzeit für Minderjährige musste ich raus. Mein Vater wartete draußen im Auto. Es gab klare Regeln, aber keine Angst.“

Das Ende des „Posemuckel“: Ein historischer Wandel

Doch diese Unbeschwertheit endete abrupt. Der Betreiber des „Posemuckel“ geriet in den Fokus der Justiz.

Er wurde verklagt und verurteilt, weil er türkische und afrikanische Männer an der Tür systematisch abweisen ließ. Seine damalige Begründung: Er wolle die „Sicherheit und Unbeschwertheit seines Klientels“ garantieren, damit Frauen unbelästigt bleiben.

Die juristische Verurteilung zog eine wirtschaftliche Kettenreaktion nach sich. Nach der erzwungenen Öffnung der Türpolitik veränderte sich die Gätestruktur rasant.

Das verstärkte Auftreten des neuen, aggressiveren Klientels führte dazu, dass weibliche Gäste wegblieben. Kurz darauf blieben auch die jüngeren männlichen Besucher aus. Der Club verlor seine wirtschaftliche Basis und musste für immer schließen.

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