Die neue Strategie des Online-Islamismus
Er betreibt einen Online-Versand in Hessen, doch digital steuert der Konvertit Raimund „Suhaib“ Hoffmann Kampagnen, die Hunderttausende erreichen. Ein Blick auf Verfassungsschutzberichte und Plattform-Warnungen zeigt, wie legalistische Islamisten die Grenzen der Demokratie austesten.
Er betreibt einen Online-Versandhandel in Südhessen, doch im Netz steuert der Konvertit Raimund „Suhaib“ Hoffmann Kampagnen, die Hunderttausende erreichen. Ein Blick auf die Berichte des Verfassungsschutzes, aktuelle Gerichtsentscheidungen und offizielle Plattform-Warnungen zeigt, wie legalistische Islamisten die Grenzen des Rechtsstaates austesten – und wie das System im Hintergrund funktioniert.
Von der Redaktion der Vossischen.
Die Spur nach Mörfelden-Walldorf
In den Gewerbegebieten von Mörfelden-Walldorf, unweit des Frankfurter Flughafens, dominiert funktionale Zweckarchitektur. Hier ist der Sitz eines etablierten Online-Versandhandels für ökologische Lebensmittel. Die Betreiber Raimund Hoffmann und Ali Kil vertreiben über ihre Plattform Datteln, Schwarzkümmelöl und Gewürze. Ein unauffälliges Geschäft, das sich nahtlos in den Alltag einfügt.
Doch für die Sicherheitsbehörden ist die Adresse in Südhessen seit Jahren von erheblichem Interesse. Nach Erkenntnissen des hessischen Landesamtes für Verfassungsschutz (dokumentiert unter anderem im hessischen Verfassungsschutzbericht 2023, S. 231) dienten dieselben Räumlichkeiten als Produktionsstudio für die Medienplattform Realität Islam (RI).
Der Verfassungsschutz äußert in seinen Berichten den konkreten Verdacht, dass finanzielle Erlöse aus dem kommerziellen Bio-Versandhandel zur Querfinanzierung der aufwendig produzierten Propagandavideos genutzt worden sein könnten. Hoffmann und sein Geschäftspartner Kil ließen eine schriftliche Anfrage dieser Redaktion zu diesen Vorwürfen und den finanziellen Verflechtungen bis zum Redaktionsschluss unbeantwortet.