Die Sprach-Kosmetiker des Terrors – und ihr selektives Gehör

Wer echten Antisemitismus fernsehtauglich fönen will, bittet den Befragten einfach, „Jude“ durch „Zionist“ zu ersetzen. Während reiche Erben diese Hamas-Wäsche sponsern, brennt im Norden Israels Hisbollah-Terror im toten Winkel deutscher Medien – und jüdische Lokale in Berlin schließen.

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Die Sprach-Kosmetiker des Terrors – und ihr selektives Gehör
Wir haben uns längst entschieden, wen wir in diesem Land gewähren lassen und wer am Ende geht.

Es ist ein faszinierendes Handwerk, das wir derzeit in den bessergestellten Zirkeln der deutschen Hauptstadt bestaunen dürfen: die kosmetische Chirurgie am offenen Vorurteil. Wenn der gemeine Palästinenser auf der Straße im Eifer des Gefechts ins Mikrofon diktiert, dass er schlicht „die Juden“ hasst, dann ist das für das feinsinnige deutsche Fernsehpublikum natürlich unschicklich. Da zuckt der Redakteur zusammen, da droht der Sendeplatz in der Primetime Schaden zu nehmen.

Doch zum Glück gibt es Expertinnen wie Kristin Helberg. Mit der geduldigen Professionalität einer Logopädin bittet man den Interviewten einfach: „Können Sie das noch mal sagen? Aber lassen Sie diesmal das Wort ‚Jude‘ weg.“ Und siehe da: Aus plumper Menschenfeindlichkeit wird im Handumdrehen salonfähige „Israelkritik“. Ein sprachliches Peeling, einmal drüberpoliert, und schon passt der Hass wieder perfekt zwischen den Weißwein und das Bio-Catering im Berliner Kulturhaus „Spore“. Man nennt das wohl „konstruktiven Journalismus“. Ich nenne es die gezielte Entseuchung des Antisemitismus für das deutsche Gemüt, damit man sich beim Mitfühlen nicht so schmutzig machen muss.