Scharia-Falle: Wie Salafisten Schülerinnen ködern

Ein Picknick im Park, eine charismatische Ex-Boxweltmeisterin und ein Smartphone voller Scharia-Propaganda. Am Beispiel der Schülerin Clara zeigt diese investigative Reportage, wie die Kölner Salafistin Hanna Hansen Jugendliche manipuliert, isoliert und gezielt in den Extremismus lockt.

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Scharia-Falle: Wie Salafisten Schülerinnen ködern
Nach Einschätzung von Radikalisierungsforschern und Psychologen ist diese Selbstdarstellung kein Zufall, sondern Teil einer gezielten Strategie, die unter dem Begriff „Cyber-Salafismus“ diskutiert wird.

Ein Kruzifix, Tränen und ein verhängnisvoller Klick

Das Zimmer der 16-jährigen Clara wirkt auf den ersten Blick wie das eines ganz gewöhnlichen Teenagers in einer Kölner Vorstadt. An der Wand hängt ein kleines, hölzernes Kruzifix – ein Geschenk ihrer Großmutter zur Konfirmation –, auf dem Schreibtisch stapeln sich die Schulbücher für die anstehenden Klausuren der elften Klasse. Doch wer genauer hinsieht, bemerkt die schrittweise Veränderung: Das Smartphone auf dem Bett vibriert im Sekundentakt. Jede Push-Nachricht zieht Clara weiter in eine digitale Welt, die ihren Eltern völlig fremd ist. Auf dem Bildschirm leuchtet immer wieder derselbe Name auf: Hanna Hansen.

Noch vor wenigen Monaten war Clara eine unbeschwerte Schülerin. Doch der immense Leistungsdruck auf dem Gymnasium, das Gefühl der Isolation in der Klasse und eine lähmende Einsamkeit in den großen Pausen hinterließen Risse in ihrem Selbstbewusstsein. Aus den der Redaktion vorliegenden Beratungsprotokollen geht hervor, dass Clara in genau dieser vulnerablen Phase nach Halt suchte – und an eine psychologische Dynamik geriet, die von Experten als klassische Radikalisierungsfalle eingestuft wird.