Sternschnuppen — bestenfalls
Leyla und Mike Heiter leben ihren Traum. Amira Aly ist schwanger. Wer sind diese Menschen? Eine medienkritische Kolumne über Sternschnuppen, die für Sterne gehalten werden – und über eine Zeit, als deutsche Namen in Hollywood, Cannes und Tokio etwas bedeuteten.
Über die Inflation des Ruhms und das stille Verschwinden des Anspruchs
Wer sind diese Menschen? Es ist eine Frage, die man sich inzwischen täglich stellen kann, wenn man durch die deutschen Unterhaltungsseiten scrollt. Und sie ist keine Nörgelei. Sie ist kulturkritisch gemeint.
Leyla und Mike Heiter leben ihren Traum. Amira Aly ist schwanger. Elena Miras hat hingeschmissen. Sarah Engels ist stolz auf ihren Körper. Man liest diese Schlagzeilen und fragt sich: Wer sind diese Menschen überhaupt? Womit haben sie sich verdient, dass eine Redaktion ihren Alltag für berichtenswert hält? Was haben sie getan, gedacht, erschaffen, riskiert? Die Antwort, sofern man sie mühsam herausfindet: wenig bis nichts. Sie waren irgendwo dabei. Sie haben an einer Castingshow teilgenommen. Sie haben ein Mikrophon gehalten, das ihnen jemand anderes zugehalten hat. Sie existieren, und sie existieren laut.
Das genügt, um in Deutschland als Star zu gelten.