Das Schweigen der Funktionäre
Stumme Wächter, brennende Tore. Während eine Terrorwelle jüdische Einrichtungen in Europa erschüttert, verharren die großen islamischen Verbände DITIB, ZMD und KRM in unheimlicher Sprachlosigkeit. Wenn Solidarität zur Einbahnstraße wird, stellt sich die Frage: Schweigt man aus Ohnmacht oder Kalkül?
Wenn der Antisemitismus die Seiten wechselt
München, Berlin, London – April 2026. Es ist eine unheimliche Stille eingekehrt in den Pressestellen der großen islamischen Dachverbände Deutschlands. Während die Kriminalämter in ganz Europa die Trümmer jüdischer Einrichtungen untersuchen und die Spuren einer gezielten Terrorwelle bis nach Teheran zurückverfolgen, herrscht bei den sonst so wortgewaltigen Vertretern von DITIB, dem Zentralrat der Muslime (ZMD) und dem Koordinationsrat (KRM) eine bemerkenswerte Sprachlosigkeit. Ein Anschlag auf ein jüdisches Restaurant in München, brennende Synagogen in den Niederlanden und Sprengsätze in Belgien scheinen für jene, die sonst bei jeder Gelegenheit „Solidarität“ und „Zusammenhalt“ einfordern, kein Anlass für eine Sondersitzung zu sein.
Die Chronologie des Terrors: Eine Spur durch Europa
Die Ereignisse des Aprils 2026 markieren eine neue Qualität der Bedrohung. Es handelt sich nicht mehr um isolierte Taten verwirrter Einzeltäter, sondern um eine koordinierte Kampagne. Im Zentrum steht die dubiose Gruppierung HAYI (Harakat Ashab al-Yamin al-Islamia), die Sicherheitsbehörden als Phantom-Organisation der iranischen Revolutionsgarden einstufen.
Die Liste der Anschlagsorte liest sich wie ein Logbuch des Hasses:
- München, Deutschland: In der Nacht zum 10. April detonierten Sprengsätze an der „Eclipse Grillbar“ in der Maxvorstadt. Nur durch Zufall gab es keine Toten, da das Lokal zu diesem Zeitpunkt bereits geschlossen war. Ein Bekennervideo der HAYI nannte die Tat einen „Schlag gegen das zionistische Zentrum“.
- London, Großbritannien: In Golders Green wurden gezielt Krankenwagen eines jüdischen Rettungsdienstes in Brand gesteckt. Kurz darauf kam es zu Brandanschlägen auf die Finchley-Synagoge und die Kenton United Synagogue.
- Rotterdam & Amsterdam, Niederlande: Innerhalb von 48 Stunden wurden eine jüdische Grundschule und eine Synagoge Ziel von koordinierten Brandstiftungen. In den sozialen Medien kursierten zeitgleich Drohungen gegen jüdische Gemeinden, unterlegt mit iranischer Kriegsrhetorik.
- Lüttich, Belgien: Eine Explosion in einem jüdischen Viertel erschütterte die Stadt. Auch hier fanden Ermittler digitale Spuren, die zur HAYI-Infrastruktur führen.
- Zürich, Schweiz: Ein Messerangriff auf ein Mitglied der jüdischen Gemeinde im März 2026 bildete den düsteren Auftakt dieser Serie, die sich nun über den Kontinent zieht.
Die Anatomie der Doppelmoral
Man muss den Kontrast scharfstellen, um die Dimension des Versagens zu begreifen. Wenn in der islamischen Welt ein Konflikt aufflammt, wenn westliche Politiker das Existenzrecht Israels betonen oder wenn – wie zuletzt im Februar 2026 – über eine angebliche Benachteiligung muslimischer Schüler debattiert wird, reagiert der Apparat der Verbände mit maximaler Effizienz. Es werden „Schmerzensrufe“ ausgestoßen, Mahnwachen für den Frieden organisiert und die Bundesregierung wird in scharfen Tönen aufgefordert, den „Schutz der muslimischen Minderheit“ zur obersten Priorität zu machen.
Diese Empathie scheint jedoch eine Einbahnstraße zu sein. Sobald der Täterkreis oder die ideologische Triebfeder der Gewalt im radikal-islamischen Spektrum zu suchen ist – oder wie im aktuellen Fall sogar die Handschrift eines staatlichen Akteurs wie des Irans trägt – versiegt die Quellen der Empörung.
Es drängt sich der Eindruck auf, dass Solidarität hier nach einem ideologischen Filter vergeben wird:
- Ist das Opfer muslimisch? Maximale Lautstärke.
- Ist der Täter ein „rechter“ Europäer? Generalabrechnung mit der Gesellschaft.
- Ist das Opfer jüdisch und der Täter ein Glaubensgenosse oder ein vom Iran bezahlter Söldner? Betretenes Schweigen oder Ausflüchte in die „Komplexität des Nahostkonflikts“.
Der Iran als Regisseur – und die Verbände als Statisten?
Sicherheitsexperten warnen seit Jahren davor, dass der Iran seine hybride Kriegsführung auf europäische Straßen exportiert. Die Quds-Brigaden nutzen kriminelle Banden und radikalisierte Internet-Aktivisten, um jüdische Einrichtungen anzugreifen. Dies dient nicht nur der Einschüchterung, sondern auch der Spaltung der westlichen Gesellschaften.
Das Schweigen der Verbände spielt diesem Kalkül direkt in die Hände. Indem man den importierten Antisemitismus nicht klar und beim Namen nennt, lässt man zu, dass sich radikale Narrative in den eigenen Gemeinden festsetzen. Wer Angriffe auf jüdische Restaurants in München als „Folge geopolitischer Spannungen“ relativiert, anstatt sie als das zu brandmarken, was sie sind – rassistischer Terror –, der bereitet den Boden für weitere Eskalationen.
Besonders kritisch ist hier die Rolle von Organisationen, die eine strukturelle Nähe zu schiitischen Zentren oder dem türkischen Staatsapparat aufweisen. Hier kollidiert die staatstragende Rolle in Deutschland mit den ideologischen Vorgaben aus den Herkunftsländern. Wenn die Führung in Teheran zum „Kampf gegen Zionisten“ aufruft, fällt es den hiesigen Vertretern offenbar schwer, den Brandsatz in München als das zu verurteilen, was er ist: ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit und den deutschen Rechtsstaat.
Eine Forderung nach Aufrichtigkeit
Es ist Zeit für eine Zäsur in der Zusammenarbeit zwischen dem deutschen Staat und den islamischen Verbänden. Ein „Partner für Demokratie“ kann nur sein, wer die Unantastbarkeit jüdischen Lebens in Deutschland nicht zur Verhandlungsmasse macht.
Wir brauchen keine Sonntagsreden über das „Haus Abraham“ oder „interreligiösen Dialog“, wenn diese Dialoge in dem Moment verstummen, in dem die Synagogen brennen. Wir brauchen:
- Klare Distanzierung: Eine explizite Verurteilung der HAYI und der dahinterstehenden iranischen Staatsdoktrin.
- Proaktive Prävention: Den Einsatz der Verbände gegen die virale Verbreitung antisemitischer Bekennervideos in ihren eigenen Chatgruppen und Jugendzentren.
- Gelebte Solidarität: Sichtbare Präsenz vor den betroffenen Einrichtungen wie der „Eclipse Grillbar“ – ohne Relativierungen durch den Hinweis auf den Gaza-Streifen oder andere Konflikte.
Fazit: Glaubwürdigkeit am Nullpunkt
Die Bilanz dieses Aprils ist ernüchternd. Die Terrorwelle zeigt, wie verwundbar jüdisches Leben in Europa geworden ist. Doch das eigentliche Desaster ist das moralische Vakuum, das durch das Schweigen derer entsteht, die sonst so lautstark Gerechtigkeit einfordern.
Wer beim Terror in München, London und Amsterdam wegschaut, verliert jedes Recht, sich bei anderen Gelegenheiten als moralische Instanz aufzuspielen. Die Masken sind gefallen. Solidarität ist entweder universal, oder sie ist wertlos. Das „beredte Schweigen“ der Funktionäre im April 2026 wird als eines der dunkelsten Kapitel der deutschen Verbandsgeschichte in Erinnerung bleiben.
Tags: München, Antisemitismus, Islamische Verbände, Kritik, Iran-Krieg, HAYI, London, Rotterdam, Lüttich, Solidarität, Rechtsstaat, Doppelmoral
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