Erste Hochrechnung: AfD gewinnt Sachsen-Anhalt klar – CDU stürzt auf 18,5 Prozent
Die erste Hochrechnung bestätigt das Wahlbeben in Sachsen-Anhalt: Die AfD erreicht 44,5 Prozent, die CDU nur 18,5 Prozent. Das BSW liegt exakt bei fünf Prozent. Eine AfD-Alleinregierung zeichnet sich derzeit nicht ab.
Status: erste ARD-Hochrechnung von Infratest dimap. Datenstand: 6. September 2026, 18:40 Uhr MESZ. Damit liegen erstmals Berechnungen vor, die bereits auf ausgezählten Stimmen beruhen. Der MDR hatte die erste Hochrechnung bereits für 18:28 Uhr gemeldet.
AfD erreicht Rekordergebnis
Magdeburg – Jetzt liegen erstmals belastbare Hochrechnungen auf Basis ausgezählter Stimmen vor: Die AfD gewinnt die Landtagswahl in Sachsen-Anhalt nach der ersten ARD-Hochrechnung von Infratest dimap deutlich. Sie erreicht 44,5 Prozent und wird mit weitem Abstand stärkste Kraft. Bei der Landtagswahl 2021 hatte sie noch 20,8 Prozent erhalten. Damit gewinnt sie 23,7 Prozentpunkte hinzu.
Die CDU erlebt dagegen einen historischen Absturz. Die Partei von Ministerpräsident Sven Schulze kommt nur noch auf 18,5 Prozent. 2021 hatte sie unter Reiner Haseloff noch 37,1 Prozent erreicht. Das entspricht einem Verlust von 18,6 Prozentpunkten und dem bislang schwächsten CDU-Ergebnis bei einer Landtagswahl in Sachsen-Anhalt.
Die weiteren Werte der ersten Hochrechnung:
AfD 44,5 Prozent, CDU 18,5 Prozent, Linke 9,4 Prozent, Grüne 8,9 Prozent, SPD 8,2 Prozent, BSW 5,0 Prozent und FDP 2,1 Prozent.
Auch bei den kleineren Parteien zeigen sich erhebliche Verschiebungen. Die Linke erreicht 9,4 Prozent und bleibt damit unter ihrem bisherigen Tiefstwert von elf Prozent in Sachsen-Anhalt. Die Grünen kommen dagegen auf 8,9 Prozent und damit nach Angaben der ARD auf ihr bislang bestes Ergebnis im Land. Die SPD fällt mit 8,2 Prozent leicht unter ihre 8,4 Prozent von 2021 und steuert ebenfalls auf ein historisches Tief zu.
BSW entscheidet über die Mehrheitsarithmetik
Besonders spannend bleibt das BSW. Mit exakt 5,0 Prozent liegt die Partei unmittelbar auf der Sperrklausel. Schon geringfügige Veränderungen in den nächsten Hochrechnungen könnten entscheiden, ob das BSW überhaupt im Landtag vertreten sein wird.
Die FDP ist dagegen mit 2,1 Prozent klar ausgeschieden. Damit ist die bisherige Koalition aus CDU, SPD und FDP nicht fortsetzbar. Auch für ein Bündnis aus CDU, SPD und Grünen reicht es nach der derzeitigen Hochrechnung nicht.
Trotz ihres Rekordergebnisses erreicht die AfD nach aktuellem Stand keine absolute Mehrheit der Sitze. Ob sie sich dieser Marke noch nähert, hängt insbesondere davon ab, ob das BSW die Fünf-Prozent-Hürde überspringt. Alle übrigen derzeit sicher vertretenen Parteien lehnen eine Zusammenarbeit mit der AfD ab.
Die Wahlbeteiligung liegt nach aktuellem MDR-Stand bei außergewöhnlich hohen 76,5 Prozent. 2021 hatten lediglich 60,3 Prozent der Wahlberechtigten ihre Stimme abgegeben.
Fazit: Die erste Hochrechnung bestätigt die Dimension des politischen Umbruchs: Die AfD verdoppelt ihren Stimmenanteil mehr als, während die CDU fast die Hälfte ihres Ergebnisses von 2021 verliert. Offen bleibt vor allem, ob das BSW in den Landtag einzieht – und welche Regierungsmehrheit sich daraus ergibt.
ARD/Tagesschau: Erste Hochrechnung
MDR: Wahl Sachsen-Anhalt – erste Hochrechnung
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